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Von Heldinnen und Helden
Von Thomas Molke / Fotos: © Stephan Schütze / Jan Heinze Oberbürgermeister Alexander Kalouti (Mitte) mit Dirk Rutenhofer (rechts) und Torben Seifert (links) (ganz rechts: Olivia Lee-Gundermann) Normalerweise leiten die Dortmunder Philharmoniker mit den alljährlichen Cityring Konzerten auf dem Friedensplatz die neue Spielzeit in Dortmund ein. Dieses Mal bilden sie den Abschluss der Saison und rahmen dieses Mal die abgelaufene Spielzeit ein. Grund dafür mag sein, dass die Sommerferien in NRW relativ spät beginnen und das Wetter Mitte Juli in der Regel besser ist als Anfang September. Aber es gibt auch andere Neuerungen. Mit dem neuen Oberbürgermeister Alexander Kalouti begrüßt der ehemalige Pressesprecher des Theater Dortmund das Publikum noch begeisterter und herzlicher, als es seinen beiden Vorgängern gelungen ist. Der neue Vorsitzende des Cityrings, Torben Seifert, hingegen wirkt bei seinem ersten Auftritt noch ein wenig nervös und kann noch nicht den Enthusiasmus und die Begeisterung verbreiten wie sein Vorgänger und Initiator der Cityring Konzerte Dirk Rutenhofer, der ein letztes Mal zur Begrüßung ebenfalls die Bühne betritt und auf seine herrlich lockere Art auch die Werbetrommel für die weiteren Veranstaltungen rührt. Für sein mittlerweile 10-jähriges Engagement wird er vom Oberbürgermeister zum Abschluss mit einem Präsent geehrt. Und in gewisser Weise kann auch die Eröffnung mit der berühmten 20th Century Fox Fanfare durch die Dortmunder Philharmoniker als ehrenvolle Auftrittsmusik für Rutenhofer gedeutet werden. Vivian Perkovic moderiert den Abend. Wie schon im September beginnen die Konzerte nicht mit einer Opern- sondern mit einer Konzertgala, die sich dieses Mal legendärer Filmmusik widmet. Langjährige Besucherinnen und Besucher mögen dabei mit ein bisschen Wehmut an die letzte Filmmusikgala mit Gabriel Feltz am 1. September 2024 zurückdenken. Mit großer Leidenschaft hat der im vergangenen Jahr viel zu früh verstorbene Feltz dabei eine unterhaltsame Zeitreise durch das Action-Kino gemacht. Nun widmet man sich "Heroes and Superheroes" des Kinos und hat für die Moderation Vivian Perkovic eingeladen, die viele Jahre beim WDR die Sendung "Funkhaus Europa" geleitet hat und mittlerweile als Gastgeberin der "Kulturzeit" auf 3Sat und beim Deutschlandradio Kultur Erfolge feiert. Anders als in den Jahren davor hat der Generalmusikdirektor Jordan de Souza die musikalische Leitung der Gala in die Hände seiner Kollegin, der 2. Kapellmeisterin Olivia Lee-Gundermann, gelegt, die nicht nur das Orchester mit sicherer Hand durch musikalische Höhepunkte des Kinos führt, sondern auch kostümtechnisch in verschiedene Rollen schlüpft. So dirigiert sie vor der Pause den "Superman March" von John Williams im Superman-Kostüm und tritt nach der Pause als Wonder Woman zur Titelmusik des gleichnamigen Films auf. Damit zeigt die ansonsten eher ruhig und besonnen wirkende Lee-Gundermann, dass sie durchaus Feuer besitzt. Olivia Lee-Gundermann im Superman-Kostüm mit den Dortmunder Philharmonikern Den Anfang macht ein Filmmusik-Klassiker, der einem Großteil des Publikums heute nicht mehr bekannt sein dürfte: Erich Wolfgang Korngolds Musik zu Robin Hood. Korngold, der in Europa bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten als Opernkomponist große Erfolge gefeiert hatte, sah in der Komposition von Filmmusik in den USA die Möglichkeit, aus Nazi-Deutschland zu emigrieren, und schuf 1938 für die Verfilmung mit Errol Flynn einen sinfonischen Klang, den man bis dahin im Kino nicht gekannt hatte und der die nachfolgenden Generationen prägen sollte. Für die Komposition wurde er auch mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet. Lee-Gundermann erweckt mit den Dortmunder Philharmonikern das Treiben von Robin Hoods "Merry Men" im Sherwood