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La Traviata

Melodramma  in 3 Akten
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel La dame au camélias  von Alexandre Dumas d.J. (1852)
Musik von Giuseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Dauer: 2 ¾  Stunden – eine Pause

Besuchte Aufführung im Rahmen des Verdi-Schwerpunktes 2013 am 4. Dezember 2013
(Premiere am 30. November 1999)


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Deutsche Oper Berlin
(Homepage)
Perfekt

Von Christoph Wurzel / Foto:
Bernd Uhlig

Götz Friedrichs Inszenierung von La Traviata zeigt das Schicksal Violetta Valerys mit großer Empathie, fast schon wie ein Requiem im Rückblick auf ein zwar materiell luxuriöses, menschlich aber entleertes Leben. Wie gerade gestorben wirkt die Protagonistin, die man zum Vorspiel des 1. Aktes im Halbdunkel eines edlen Salons auf einem Sofa liegen sieht. Sie ist mit einem Laken bedeckt und ein Diener steht in regungsloser Andacht beiseite. Zu den sphärischen Klängen der Musik stellt sich für einen Moment  Todesahnung ein. Aber Violetta hat nur geruht, und jäh beginnt das glamouröse  Treiben des 1. Aktes. Von diesem Kontrast wird man wirklich gepackt. Mit untrüglichem Gespür für die  richtige Geste und in einem bis ins Detail genau gebauten Raum, der mit leicht variiertem Interieur stets derselbe Salon bleibt (Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann / Kostüme: Klaus Bruns), entwarf Götz Friedrich seinerzeit ein psychologisch ausgefeiltes Spiel, das auch in der aktuellen (115.) Aufführung von der inzwischen mehrfach gewechselten Besetzung präzise umgesetzt wurde, als wäre es die Premiere. Opulent sind die Chorszenen arrangiert, besonders attraktiv das Fest bei Flora Bervoix in dezent erotisierter Atmosphäre. Und im dritten Akt nimmt das Erschienen venezianischer Masken hinter den großen Flügelfenstern  das Todesmotiv bildlich wieder auf. Unter den zahlreichen eindrücklichen Bildern bleibt eines am meisten haften - wie Violetta zum Abschied von Alfredo vor ihrem überstürzten Aufbruch nach Paris einfach nur ihre Arme ausbreitet: Alfredo, quant’io t’amo... Addio...

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Violettas Abschied vom Leben im 3. Akt

Sängerisch war diese Aufführung prachtvoll. Ailyn Perez war eine ebenso zarte wie würdevoll gefasste Violetta, intensiv, aber kontrolliert in der Darstellung ihrer Emotionen. Für ihre makellose sängerische Leistung erntete sie zu Recht Ovationen. Mit Stephen Costello als Alfredo war einer der großen Tenorhoffnungen der Gegenwart im italienischen Fach zu erleben, und er enttäuschte nicht. Ein echter Senior im Verdifach und wahre Verdiinstanz gab den Vater Germont: Leo Nucci, stimmlich immer noch  von außergewöhnlichem Format.  Er spielte im 2. Akt mit größter Intensität den unerbittlichen, konservativen Verfechter moralischer Konvention und im 3. Akt ebenso glaubwürdig den reumütigen, mitfühlenden Vater. Mit großer Bühnenpräsenz und geradezu verführerischem Mezzo gefiel ganz außerordentlich die junge Christina Sidak, Stipendiatin des Förderkreises der Deutschen Oper, als Flora Bervoix. Der Chor war in dieser Aufführung bestens in Form und Gérard Korsten leitete das vorzüglich spielende Orchester äußerst sensibel für die filigranen Klänge (und tapfer gegen die ignoranten Huster) dazu mit blühender Emphase in den festlichen Klängen.

Weitere Rezensionen zum Verdi-Schwerpunkt 2013


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Gérard Korsten

Inszenierung
Götz Friedrich

Co-Regie
Knut Sommer

Bühne
Frank Philipp Schlößmann

Kostüme
Klaus Bruns

Licht
Ulrich Niepel

Spielleitung
Gerlinde Pelkowski

Chöre
Thomas Richter

Choreografische Mitarbeit
Klaus Beelitz

 

Orchester der
Deutschen Oper Berlin

Chor der
Deutschen Oper Berlin

 

Solisten

Violetta Valéry
Ailyn Pérez

Alfredo Germont
Stephen Costello

Giorgio Germont
Leo Nucci

Flora Bervoix
Christina Sidak

Annina
Alexandra Hutton

Gaston
Gideon Poppe

Baron Douphol
Stephen Bronk

Marquis von Obigny
Andrew Harris

Doktor Grenvil
Ben Wagner

Giuseppe, Violettas Diener
Paul Kaufmann

Ein Bote
Stephen Barchi


Diener bei Flora
Holger Geberding


Weitere
Informationen

erhalten Sie von der
Deutschen Oper Berlin
(Homepage)



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