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Musikfestspiele
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Händel-Festspiele 2026
in Halle (Saale)

05.06.2026 - 14.06.2026


Von Thomas Molke / © Anna Kolata

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Florian Amort bei der Präsentation des Programms der Händel-Festspiele

10 Tage beträgt in diesem Jahr die Lücke, bevor nach dem Ende der Internationalen Händel-Festspiele in Göttingen die Feierlichkeiten in Händels Geburtsstadt Halle an der Saale mit den Händel-Festspielen weitergehen und man an "authentischen Händel-Orten" das wohl größte Musikfest in Sachsen-Anhalt erleben kann. Nachdem im vergangenen Jahr das Festival von dem unerwarteten Tod des Festspielintendanten und Direktors der Stiftung Händel Haus, Dr. Bernd Feuchtner, überschattet war, hat Florian Amort nun offiziell die Position des Intendanten übernommen und die Festspiele unter das Motto "Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher" gestellt. In mehr als 80 Veranstaltungen an 27 Spielorten richten die Festspiele damit den Blick auf historische Männlichkeitsbilder bei Händel und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart. Neben zehn Opern, drei Oratorien und zahlreichen Konzerten setzt das Festival mit gleich drei neuen Sparten auf Öffnung für neue Zielgruppen.

Den Anfang macht in diesem Jahr eine Neuproduktion von Händels Rinaldo in der Oper Halle. Mit diesem Werk legte Händel 1711 den Grundstein für seine beispiellose Opernkarriere in London. Mit einer Musik voll Liebe, Wut und Leidenschaft und einer fantastischen Szenerie mit feuerspeienden Monstern und blühenden Zaubergärten entführt er in die Welt des Kreuzritters Rinaldo und der Zauberin Armida, die die Kreuzritter von der Eroberung Jerusalems abhalten will und Rinaldos Geliebte Almirena entführt. Almirenas berühmte Arie "Lascia ch'io pianga" hatte Händel zwar schon Jahre zuvor als rein instrumentale Sarabande für seine erste Oper Almira komponiert und später in seinem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno mit anderem Text verwendet. Sie gelangte allerdings erst durch Rinaldo zu Weltruhm. Die Premiere findet am 5. Juni 2026 um 19.00 Uhr in der Oper Halle statt. In der Titelpartie ist Christopher Lowrey zu erleben. Vanessa Waldhart übernimmt die Partie der Zauberin Armida, und Franziska Krötenheerdt darf als Almirena neben anderen musikalischen Höhepunkten die erwähnte Arie zum Besten geben. Für die Inszenierung zeichnet der Intendant der Oper Halle Walter Sutcliffe verantwortlich. Die musikalische Leitung des Händelfestspielorchesters liegt in den Händen von Michael Hofstetter. (Weitere Aufführungen: 7. und 14. Juni 2026 jeweils um 15.00 Uhr und 12. Juni 2026 um 19.00 Uhr)

Als Wiederaufnahme der Oper Halle steht am 10. und 13. Juni 2026 jeweils um 19.30 Uhr Agrippina in der Inszenierung von Walter Sutcliffe aus dem vergangenen Jahr auf dem Programm (siehe auch unsere Rezension aus dem letzten Jahr). Die Besetzung ist unter anderem mit Ks. Romelia Lichtenstein in der Titelpartie, Leandro Marziotte als ihr Sohn Nerone, Ki-Hyun Park als Claudio, Vanessa Waldhart als Poppea und Christopher Ainslee als Ottone die gleiche wie im Vorjahr. Auch das Händelfestspielorchester wird bei dieser Produktion wieder von Laurence Cummings geleitet.

