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Hoch lebe Mozart
Von Thomas Molke / Fotos: © Stephan Schütze / Jan Heinze Heribert Germeshausen (links) und Jordan de Souza (rechts) führen durch das Programm. Wie schon bei den Cityring Konzerten zu Beginn der Spielzeit steht auch zum Ende der Saison eine große Operngala als krönender Abschluss auf dem Programm. Und da man hier noch keinen Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit geben möchte, hat man sich einen Komponisten ausgesucht, der sowohl für den Intendanten der Oper Dortmund, Heribert Germeshausen, als auch für den Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker, Jordan de Souza, eine besondere Bedeutung hat: Wolfgang Amadeus Mozart. Gemeinsam mit dem Ensemble der Oper Dortmund präsentieren sie einen Querschnitt durch das vielseitige Opernschaffen des Salzburger Genies. Oberbürgermeister Alexander Kalouti, ehemals langjähriger Pressesprecher der Oper Dortmund, der auch am dritten Abend gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden des Cityrings, Torben Seifert, das Publikum begrüßt, lässt es sich nicht nehmen, auf die zahlreichen Preise hinzuweisen, die die Oper Dortmund unter der Intendanz Germeshausen in den letzten Jahren erhalten hat. Germeshausen erwähnt, dass ein Teil des Ensembles bereits in Bayreuth für Brünnhilde brennt verweile, einer Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen, was man gewissermaßen als Ritterschlag für die Oper Dortmund betrachten könne. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass diese Produktion in Bayreuth "nur" konzertant zu erleben ist und die szenische Uraufführung dann im April 2027 in Dortmund stattfinden wird. Don Alfonso (Carl Rumstadt, links) wettet mit Guglielmo (Daegyun Jeong, 2. von rechts) und Ferrando (Sungho Kim, rechts), dass ihre Verlobten nicht treu bleiben werden (in der Mitte: Jordan de Souza mit den Dortmunder Philharmonikern). Der Abend beginnt mit einem Block aus Così fan tutte. Wie man später am Abend erfährt, hat diese Oper eine ganz besondere Bedeutung für den GMD der Dortmunder Philharmoniker, Jordan de Souza. De Souza habe ursprünglich eine ganz andere musikalische Karriere einschlagen wollen, bis man ihn in Kanada zu einer Probe zu dieser Oper mitgenommen habe. Da habe er nach ein paar Takten gewusst, dass er doch lieber Oper dirigieren wolle. Schon bei der Ouvertüre kann man sich überzeugen, wie viel Herzblut de Souza mit den Dortmunder Philharmonikern in die Partitur steckt. Die letzte der drei großen Mozart/Da-Ponte-Opern hinterfragt die Beständigkeit der wahren Liebe. Während die beiden Liebenden Guglielmo und Ferrando davon überzeugt sind, dass ihre beiden Verlobten ihnen auf ewig treu sind, belehrt Don Alfonso die beiden mit einer Wette eines Besseren. Sungho Kim begeistert als Ferrando mit lyrischem Tenor zunächst im Terzett mit Daegyun Jeong als Guglielmo und Carl Rumstadt als Don Alfonso und bringt zum Abschluss des Blockes noch die berühmte Tenorarie "Un'aura amorosa" mit tenoralem Schmelz. Dazwischen treten Rosamund Thomas als Dorabella und Anna Sohn als Fiordiligi gemeinsam mit Carl Rumstadt als Don Alfonso auf, um im Terzett "Soave sia il vento" von ihren Geliebten Abschied zu nehmen. Sohns leuchtender Sopran und Thomas' dunkler Mezzosopran harmonieren dabei wunderbar miteinander. Yeeun Yeo als Blonde Im Anschluss kann Yeeun Yeo aus dem Opernstudio NRW unter Beweis stellen, welch hohe musikalische Qualität im Nachwuchs steckt. Mit leicht keckem Sopran und sauberen Spitzentönen präsentiert sie die Arie der Blonde "Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln" und gibt im anschließenden Duett mit Artyom Wasnetsov als Osmin dem Aufseher über das Serail des Bassa Selim gehörig Kontra, wenn er sich mit behäbigem Bass über die Eigenständigkeit der europäischen Frauen beschwert. Auch als Dottore Bartolo punktet er kurz vor der Pause mit kraftvollem Bass, wenn er Rache an Figaro schwört, bevor er erfährt, dass es sich dabei um seinen eigenen Sohn handelt. Daegyun Jeong schlüpft anschließend in die Rolle des Grafen, die in der Dortmunder Inszenierung in der vergangenen Spielzeit von Mandla Mndebele interpretiert wurde. Jeong