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Rossini in Wildbad
Belcanto Opera Festival
23.07.2026 - 02.08.2026


Rossini & Co. I I
Arien und Duette

Konzert der Teilnehmer der Masterclass von Raúl Giménez

In italienischer Sprache

Aufführungsdauer: ca. 1 h 30' (keine Pause)

Aufführung im Königlichen Kurtheater am
2. August 2026

 

 

 

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Krönender Abschluss des Festivals

Von Thomas Molke / Fotos: © Karin Ferenbach

Unter den Konzerten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Meisterklassen beim Belcanto Opera Festival Rossini in Wildbad, die sich mittlerweile zu einem Geheimtipp des Festivals entwickelt haben, nimmt das letzte Konzert einen besonderen Stellenwert ein, da man hier nicht nur die potentiellen Stars von morgen erlebt, sondern auch der Internationale Belcanto-Preis verliehen wird, der in der Regel mit einem Rollenangebot bei einem der künftigen Festivals verbunden ist. Von daher bildet Rossini & Co. II den krönenden Abschluss am letzten Festivaltag, nach dem dem ganzen Team bei aller Erschöpfung sicherlich noch nach Feiern zumute sein dürfte. Raúl Giménez, der in diesem Jahr die zweite Meisterklasse betreut, steht ebenfalls kurz vor einem Jubiläum, da er in diesem Jahr seine 24. Meisterklasse beim Festival betreut hat, an der nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr große Freude gehabt haben, was sich im Konzert widerspiegelt. Intendant Jochen Schönleber berichtet, dass auch immer wieder gerne andere renommierte Sängerinnen und Sänger die Meisterklassen interessiert besucht haben, um von Giménez' großem Erfahrungsschatz zu profitieren.

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Jochen Schönleber (links) und Raúl Giménez (2. von links) mit der diesjährigen Meisterklasse: hintere Reihe von links: Erwan Fosset, Ilia Marinescu, Dmytro Voronov, Ilaria Monteverdi, Giovanni Accardi, Juliette Amirault, Sicong Zhao und Katarzyna Piotrowska (Koordinatorin), vordere Reihe von links: Weronika Rabek, Gianluca Ascheri, Andrés Jesús Gallucci, Davide Zaccherini, Fabiola Galati und Timóteo Bene Júnior)

Einen Sieger oder eine Siegerin für den Internationalen Belcanto-Preis zu küren, ist Schönleber in diesem Jahr nach eigenem Bekunden sehr schwer gefallen. Mit den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat er intensiv in den diesjährigen Produktionen von L'occasione fa il ladro und der französischen Salon-Oper Le mariage en poste zusammengearbeitet, und auch in den übrigen Produktionen La gazza ladra, Sémiramis und Marina haben einige Stipendiatinnen und Stipendiaten kleinere Partien übernommen. So habe es eine Vielzahl unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegeben, die den Preis verdient und vielleicht auch damit gerechnet hätten, so Schönleber. Aber er müsse auch an die Zukunft und die Pläne für das kommende Festival denken. Dabei lässt er durchblicken, dass er sich nach den Komödien L'italiana in Algeri und La Cenerentola vielleicht Il turco in Italia für das nächste Jahr vorstellen könne, und da würden wahrscheinlich die Sopranistin Ilaria Monteverdi eine geeignete Fiorilla und der Buffo-Bariton Giovanni Accardi eine passende Titelpartie abgeben. So teilen sich die beiden in diesem Jahr den Internationalen Belcanto-Preis. Dass beide am Schluss des Konzertes aufgetreten sind, mag vielleicht schon ein Indiz für diese Entscheidung gewesen sein. Während Monteverdi bei der Arie der Fiorilla exakt sitzende Spitzentöne heraushaut und durch variable Läufe begeistert, zeigt Accardi sein großartiges Buffo-Talent als Batone in einer Arie aus L'inganno felice, in der er ahnt, dass die totgeglaubte Isabella noch leben könnte.

