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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Eine Nacht in VenedigKomische Oper in drei AktenMusik von Johann Strauß
Premiere am 13. Februar 1999
Der erste Eindruck von "Eine Nacht in Venedig" läßt einen weniger an Karneval als an Kriegszeiten denken! Denn die Handlung ist in die vierziger Jahre verlegt und so tragen die Leute im ersten Akt triste Alltagskleidung aus dieser Zeit. Dagegen sind die Abendroben der Damen im zweiten Akt sehr elegant und prächtig, zudem sind sie noch auf die Charaktere der Rollen abgestimmt. Später werden diese üppigen Kostüme noch von der Ausstattung der Karnevalisten aus den verschiedensten Epochen übertroffen.
So sind die Kostüme wesentlich abwechslungsreicher als das Bühnenbild, das während der ganzen drei Akte im wesentlichen unverändert bleibt. Es stellt im Vordergrund die Trattoria von Papacoda dar, an die sich ein Säulengang anschließt. Hinter diesem fließt Wasser, das an die Augsburger Puppenkiste erinnert, aber sehr stimmungsvoll wirkt. Irritierend ist der Außenbalkon über der Bar der Trattoria. Er erscheint deplaciert in dem ansonsten naturalistischen Bühnenbild, zudem wird er sowieso nur einmal kurz benutzt.
Von so schwankender Qualität wie das Bühnenbild war auch die Inszenierung. Beispielsweise sind im ersten Akt die Bewegungen der Sänger sehr reduziert, dementsprechend hölzern erscheinen die Akteure, wohingegen die Gruppenszenen im zweiten Akt wesentlich dynamischer sind. Dabei hat der komische Auftritt von Pappacoda (Tobias Scharfenberger) im zweiten Akt schon übertriebenen Elan, der zu sehr zum Klamauk abdriftet.
Jedoch wäre es wünschenswert, daß die Darsteller mehr Möglichkeit hätten etwas ausgelassener zu agieren, denn so fehlt der Schwung, der von einer Strauß-Operette zu erwarten ist. Nur Claudia Rohrbach als Ciboletta konnte bei einigen ihrer Auftritte das Publikum wirklich in Operetten-Stimmung versetzen. Das lag sicher auch an ihrem ausgesprochenen Talent zur Komödiantin.
So ragt sie unter den Akteuren heraus, da sie zu ihrem darstellerischen Können noch eine schöne und volle Stimme hat. An stimmlichen Qualitäten mangelte es ebenso Dorothee Jansen nicht, die allerdings gerade zu Beginn sehr hölzern spielte. Auch die Herren waren gut besetzt. Nur leider trug Jürgen Sachers (Caramello) Stimme anfänglich nicht sehr weit. Besonders erfreulich war bei Tobias Scharfenberger als Papacoda, daß sich eine sehr schöne Stimme mit zumindest einer gewissen Leichtigkeit in der Darstellung verbindet. Der Opernchor sang trotz seiner riesigen Größe bemerkenswert homogen und akkurat, dementsprechend wurde er auch am Ende beklascht. Viel Applaus erntete auch der Dirigent für seine hervorragende Leistung, der sichtlich bemüht war der Aufführung Schwung zu verleihen, ohne gekünstelt zu wirken. Dazu trugen die herausragend spielenden Streicher bei. Die Verantwortlichen für die Inszenierung wurden am Ende mit Bravo- als auch mit Buh-Rufen bedacht.
Vom Musikalischen her erfreulich, nur ist die Inszenierung etwas fad. |
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Chor
Licht
Dramaturgie
Solisten
Der Herzog von Urbino
Delacqua
Barbaruccio
Testaccio
Barbara
Agricola
Constanzia
Centurio, Page des Herzogs
Annina, ein Fischermädchen
Caramello, Leibbabier des Herzogs
Pappacoda, Maccheronikoch
Coboletta, Zofe Barbaras
Enrico Piselli
Opernchor der Bühnen
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