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Meisterklasse

von Terrence McNally
Deutsch von Inge Greiffenhagen und Bettina von Leoprechting



Aufführung am 19. September 1998
im Opernhaus Köln

Von Ruth Schmüdderich / Fotos von Klaus Lefebvre





Foto: Köln/Meisterklasse "Meisterklasse"schildert eine Unterrichtsstunde, die Maria Callas drei jungen Gesangsstudenten erteilt. Dabei geht es aber weniger um die Sangeskunst, als vielmehr um die Persöhnlichkeit von der berühmten Diva mit all ihren Widersprüchen. Neben den allgemein bekannten Facetten ihrer Persönlichkeit werden allerdings wenig neue entdeckt.

Unterhaltsam wird der Abend dadurch, daß Callas ihren jungen Kollegen gegenüber mit boßhaften Bemerkungen nicht spart, welche sich allerdings im Laufe des Sückes dann oftmals wiederholen. Es wird ebenso das Bemühen der Callas gezeigt, den jungen Künstlern die hohe Bedeutung eines genauen Partiturstudiums nahezubringen. Oftmals hat sie auch sehr eigene Interpretationen der Partitur. In den 1972 tätsächlich abgehaltenen Unterrichtsstunden an der Juillard School hat sie einige Passagen selbst vorgesungen, wobei immer wieder ihre ehemalige Größe durchschimmerte. Da die Rolle der Callas hier von einer Schauspielerin verkörpert wird, hat man versucht dies durch Einspielen von alten Aufnahmen der Callas umzusetzen. Was leider nicht diesen großartigen Eindruck erzielt, da die alten, knisternden Aufnahmen nicht so lebendig wirken wie die Vorträge der jungen Sängerinnen und Sänger auf der Bühne.

Foto: Köln/Meisterklasse Der Gesang der Schüler ist dabei von unterschiedlicher Qualität. Die erste Schülerin (Janice Creswell) singt der Rolle entsprechend mit einer netten aber farblosen Stimme( was die Callas zu einer Reihe von sehr bösartigen Kommentaren hinreißt).

Der daraufolgende Schüler (Colin Judson) hat eine schöne Stimme, er bringt aber nicht die äußeren Voraussetzungen für die Rolle mit, die einen Adonis verlangt, von dem sich die Diva immer wieder angezogen fühlt.

Foto: Köln/Meisterklasse Eine sehr schöne, volle Stimme hat die dritte Schülerin (Magna Tómasdóttir), die leider nicht so recht zum Zuge kommt, da sie schon von vorne herein bei Callas in Ungnade fällt, weil sie ihrer Meinung nach ein unpassendes Kleid trägt.

Getragen wird der Abend von der Persönlichkeit der Callas-Darstellerin Barbara Pertrisch, welche die Callas als ungeheuer kraftvolle Person verkörpert. Nur gegen Ende des Stückes, als sie im Geiste verzweifelt Zwiesprache mit Ary (Aristoteles Onassis) hält, überzeugt sie weniger.

Foto: Köln/Meisterklasse Ein auffälliges Detail der Darstellung ist die italienische Aussprache, an der man noch hätte feilen sollen.

Die Inszenierung des Stückes war sehr konventionell, auf zündende oder außergewöhnliche Einfälle wartete man vergebens. Das Premierenpublikum, des nicht ausverkauften Hauses applaudierte am Ende angetan, besonders bei der Hauptdarstellerin.



FAZIT:

Ein ganz netter Abend.

Logo: Opernhaus Köln

Inszenierung
Uwe Hergenröder

Ausstattung
Petra Buchholz

Licht
Manfred Voss

Musikalische Leitung/Klavier
Alan Nathan

Dramaturgie
Barbara Maria Zollner


Solisten

Maria
Barbara Petritsch

Sophie de Palma
Janice Creswell

Sharon Graham
Magnea Tómasdóttir

Tony Candolino
Colin Judson

Bühnenarbeiter
Manfred Lorenz






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