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Raúl Giménez (2. von links) mit den diesjährigen Preisträgern (rechts: Ilaria Monteverdi und Giovanni Accardi, Internationaler Belcanto-Preis, links: Juliette Amirault, Publikumspreis)

Beide haben auch schon beim diesjährigen Festival bewiesen, dass sie diesen Preis mehr als verdient haben. Monteverdi hat nicht nur als selbstbewusste Berenice in der Farsa L'occasione fa il ladro mit kraftvollem Sopran Akzente gesetzt, sondern ist in der gleichen Produktion auch noch für ihre Kollegin Gaja Vittoria Pellizzari als Ernestina eingesprungen, die wegen Stimmproblemen in einigen Aufführungen nicht singen konnte, so dass Monteverdi ihre Arie von der Seite eingesungen hat, während Pellizzari die Rolle nur gespielt hat. Auch in der konzertanten Aufführung von Sémiramis trat sie in der Partie der von allen Männern begehrten Prinzessin Azéma auf. Bei Accardi gibt es mit Ausnahme der Salon-Oper Le mariage en poste keine Produktion, an der er nicht beteiligt war, wobei er ganz unterschiedliche Facetten zeigen konnte. Als Diener Martino in L'occasione fa il ladro konnte er sein komisches Buffo-Talent unter Beweis stellen und als Schatten des Ninus in Sémiramis zeigen, dass er auch das ernste Bariton-Fach beherrscht und in der Partie als Geist dem Publikum einen Schauer über den Rücken jagen kann. Wahrscheinlich wäre auch Gaja Vittoria Pellizzari eine verdiente Anwärterin für den Belcanto-Preis gewesen, die in La gazza ladra als Lucia begeisterte. Doch leider konnte sie aus gesundheitlichen Gründen am Konzert nicht teilnehmen. Auch Davide Zaccherini, der in diesem Jahr zum zweiten Mal die Meisterklasse besucht, hätte den Preis mehr als verdient. Bei seiner Interpretation der Arie des Don Ottavio aus Mozarts Don Giovanni fragt man sich, wieso Donna Anna ihren Geliebten eigentlich so lange hinhält. Mit so einem sanft strömenden Tenor, der auch in den Höhen absolut geschmeidig und viril klingt, müsste er bei einer Sopranistin doch eigentlich viel besser landen können als der Schwerenöter Don Giovanni.

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Die Meisterklasse bei der Zugabe (von links: Ilaria Monteverdi, Juliette Amirault, Fabiola Galati, Sicong Zhao, Ilia Marinescu, Weronika Rabek, Davide Zaccherini, Erwan Fosset, Timóteo Bene Júnior, Raúl Giménez, Giovanni Accardi und Dmytro Voronov, links am Klavier: Andrés Jesús Gallucci

Der Publikumspreis geht in diesem Jahr an Juliette Amirault, die in der Salonoper Le mariage en poste das Publikum begeisterte und in Marina kurzfristig für ihre Kollegin Pellizzari in der kleinen Rolle der Teresa eingesprungen ist. Die Show, die sie als kesse Norina in Donizettis Don Pasquale abzieht, ist nicht nur darstellerisch ein Genuss, sondern stellt auch ihre großen stimmlichen Qualitäten heraus. Dabei legt sie den ersten Teil recht lyrisch und nahezu kontemplativ an, indem sie scheinbar bedeutungsschwanger in einem Buch liest, um dann im zweiten Teil zu zeigen, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat. Hier begeistert Amirault mit strahlenden Koloraturen, die nur so perlen, und reißt das Publikum zu lautstarkem Jubel hin. Dmytro Voronov, der sich in Le mariage en poste als Amiraults Vater von der komödiantischen Seite gezeigt hat, beweist im Konzert, dass er auch das ernste Fach beherrscht und präsentiert mit kraftvollem Bariton und einer gehörigen Portion Schwermut die Kavatine des Riccardo aus Bellinis I puritani. Mit Timóteo Bene Júnior ist er anschließend noch in einem Duett zu erleben, das aus Rossinis Les soirées musicales stammt und in dem zwei Matrosen ihre Wache besingen. Hier harmonieren Júniors Tenor und Voronovs dunkler Bariton wunderbar miteinander. Júnior darf außerdem das Konzert eröffnen und punktet mit hell strahlendem Tenor bei der Kavatine des Almaviva aus Il barbiere di Siviglia.