Das pittoreske Goethe-Theater Bad Lauchstädt, das mittlerweile seit über 50 Jahren als historische Spielstätte zu den Aufführungsorten für die Festspiele gehört, präsentiert in diesem Jahr gleich drei Produktionen des Mailänder Marionettentheaters Carlo Colla & Figli, die bereits vor einigen Jahren hier zu erleben waren. Den Anfang macht am 6. Juni 2026 um 14.00 Uhr die Wiederaufnahme von Rinaldo. Diese Produktion stand zuletzt 2011 auf dem Programm (siehe auch unsere Rezension zur Wiederaufnahme in Karlsruhe von 2014). Es folgt einen Tag später um die gleiche Zeit Giustino. Die Oper war bereits 2017 zu erleben (siehe auch unsere Rezension von 2017). Den Abschluss bildet am 8. Juni 2026 ebenfalls um 14.00 Uhr die Wiederaufnahme von Ariodante aus dem Jahr 2022 (siehe auch unsere Rezension von 2022). Die musikalische Leitung der lautten compagney Berlin übernimmt bei allen drei Produktionen Wolfgang Katschner.

Als konzertante Aufführungen folgen dann noch:
- Ariodante am 9. Juni 2026 um 18.00 Uhr in der Konzerthalle Ulrichskirche mit Magdalena Kozena in der Titelpartie und La Cetra Barockorchester Basel unter der Leitung von Andrea Marcon,
- Radamisto am 11. Juni 2026 um 19.00 Uhr in der Georg-Friedrich-Händel-Halle mit Max Emanuel Cenčić in der Titelpartie und dem Wrocław Baroque Orchestra unter der Leitung von Benjamin Bayl und
- die Serenata Aci, Galatea e Polifemo am 12. Juni 2026 um 19.00 Uhr in der Georg-Friedrich-Händel-Halle mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von René Jacobs, der mit dem diesjährigen Händel-Preis ausgezeichnet wird .

Außerdem stehen auch noch Werke von anderen Komponistinnen und Komponisten konzertant auf dem Programm. Am 6. Juni 2026 gibt es um 19.00 Uhr in der Georg-Friedrich-Händel-Halle die Opera drammatica Talestri, regina delle Amazzoni von Maria Antonia Walpurgis. Begleitet wird die Aufführung vom Händelfestspielorchester unter der Leitung von Attilio Cremonesi. Am 11. Juni 2026 folgt dann noch um 11.00 Uhr im Festsaal Leopoldina The Dragon of Wantley von Johann Friedrich Lampe.

Neben dem obligatorischen Messiah am 14. Juni 2026 um 19.00 Uhr, dieses Mal in der Marktkirche Unser lieben Frauen zu Halle, sind noch folgende Oratorien zu erleben:
- L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato am 8. Juni 2026 um 19.30 Uhr im Dom zu Halle und
- Judas Maccabaeus am 10. Juni 2026 um 18.00 Uhr in der Marktkirche Unser lieben Frauen zu Halle.

Hinzu kommen zahlreiche Konzerte mit renommierten Stars der Barockszene und drei weitere neue Sparten. Mit "Händel NOW" werden genreübergreifende Formate im Stadtraum gebündelt, die unter anderem Wandelkonzerte im Botanischen Garten beinhalten. "Händel NEXT" richtet sich mit Musiktheater, Workshops und einem Familien-Fest im Händel-Haus an Besucherinnen und Besucher jeder Altersgruppe. "Händel LAB" bietet eine Plattform für künstlerische Experimente, Wissenschaft und Vermittlung. Auch die "BRIDGES" kehren in konzeptionell erweiterter Form zurück.

Anstelle des traditionellen Open-Air-Konzertes in der Galgenbergschlucht mit Feuerwerk am Ende der Festspiele gibt es in diesem Jahr zur Eröffnung ein dreitägiges Fest auf dem Marktplatz. Neben Veranstaltungen auf der Bühne von diversen Gruppierungen gibt es unter dem Titel "In Halle Veritas - Musik und Wein für (H)alle" Verköstigungen von Winzerinnen und Winzern der Region, die zum Verweilen auf dem Marktplatz einladen.

Das komplette Programm finden Sie hier.

 


 

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