Zur OMM-Homepage Zur OMM-Homepage Veranstaltungen & Kritiken
Musikfestspiele
Zur OMM-Homepage Zur Festspiel-Startseite E-Mail Impressum



Rossini Opera Festival

Pesaro
10.08.2025 - 22.08.2025


Concerto di Belcanto

Marko Mimica, Bass
Marcos Madrigal, Pianoforte

Musik von Vincenzo Bellini, Gioachino Rossini, Jacques Ibert, Antonín Dvořák, Modest Musorgskij und Sergej Rachmaninov

In
diversen Sprachen

Aufführungsdauer: ca. 1 h 20' (eine Pause)

Aufführung im Teatro Rossini in Pesaro am 14. August 2025


Homepage

 

Rossini Opera Festival

Homepage

 

Vom italienischen zum slawischen Belcanto

Von Thomas Molke / Fotos: © Studio Amati Bacciardi (Rossini Opera Festival)

Der 1987 in Split geborene Bass-Bariton Marko Mimica kann seit seinem Auftritt als Lord Sidney bei der alljährlichen Produktion von Rossinis Il viaggio a Reims der Accademia Rossiniana beim Rossini Opera Festival in Pesaro 2014 nicht nur auf eine große Karriere zurückblicken, die ihn in den vergangenen Jahren an zahlreiche namhafte Opernhäuser der ganzen Welt geführt hat. Er eröffnet auch beim Festival in diesem Jahr die beliebte Recital-Reihe, die unter dem Namen Concerti di Belcanto läuft, und zwar einen Tag, nachdem er die Partie des Polidoro in Rossinis Zelmira im Auditorium Scavolini präsentiert hat. Während diese Reihe in früheren Jahren in der Regel im Auditorium Pedrotti stattgefunden hat, hat man in diesem Jahr das Teatro Rossini als Veranstaltungsort gewählt, vielleicht in der Absicht, mehr Plätze anbieten zu können. Mimica macht dabei einen Streifzug durch zahlreiche Länder, der mit klassischem Belcanto beginnt und dann mit eher unbekannteren Nummern fortgesetzt wird.

Bild zum Vergrößern

Marko Mimica mit Marcos Madrigal am Pianoforte

Zunächst schlüpft Mimica in die Rolle des Grafen Rodolfo aus Bellinis Oper La sonnambula. Diese Partie hat er zuletzt szenisch an der Opéra Royal de Wallonie in Liège verkörpert. In der großen Kavatine des ersten Aktes "Vi ravviso, o luoghi ameni" zeigt er sich voller sentimentaler Erinnerungen, als Rodolfo nach langer Abwesenheit in seine Heimat zurückkehrt, dort auf die mittellose Amina trifft und mit seiner Schmeichelei die Eifersucht ihres Bräutigams Elvino auslöst. Mimica legt die Nummer mit samtig fließenden Bögen an. Es folgt die große Arie des Alidoro "Là del ciel nell' arcano profondo", die Rossini bei späteren Aufführungen gegen eine frühere Arie austauschte, die ein Kollege für Rossini komponiert hatte. Auch hier begeistert Mimica mit sauberer Stimmführung und markant angesetzten Spitzentönen.

Nach einem kurzen Auszug aus Rossinis Péchés de vieillesse, bei dem Marcos Madrigal am Pianoforte unter Beweis stellt, dass er nicht nur Mimica hervorragend begleiten kann und der Mimica eine erste kurze Verschnaufpause bietet, präsentiert Mimica vier Chansons des französischen Komponisten Jacques Ibert. Neben einigen Opern hat Ibert auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts annähernd 60 Filmmusiken komponiert, unter anderem 1933 Don Quichotte für den russischen Bass Fjodor Shaljapin in der Titelpartie. Mimica arbeitet die Melancholie der Figur sehr eindringlich heraus.

Bild zum Vergrößern

Schlussapplaus: Marko Mimica (rechts) und Marcos Madrigal (links)

Anschließend wendet er sich dem slawischen Repertoire zu, zu dem er auch in der Diktion eine besondere Affinität zeigt. Zunächst präsentiert er vier biblische Lieder von Antonín Dvořák, die dieser am Ende des 19. Jahrhunderts komponiert hat und begeistert mit einfühlsamer Interpretation und weicher Stimmführung. Dann folgen vier Nummern aus Modest Musorgskijs Liederzyklus Lieder und Tänze des Todes, mit deren Interpretation Mimica das Publikum ganz besonders begeistert. Den Abschluss bildet dann die Kavatine des Aleko aus der gleichnamigen Oper von Sergej Rachmaninov, "Ves' tabor spit". Auch sie legt Mimica in einer sehr intensiven Interpretation mit weicher Stimmführung an, so dass es vom Publikum großen Applaus gibt. Dazwischen zeigt Madrigal mit "Hachis romantique" aus Rossinis Péchés de vieillesse noch einmal sein großartiges Talent am Pianoforte und schwebt dabei regelrecht über die Tasten.

Als Zugabe macht Mimica noch einen Ausflug in die spanische Zarzuela und präsentiert ein Lied des Troubadours Manacor aus El niño judío von Pablo Luna. Das Publikum bedankt sich für ein absolut kurzweiliges Konzert, in dem Mimica auch seine hervorragenden Qualitäten als Liedinterpret beweist, mit großem Beifall.

FAZIT

Mimica zeigt in diesem Belcanto-Konzert seine Vielseitigkeit, die vor allem im slawischen Bereich mit enormer Ausdruckskraft überzeugt.

Weitere Rezensionen zu dem Rossini Opera Festival 2025



Ihre Meinung ?
Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Ausführende

Marko Mimica, Bass

Marcos Madrigal, Pianoforte


Werke

Vincenzo Bellini
La sonnambula
Szene und Kavatine des Rodolfo
"Vi ravviso, o luoghi ameni

Gioachino Rossini
La Cenerentola
Arie des Alidoro
"Là del ciel nell' arcano profondo"

Péchés de vieillesse, Vol. VI
Album pour les enfants adolescents
9. "La lagune de Venise à
l'expiration de l'année 1861!!!"

Jacques Ibert
Chansons aus Don Quichotte
"Chanson du départ"
"Chanson à Dulcinée"
"Chanson du Duc"
"Chanson de la mort de Don Quichotte"

Antonín Dvořák
Biblické písne Op. 99, B. 185
1. "Oblak a mrákota jest vukol neho"
4. "Hospodin jest muj pastyr"
6. "Slys, o Boze, voláni mé"
10. "Zpívejte Hospodinu písen novou

Gioachino Rossini
Péchés de vieillesse, Vol VI
Album pour les enfants adolescents
12. "Hachis romantique"

Modest Musorgskij
Lieder und Tänze des Todes
"Ninna Nanna"
"Serenata"
"Trepak"
"Il condottiero"

Sergej Rachmaninov
Aleko
Kavatine des Aleko
"Ves' tabor spit"
 


Zur Homepage vom
Rossini Opera Festival




Da capo al Fine

Zur OMM-Homepage Zur Festspiel-Startseite E-Mail Impressum

© 2025 - Online Musik Magazin
http://www.omm.de

- Fine -