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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Madama ButterflyText von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa Musik von Giacomo Puccini in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
1. Premiere an der Oper Bonn Madame Butterfly liebte, sang und starb meisterlichBonn hatte zur Premiere geladen und es wurde ein Festwerk der erlesenen Art. Die Chinesin Xiu-Wei Sun zog alle in ihren Bann, das Bühnenbild von Heinz Hauser verzauberte und blieb dennoch sachlich, Kostüme und Licht waren perfekt abgestimmt, so dass David Mouchtar-Samorai eine wunderbare Inszenierung vorweisen konnte."Ich will das Publikum weinen machen", so Puccini als Absicht seiner Oper im Gespräch mit den Librettisten. Das Publikum soll "über die Seele dieser armen Kreatur trauern" (Kimiyo Powils-Okano im Programmheft zur Bonner Aufführung Seite 57). Diese Wirkung erzielte Mouchtar-Samorais Inszenierung in Grösse und Schlichtheit. Er zog die richtigen Register, rührte an, ohne sentimental zu werden, stattete aus, ohne in kitschiges Japan-Dekor zu verfallen und führte Sänger und Tänzer schauspielerisch gekonnt.
Im zunächst als Bildausschnitt aufgespannten schwarzen Bühnenraum befinden sich wenige Requisiten, die die Hügel Nagasakis andeuten. Schwarz - rot -weiss, die Farben des japanischen Theaters, bestimmen die Bühne. Alle weitere Farbigkeit schafft das Licht, hervorragend komponiert von Thomas Roscher. Darüber schweben ein roter angedeuteter Frauenkörper, ein schwarzes Dreieck und ein weisses, in die Bühne fallendes Quadrat, Symbole der drei Figuren oder Themen der Oper: die liebende Frau, der aggressive, weil bedenkenlos-zerstörende Mann, die aus der geraden Ordnung geratene kleine Welt der jungen Japanerin - oder vielleicht auch Symbol für das unschuldige Kind, das dieser Verbindung entspringt? Die Inszenierung lädt zum Deuten ein, sie hat es aber nicht nötig gedeutet zu werden, denn sie ist solchermassen spannungsgeladen, dass man nicht anders kann, als hingerissen zu lauschen oder ergriffen zu trauern.
Bruce Rankin als Pinkerton kann sich zwar im schauspielerischen Können mit ihr messen, lässt aber gesanglich einiges vermissen. Er bleibt in den dramatischen Ausbrüchen des letzten Aktes farblos und kann sich zu Beginn nicht gut gegen das Orchester durchsetzen. Dass dies nicht an der Lautstärke des Orchesters liegt, zeigt dann Heikki Kilpeläinen als Sharpless, der souverän sang und agierte. Susanne Blattert als Suzuki erhielt zu Recht begeisterten Applaus, denn auch sie bot stimmlich und schauspielerisch Exzellentes. Ein eilfertiger Heiratsvermittler Goro, hellwach und sicher in der Stimmführung, rundete den guten Gesangseindruck dieser Aufführung ab. Ballett, Chor und Statisten bis hin zum kleinen Darsteller des Kindes zeigten, dass gute Oper auch Schauspiel sein kann und dennoch nicht die Sänger in den Hintergrund drängt. Marc Soustrot präsentierte ein Orchester der Spitzenklasse, diszipliniert und dennoch weich und biegsam, dann plötzlich zu immenser Klangfülle anwachsend, die die Opernräume zu sprengen schien. Musikalische Leidenschaft ebenso wie behutsame Zartheit am Schluss des zweiten Aktes zeigten die Wandlungsfähigkeit des Orchesters unter einer so hervorragenden Führung.
Einfach hervorragend ! |
Musikalische Leitung Marc Soustrot
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Choreinstudierung
Licht
Dramaturgie
Choreographie
SolistenCio-Cio-San, genannt ButterflyXiu-Wei Sun
Suzuki, Cio-Cio Sans Dienerin
Kate Pinkerton
B.F.Pinkerton
Sharpless, Konsul der Vereinigten
Goro, Heiratsvermittler
Der Fürst Yamadori
Onkel Bonze
Yakusidé, Onkel Cio-Cio Sans
Der Kasierliche Kommissar
Der Standesbeamte
Die Mutter Cio-Cio Sans
Die Tante
Die Kusine
Das Kind
Maestro di Scena
Tänzer
Davide Camplani Josef Eder Lino Ruggiero
Orchester der
Weitere Aufführungen
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