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Macbeth

Melodramma  in 4 Akten
Libretto von Francesco Maria Piave unter Mitarbeit von Andrea Maffei nach der Tragödie Macbeth von William Shakespeare (um 1606)
Musik von Giuseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Dauer: 3 Stunden – eine Pause

Besuchte Aufführung im Rahmen des Verdi-Schwerpunktes 2013 am 26. November 2013
(Premiere am 12. Juni 2011)


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Deutsche Oper Berlin
(Homepage)
Bilder einer Diktatur

Von Christoph Wurzel / Foto:
Bettina Stöß

Wird in Otello der Krieger herausgestellt, so ist es in  Macbeth der Diktator. Das düstere mittelalterliche Schottland wird hier zu einer nicht minder finsteren Diktatur irgendwie zwischen Pinochet und Ceaușescu; da hat sich die Regie am Ende der 90er Jahre nicht festgelegt, als diese Inszenierung ursprünglich an der Oper Köln herauskam. Robert Carsen erzählt mit großer Intensität einen Politkrimi vom Aufstieg und Fall des Diktators Macbeth, wie er nach dem Mord an Duncan seinen Konkurrenten Banquo eiskalt in dessen Büro ermorden und wie sich nach seiner Niederwerfung am Schluss Malcolm als neuer Potentat huldigen lässt - die Uniform ist gleich geblieben und die Stiefel auch. Fragt sich allerdings, ob Verdi dies auch so gemeint hat. Das Libretto jedenfalls legt nahe, dass Duncans Sohn die legitime Herrschaft wiederherstellt.

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4. Akt: „Geknechtetes Vaterland“

Wie aber Macbeth’s Stiefel jedenfalls das Volk knechten, zeigt die wohl am meisten beklemmende Szene dieser Inszenierung, wenn zu Beginn des 4. Akts das schottische Volk die Fotos seiner verschollenen Mütter, Väter und Kinder anklagend an die Mauer heftet, die mit Blut beschmiert während der gesamten Zeit als Symbol der Zwangsherrschaft die Szene bestimmt (Bühnenbild: Radu Boruzescu). Vor dieser Mauer bricht dann auch die Lady selbst im Wahnsinn zusammen, die hier von der Ukrainerin Liudmyla Monastyrska mit enormer Expressivität gesungen wurde. In ihrer ersten Arie trug sie darstellerisch noch ein bisschen dick auf, wie sie die Machtgier bis zur Hysterie steigerte, aber die Szene im 4. Akt gelang ihr überzeugend. Ihre gestochen scharfen Koloraturen beeindruckten enorm. Und wie Verdi es gefordert hatte, erschöpfte sich ihr Gesang nicht im Schönen, sondern sie legte auch ein Quäntchen Bosheit in ihre Stimme. Eher blass dagegen blieb Thomas Johannes Mayer in der Titelpartie, aber Macbeth greift ja auch mehr von seiner Frau getrieben nach der Macht als aus eigenem Antrieb. Entsprechend heftig packt ihn auch die Erscheinung von Baquos Geist, der hier während eines Festes auftaucht, aber nur für Macbeth sichtbar wird. So effektvoll dabei auch die Lichtregie arbeitet, so wenig einleuchtend bleibt es doch, da alle Übrigen zwar Macbeths Verstörung bemerken, dann aber zur Tagesordnung übergehen. Ante Jerkunica war ein stimmlich starker Banquo. Glänzend das Orchester an diesem Abend unter Paolo Arrivabeni, der es an Dramatik nicht mangeln ließ und auch die Chöre bestens führte.

Weitere Rezensionen zum Verdi-Schwerpunkt 2013


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Paolo Arrivabeni

Inszenierung
Robert Carsen

Bühne
Radu Boruzescu

Kostüme
Miruna Boruzescu

Spielleitung
Günther Kittler

Licht
Manfred Voss

Chöre
William Spaulding

 

Orchester der
Deutschen Oper Berlin

Chor der
Deutschen Oper Berlin

Statisterie der
Deutschen Oper Berlin

 

Solisten

Macbeth
Thomas Johannes Mayer

Banquo
Ante Jerkunica

Lady Macbeth
Liudmyla Monastryrska

Kammerfrau der Lady
Fionnuala McCarthy

Macduff
Yosep Kang

Malcom
Clemens Bieber

Diener / Arzt / Herold /
1. Erscheinung
Andrew Harris

2. Erscheinung
Fionnuala McCarthy

3. Erscheinung
Conrad Friedrich


Weitere
Informationen

erhalten Sie von der
Deutschen Oper Berlin
(Homepage)



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