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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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ToscaOper in drei AktenMusik von Giacomo Puccini Libretto nach Victorien Sardou von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Liebe in Zeiten der Tyrannei
Die Szene beginnt in einem kargen Bühnenbild, der dunkle Innenraum der Kirche wird nur angedeutet, im Vordergrund steht allein das enorm große Malergerüst des Cavaradossi, und auf die Rückwand ist riesengroß der Stadtplan von Rom projiziert. Das ist genug um das Spannungsfeld, in dem die Geschichte sich abspielt, ausdrucksstark zu eröffnen. Wenig profiliert ist dagegen, daß die Kostüme ebenso wie das Auftreten und die Gesten der handelnden Personen doch allzu bieder bleiben. Tosca sieht aus wie immer und tritt auf wie eh und je: suchend sich in der Kirche umschauend mit Lilien im Arm. Der Chor spielt die Gläubigen mit Inbrunst und Kniefall usw. Hier hätte man doch auch mehr arbeiten können als nur das Übliche walten zu lassen. Immerhin singt Tosca später ihr "Vissi d'arte" nicht auf Knien und es werden dem ermordeten Scarpia diesmal keine Kerzen beiseite gestellt...
Scarpias erster Auftritt wird äußerst wirkungsvoll gebracht, mit Paukenschlag erscheint er plötzlich mitten in der Menge der Kirchgänger, bedrohlich mit schwarzem Umhang und schlankem gefährlichen Hund.
Die bestialischen Gepflogenheiten dieser Machtmaschinerie zeigen sich dann bei den Kerkerszenen: Scheinexikutionen werden durchgeführt, um die Todeskandidaten vorab psychologisch zu zermürben. Das ist überzeugend von der Regie in Szene gesetzt und paßt besonders zu der Schein-Scheinexikution, mit der die Geschichte enden wird. Eine interessante Inszenierung, die geboten wird in Köln, sie macht die verschiedenen Schichten des Dramas sichtbar und entwickelt die bedrohliche Atmosphäre, in der die Liebesgeschichte zwischen Tosca und Cavaradossi aufglüht. Musikalisch lebt die Aufführung vor allem von dem herausragenden Gesang von Georgina Lukacs als Tosca. Sie hat das Feuer der eifersüchtigen Tosca, das Temperament in der Stimme, mit der sie auch alle Extreme der Partie bravourös gestaltet. Der Ausdruck von Empfindsamkeit und Verzweiflung tritt allerdings dagegen etwas zurück, er ist seltener zu hören. Der Tosca ebenbürtig ist Paul Lyon als Cavaradossi mit kräftiger, metallener und schöner Stimme. Als sehr überzeugend in Gesang und schauspielerischer Darstellung erweist sich Ned Barth als Scarpia. Das Orchester spielt mit großen Engagement, dabei sehr genau. Weniger werden allerdings unter Rico Saccanis Dirigats die Nuancen und Zwischentöne der musikalischen Erzählung herausgearbeitet. Hierin entsprechen sich Orchester und Solisten.
Die Inszenierung schöpft die beiden Seiten der Geschichte aus, das politische Drama und die Liebesgeschichte, der Zusammenhang wird spannend und plastisch dargestellt. Im Ausdruck der Personen bleibt einiges allerdings recht brav und bieder. Musikalisch ist die Vorstellung vor allem kraftvoll und feurig in den Stimmen und im Orchester. Besonders Georgina Lukacs als Tosca beeindruckt. |
Musikalische Leitung
Inszenierung
Ausstattung
Choreinstudierung
Licht
Dramaturgie
Solisten
Tosca
Cavaradossi
Scarpia
Angelotti
Mesner
Spoletta
Sciarrone
Schließer
Hirt
Weitere Aufführungen
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