Forest zu neuem Leben und macht deutlich, dass die Musik inhaltlich viel mehr transportiert als eine bloße Untermalung. Am meisten beeinflusst wurde von Korngolds Musik wohl John Williams, der für zahlreiche Blockbuster in den kommenden Jahrzehnten legendäre Filmmusik schuf. Neben dem "Superman March" erklingt von ihm auch noch Peter Pans "Flight to Neverland" aus Steven Spielbergs Hook mit Dustin Hoffman in der Titelrolle und Robin Williams als Peter Pan. Natürlich darf bei einer Filmmusikgala auch Hans Zimmer nicht fehlen. Er schuf unter anderem die Musik zu The Da Vinci Code - Sacrileg, der Verfilmung des 2003 von Dan Brown veröffentlichten Thrillers Sakrileg mit Tom Hanks und Audrey Tautou in den Hauptrollen. Auch hier arbeitet Lee-Gundermann mit den Dortmunder Philharmonikern filigran heraus, wie individuell Zimmer für einzelne Instrumente komponiert hat, ein Aspekt, der beim bloßen Ansehen des Films vielleicht untergehen könnte. So kann man sich aber ganz ohne ablenkende Bilder auf die großartige Musik konzentrieren. Bei John Barrys Suite aus Dances With Wolves mit Kevin Kostner scheint es kleinere technische Probleme mit der Lautsprecheranlage zu geben. So wird der musikalische Genuss von einigen Knackgeräuschen gestört, die zu Beginn noch als Pferdegetrappel interpretiert werden können. Olivia Lee-Gundermann als Captain Jack Sparrow mit den Dortmunder Philharmonikern Nach der Pause folgen noch zwei Blöcke, die die "Hope Suite" aus Rogue One (a Star Wars Story) einrahmen. Michael Giacchino musste kurzfristig für Alexandre Desplat für die Komposition der Filmmusik einspringen, da dieser in einem anderen Projekt gebunden war. Dabei schuf Giacchino einen orchestralen Klang, der in der Kategorie "Beste Musik" zumindest nominiert wurde. Lee-Gundermann begründet es mit der Tatsache, dass die Musik einerseits eine gewisse Nähe zum Star Wars-Thema erkennen lässt, andererseits aber mit einzelnen Instrumenten ganz eigene Akzente setzt. Auch das arbeitet sie mit den Dortmunder Philharmonikern deutlich heraus. Im zweiten Block darf das Publikum dann in Nostalgie schwelgen, wenn zunächst das berühmte Thema aus Miss Marple, dann ein Medley aus dem Star Trek-Universum und schließlich die Musik aus Indiana Jones und der Tempel des Todes erklingt. Wieso man sich dazwischen für das eher unbekannte "Obliviate and Dragon Flight" aus dem letzten Harry-Potter-Film entscheidet und nicht auf das wesentlich bekanntere Hauptthema setzt, bleibt unklar, schmälert den Genuss aber keineswegs. Für die Zugabe hat sich Lee-Gundermann noch etwas Besonderes ausgedacht. Da tritt sie als Jack Sparrow auf und präsentiert das Thema aus Pirates of the Caribbean. Das Publikum feiert sie und die Dortmunder Philharmoniker mit großem Jubel. FAZIT Der Abend bietet etwas Nostalgie und einiges Unbekanntes und lädt dazu in, Kinomusik nicht nur als Untermalung von Bildern zu betrachten. Programm des Konzertes Alfred Newman: 20th Century Fox Fanfare Erich Wolfgang Korngold: Robin Hood - Battle, Victory and Epilogue John Barry: Dances With Wolves (Der mit dem Wolf tanzt) - Suite Howard Shore: Lord of the Rings - Sinfonische Suite Hans Zimmer: The Da Vinci Code. Sakrileg - Chevaliers de Sangreal
John Williams: Rupert Gregson-Williams: Wonder Woman - Main Title James Horner: Apollo 13 - Main Title Michael Kamen: Highlander - Suite Hans Zimmer: Pearl Harbour - Suite Michael Giacchino: Rogue One (a Star Wars Story) - Jyn Erso and Hope Suite Ron Goodwin: Murder She Said (16 Uhr 50 ab Paddington) - Main Title Jerry Goldsmith: Star Trek - Medley Alexandre Desplat: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Obliviate and Dragon Flight John Williams: Indiana Jones und der Tempel des Todes - End Credits
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Moderation Dortmunder Philharmoniker
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