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Schlussapplaus: von links: Raúl Giménez, Fabiola Galati, Juliette Amirault, Weronika Rabek, Ilia Marinescu, Sicong Zhao, Ilaria Monteverdi, Dmytro Voonov, Erwan Fosset, Giovanni Accardi, Timó Bene Júnior, Davide Zaccherini, Andrés Jesús Gallucci und Gianluca Ascheri

Aus dem ersten Konzert kennt man auch schon Fabiola Galati, die in der Arie der Elvira aus Bellinis Puritani zeigen kann, wie sehr das tragische Fach für ihren vollen Sopran geeignet ist. In den Höhen punktet sie mit enormer Wärme. Mit fünf Teilnehmern und sieben Teilnehmerinnen ist die Anzahl in dieser zweiten Meisterklasse höher als bei Filippo Morace. So kann man auch einige neue Teilnehmerinnen erleben. Zu nennen ist hier beispielsweise Sicong Zhao, die das Rondo Finale der Elena aus Rossinis La donna del lago präsentiert. Zhao meistert die hohen Töne mit kraftvollem Mezzosopran und zeigt in den extrem schweren Läufen eine enorme Beweglichkeit. Weronika Rabek gibt vorher den Sesto aus Mozarts La clemenza di Tito und überzeugt ebenfalls mit einem vollen, beweglichen Mezzosopran. Der Anteil an Mozart-Stücken ist an diesem Abend, gemessen an Giménez' sonstigen Meisterklassen, relativ gering, so dass das Konzert zu Recht wieder den Titel Rossini & Co. trägt. Als Zugabe setzen dann alle zu Rossinis berühmter La danza, Nr. 8 aus Les soirées musicales, an, wobei Accardi das Publikum animiert mitzuklatschen. Beim "Frinche, frinche, frinche..." merkt man, mit wie viel Spaß und Freude die jungen Sängerinnen und Sänger bei der Sache sind. Ihnen ist allen eine große Karriere zu wünschen.

FAZIT

Die Meisterklasse hat erneut einige vielversprechende Talente der Zukunft versammelt, so dass man sich um den Erhalt des Belcanto und guten Nachwuchs kaum Sorgen zu machen braucht.

Weitere Rezensionen zu Rossini in Wildbad 2026

Programm des Konzertes

Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia: Kavatine des Almaviva "Ecco ridente in cielo" (Timóteo Bene Júnior, Gianluca Ascheri)

Wolfgang Amadeus Mozart: La clemenza di Tito: Arie des Sesto "Parto, ma tu ben mio" (Weronika Rabek, Andrés Jesús Gallucci)

Wolfgang Amadeus Mozart: Mitridate, re di Ponto: Kavatine des Mitridate "Se di lauri il crine adorno" (Erwan Fosset, Gianluca Ascheri)

Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni: Arie des Don Ottavio "Il mio tesoro" (Davide Zaccherini, Gianluca Ascheri)

Gioachino Rossini: Les soirées musicales: La serenata "Mira la bianca luna" Notturno, Nr. 11 (Ilia Marinescu, Erwan Fosset, Gianluca Ascheri)

Gaetano Donizetti: Don Pasquale: Kavatine der Norina "Quel guardo il cavaliere... So anch'io la virtù magica" (Juliette Amirault, Andrés Jesús Gallucci)

Vincenzo Bellini: I puritani:
Kavatine des Riccardo "Ah per sempre io ti perdei" (Dmytro Voronov, Andrés Jesús Gallucci)
Szene der Elvira "Qui la voce sua soave" (Fabiola Galati, Gianluca Ascheri)

Gioachino Rossini: Les soirées musicales: Li marinari "Marinaro, in guardia stà, Duett, Nr. 12 (Timóteo Bene Júnior, Andrés Jesús Gallucci)

Gioachino Rossini: La donna del lago: Rondo finale der Elena "Tanti affetti in tal momento" (Sicong Zhao, Gianluca Ascheri)

Giaochino Rossini: L'inganno felice: Arie des Batone "Una voce m'ha colpito" (Giovanni Accardi, Gianluca Ascheri)

Gioachino Rossini: Il turco in Italia: Arie der Fiorilla "Squallida veste e bruna" (Ilaria Monteverdi, Gianluca Ascheri)


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Ausführende

Klavier
Gianluca Ascheri
Andrés Jesús Gallucci

Einstudierung
Gianluca Ascheri
Andrés Jesús Gallucci
Mattia Torriglia

Teilnehmer*innen der Masterclass
Giovanni Accardi, Bariton
Juliette Amirault, Sopran
Erwan Fosset, Tenor
Fabiola Galati, Sopran
Timóteo Bene Júnior, Tenor
Ilia Marinescu, Mezzosopran
Ilaria Monteverdi, Sopran
Weronika Rabek, Mezzosopran
Dmytro Voronov, Bariton
Davide Zaccherini, Tenor
Sicong Zhao, Mezzosopran

 

 


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