gestaltet die Arie mit profundem Bariton. Carl Rumstadt hat bereits in der letzten Spielzeit alternierend mit Ks. Morgan Moody die Partie des Figaro gesungen und glänzt auch an diesem Abend mit der berühmten Arie, in der er Cherubino zum Militär fortschickt. Don Giovanni (Carl Rumstadt) verführt Zerlina (Rosamund Thomas). Nach der Pause geht es dann mit Don Giovanni weiter. Carl Rumstadt gibt mit virilem Bariton und wunderbarem Spiel einen charmanten Verführer, der die naive Zerlina auf sein Schloss locken will. Rosamund Thomas lässt sich als Zerlina mit weichem Mezzosopran verführen. Anschließend hat Anna Sohn ihren großen Auftritt als Donna Anna, die Rache für die Ermordung ihres Vaters fordert und dafür ihren Geliebten Don Ottavio instrumentalisiert. Nach den relativ bekannten Werken hat Germeshausen auch zwei unbekannte Stücke ausgewählt, die relativ selten auf dem Spielplan stehen. Zunächst gibt es einen Auszug aus der Opera seria Mitridate, re di Ponto. Rosamund Thomas schwört in der Hosenrolle des Farnace Rache an seinem Vater Mitridate, weil dieser seinen Bruder vorzieht und obendrein alle drei die gleiche Frau lieben. Thomas gestaltet die Arie mit flexiblem Mezzosopran. Danach präsentiert Carl Rumstadt einen Auszug in Fantasiesprache aus dem frühen Singspiel Bastien und Bastienne, in dem der vermeintliche Zauberer Colas sein Zauberbuch nach einem Zauber befragt, der die Liebenden Bastien und Bastienne verbinden kann. Rumstadt begeistert hierbei mit herrlicher Komik. Den Abschluss bildet dann ein Block mit Auszügen aus der Zauberflöte. Sungho Kim startet als Prinz Tamino mit "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" und beschreibt dabei seine "Liebe auf den ersten Blick" in sauber ausgesungenen lyrischen Höhen. Ein Liebesduett hat Mozart dem Prinzen und Pamina nicht gewährt. Das singt sie mit seinem Begleiter Papageno, auch wenn die beiden dabei ihre Liebesgefühle nicht aufeinander beziehen. Anna Sohn punktet als Pamina mit strahlendem Sopran und findet stimmlich mit Daegyun Jeong als Papageno wunderbar zusammen. Aufhorchen lässt anschließend erneut Yeeun Yeo als Königin der Nacht mit der berühmten Arie "Der Hölle Rache". Hier sitzt wirklich jeder Spitzenton, den Yeo sauber aussingt. Auch die schnellen Läufe gelingen ihr absolut akkurat, so dass es im Anschluss frenetischen Beifall für die Darbietung gibt. Den Abschluss des offiziellen Programms bildet dann Papagenos "Ein Mädchen oder Weibchen", das Jeong voller Leidenschaft vorträgt. Die Dortmunder Philharmoniker finden unter der Leitung von Jordan de Souza für jede Mozartoper einen eigenen Klang, so dass man sich an diesem Abend hervorragend von der Vielseitigkeit des Komponisten überzeugen kann. Viermal Papageno und dreimal Papagena (von links: Sungho Kim, Carl Rumstadt, Rosamund Thomas, Jordan de Souza, Yeeun Yeo, Daegyun Jeong, Anna Sohn und Artyom Wasnetsov) Natürlich verlangt das Publikum auch an diesem Abend nach einer Zugabe, aber die Auswahl ist dieses Mal gar nicht so einfach. Was will man passend zum "Mozart-Programm" präsentieren, so dass alle sieben Solistinnen und Solisten zum Zuge kommen? Doch man macht aus der Not eine Tugend und aus dem berühmten Duett zwischen Papageno und Papagena ein Septett mit insgesamt drei Pagagenas und vier Papagenos. Zunächst beginnen Jeong und Thomas. Dann übernehmen Rumstadt und Yeo, und schließlich stimmen Sohn und Wasnetsov ein. Nur Kim muss mehr oder weniger alleine singen. Das alles wird vom Ensemble mit großem Spielwitz umgesetzt, und auch die Dortmunder Philharmoniker begeistern durch enorme Leichtigkeit. FAZIT Der Abend bietet eine großartige Reise durch das Opernschaffen Mozarts, wobei Germeshausen und de Souza in der Moderation interessante Einblicke in die unterschiedlichen Werke geben. Programm des Konzertes
Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte
Die Entführung aus dem Serail
Idomeneo
Le nozze di Figaro
Don Giovanni
Mitridate, re di Ponto
Bastien und Bastienne
Die Zauberflöte
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Moderation Dortmunder Philharmoniker
Solistinnen und Solisten
Anna Sohn, Sopran |
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