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3. Konzert Deep Dive
Eintauchen in Mozarts g-Moll Sinfonie


Aufführungsdauer: ca. 1 h 50' (eine Pause)

Aufführung am 30. März 2026, 19.00 Uhr
Großer Saal im Konzerthaus Dortmund



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Tiefe Einblicke in Mozarts g-Moll-Sinfonie

Von Thomas Molke / Foto: © Jonas Fromme

Seit Beginn der Spielzeit hat Jordan de Souza die Position des Generalmusikdirektors der Dortmunder Philharmoniker übernommen und sich dem Publikum nicht nur im Bereich der Oper, des Balletts und der Philharmonischen Konzerte als hervorragender Leiter des Orchesters empfohlen. Er hat auch ein neues Format entwickelt, das sich beim Publikum sehr großer Beliebtheit erfreut. Unter dem Titel Deep Dive taucht er gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern und dem Publikum in bekannte Werke der klassischen Musik ein und vermittelt den Menschen im Saal ein ganz neues Hörerlebnis. Im dritten und letzten Konzert dieser Spielzeit ist die Wahl auf Mozarts große Sinfonie Nr. 40 -Moll gefallen, deren musikalisches Thema vielen zumindest als beliebter Klingelton auf Handys bekannt sein dürfte. De Souza begründet seine besondere Beziehung zu dieser Sinfonie unter anderem damit, dass sie am 25. Juli 1788, auf den Tag genau 200 Jahre vor seinem Geburtstag, vollendet worden sei.

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Jordan de Souza mit den Dortmunder Philharmonikern

Im Teil vor der Pause gibt er in einer guten Schulstunde von rund 45 Minuten unter dem Titel "Mozarts g-Moll-Sinfonie hören" einen ersten Einblick in das Werk. Das klingt zunächst wesentlich theoretischer und trockener, als es von de Souza umgesetzt wird. Zunächst präsentiert er mit den Dortmunder Philharmonikern das berühmte Thema des ersten Satzes, damit quasi jeder im Publikum weiß: "Ach ja, das kenne ich." Dann widmet er sich der Tonart und arbeitet heraus, dass g-Moll eine sehr dunkle Tonart ist. Dabei präsentiert er an bekannten Beispielen anderer Tonarten, welchen Einfluss sie jeweils auf die Stimmung haben, und bringt das Publikum beinahe soweit, gesanglich ins berühmte "Halleluja" von Händels Messias einzustimmen. Überhaupt wird die Publikumsbeteiligung bei diesem Format sehr groß geschrieben. So weist er das Publikum auf einen tiefen Seufzer hin, der Mozarts Sinfonie durchzieht und lässt alle im Publikum zunächst tief ein- und dann nach Belieben laut ausatmen, um diese Stimmung dann in zwei Tönen des Werkes wieder aufzuzeigen.

Die Dortmunder Philharmoniker erweisen sich dabei als kongenialer Partner und lassen die einzelnen Stimmen dabei separat erklingen, zunächst die ersten Geigen, dann die zweiten Geigen und schließlich die Basslinie, bevor die Bratschen zum nervösen Schwirren einsetzen und die Holzbläser ebenfalls eine unruhige Variante hineinbringen. Das klingt im Zusammenspiel alles völlig lieblich und harmlos. Bei der Auffächerung wird die Unruhe und Dunkelheit darin aber deutlich. Auch den Variationsreichtum des Themas macht de Souza sehr anschaulich deutlich, indem er das Publikum die bekannte Melodie singen lässt und darunter verschiedene Variationen am Klavier legt. So folgt man als Publikum gebannt den stets humorvoll gehaltenen Ausführungen, an denen auch das Orchester augenscheinlich seinen Spaß hat. Als es kurz vor dem Ende nicht weiß, welche Passage de Souza jetzt genau hören möchte, und nicht zum Spielen ansetzt, bemerkt de Souza selbstironisch: "Da sehen Sie einmal, was ein Dirigent ohne sein Orchester ist."

Während de Souza sich bei den Erläuterungen zum zweiten Satz relativ kurz fasst, gibt es für das Publikum im dritten Satz wieder eine gewisse Herausforderung. Hier will de Souza zeigen, wie unterschiedliche Rhythmen beim Menuetto, das normalerweise einen höfischen Charakter hat, hier übereinander gelegt werden, und demonstriert dies, indem er das Publikum in einen "Klatsch-Kanon" einteilt. Die eine Hälfte untermalt einen Dreiviertel-Takt, während die andere Hälfte auf jedem ungeraden Schlag klatschen soll. Nachdem das zunächst trocken eingeübt worden ist, lässt er das Orchester dazu spielen. Das führt zwar zu leichtem Chaos, wird aber von de Souza sehr humorvoll mit den Worten kommentiert, dass das extrem kompliziert und genial von Mozart komponiert worden sei. Auch im letzten Satz arbeitet er eindrucksvoll die Brüche in der Musik heraus, bevor er das Publikum erwartungsvoll in die Pause entlässt, weil natürlich nun alle besonders darauf brennen, die Sinfonie nach der Pause in Gänze zu hören, nachdem man in so viele Details eingetaucht ist.

Das entwickelt sich dann zu einem großartigen Klangerlebnis. Mit großer Spannung und dem Gefühl von einem größeren Verständnis lauscht man den frisch aufspielenden Dortmunder Philharmonikern, die de Souza mit Präzision durch dieses großartige Werk lenkt. Viel intensiver erlebt man die versteckten Dissonanzen, die von der wunderbar leicht klingenden Melodie überdeckt werden. Nach dem bewegenden Molto allegro bietet der zweite Satz mit dem Andante einen kleinen Moment der Ruhe, in dem man in eine traumverlorene Atmosphäre eintaucht, aus der man mit dem recht ungewöhnlichen Menuetto des dritten Satzes nahezu rüde geweckt wird. Alles gipfelt dann im fulminanten Allegro assai im vierten Satz. Das Publikum feiert de Souza und die Dortmunder Philharmoniker für diesen Abend mit stehendem Applaus.

FAZIT

Jordan de Souza hat ein wunderbares Format entwickelt, dem Publikum auch für allseits bekannte Werke ein noch tieferes Verständnis zu vermitteln und sie intensiver erleben zu lassen.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Jordan de Souza

Dortmunder Philharmoniker

 

Werk

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 40 g-Moll, KV 550
I. Molto allegro
II. Andante
III. Menuetto, Allegro
IV. Allegro assai


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Dortmund
(Homepage)



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