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Fly Me to the Moon

Ein Swing-Abend
Arrangements von Andres Reukauf und Roger Jannotta

Aufführungsdauer: ca. 2 h 10' (eine Pause)

Premiere im Theater Hagen am 1. Dezember 2012
(rezensierte Aufführung: 04.01.2013)


Logo: Theater Hagen

Theater Hagen
(Homepage)
Unterhaltsames Potpourri mit Herz und Gefühl

Von Thomas Molke / Fotos von Stefan Kühle (Rechte Theater Hagen)

In der vergangenen Spielzeit erklangen im Rahmen der Festwoche zum 100. Geburtstag des Theater Hagen unsterbliche Hits wie "Strangers in the Night", "Fly Me to the Moon" und "New York, New York", die Andres Reukauf für Solisten des Ensembles und das Philharmonische Orchester Hagen arrangiert hatte. Diese bunte Revue erzielte beim Publikum einen so überwältigenden Erfolg, dass man sich am Theater Hagen entschloss, diese einmalige Produktion zu einer abendfüllenden Show zu erweitern, die alle Elemente enthält, die zu einem lässigen Swing-Abend gehören. Und die Rechnung ist aufgegangen. Erneut hat das Theater Hagen eine Vorstellung im Repertoire, bei der man auch bei der vierten Aufführung stolz das Schild "Ausverkauft" präsentieren kann.

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"Sing, Sing, Sing": von links nach rechts: Marilyn Bennett, Jeffery Krueger, Tanja Schun, Orlando Mason, Jaclyn Bermudez und Raymond Ayers, im Hintergrund: Steffen Müller-Gabriel mit dem Philharmonischen Orchester Hagen

Das Bühnenbild von Jan Bammes lässt eine Show aus vergangener Zeit wieder auferstehen. Inmitten dreier beleuchtbarer Showtreppen sitzt das Philharmonische Orchester Hagen und lässt unter der Leitung von Steffen Müller-Gabriel nach einem etwas braven Start zu "In the Mood" einen flotten, frechen Swing-Rhythmus entstehen, der das Publikum kaum auf den Sitzen hält. Während in Videoprojektionen auf der Rückwand mal die Skyline von New York abgebildet wird oder ein blauer Sternenhimmel zum Flug auf den Mond einlädt, präsentieren die Solisten in glamourösen Abendkleidern und stilvollen Smokings (Kostüme: Christiane Luz) amerikanische Songs von den ausgehenden 20ern bis zu den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Songs lässt sich in der Abfolge allerdings nicht erkennen. Auch die Moderation von Marilyn Bennett wird nur sehr spärlich eingesetzt, da die genaue Reihenfolge der Songs mit umfangreichen Informationen im Programmheft zu finden ist.

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"You Could Drive a Person Crazy": von links nach rechts: Marilyn Bennett, Tanja Schun und Jaclyn Bermudez, im Hintergrund: Steffen Müller-Gabriel und das Philharmonische Orchester Hagen

Zu Beginn der Show tritt Bennett im schicken Pelz vor den Vorhang und erzählt dem Publikum von den großen Zeiten der Bigbands und den Tanzsälen in Amerika, während hinter dem Vorhang das Orchester bereits zu "In the Mood" aufgespielt hat. Dann folgt ein bunter Reigen von Songs, in denen sich die einzelnen Solisten von ihrer besten Seite präsentieren und unter Beweis stellen, dass sie auch ein anderes Genre fernab der klassischen Musik beherrschen. Dabei ist schon bemerkenswert, wie diese Lieder, die größtenteils von den legendären "Rat Packs" mit Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davies Jr., Peter Lawford und Joey Bishop in den Shows der Unterhaltungsmetropole Las Vegas in den 60er Jahren präsentiert wurden, für die Solisten arrangiert werden, so dass auch drei Sängerinnen das restliche Herren-Trio harmonisch ergänzen. Das führt vor allem beim letzten Lied "My Way" zu einem völlig neuen, noch nie gehörten Klangerlebnis.

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"Singin' in the Rain": Jeffery Krueger, vorne: Steffen Müller-Gabriel mit dem Philharmonischen Orchester Hagen

Ballettdirektor Ricardo Fernando hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, ebenfalls seinen Beitrag zu diesem Abend zu leisten. So lässt er einerseits mit Brendon Feeney und Hayley Macri zwei Tänzer des Ensembles zu einzelnen Nummern über die Bühne wirbeln - alternierend tritt er auch mit seiner Frau Carla Silva selbst auf - und zeigt beispielsweise in der ausdrucksstarken Choreographie zu "Soul Bossa Nova" von Quincy Jones seine Begeisterung für diese Musikrichtung, die Feeney und Macri im Tanz gekonnt umsetzen. Andererseits gestaltet er auch die Choreographien für die Sänger, die zum Beispiel bei "Sing, Sing, Sing" und "It Don't Mean a Thing" das Publikum zu regelrechten Begeisterungsstürmen hinreißen. Großartig gelingt auch der Song "You Could Drive a Person Crazy" aus Stephen Sondheims Musical Company, in dem Marilyn Bennett, Jaclyn Bermudez und Tanja Schun als drei Freundinnen April, Kathy und Marta im Stil der Andrew Sisters ihre Liebe zu dem Single Robert besingen. Die Perfektion der Choreographie und des Gesangs kann sicherlich als ein Höhepunkt des Abends bezeichnet werden.

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Zugabe "Mr. Sandman": von vorne nach hinten: Jaclyn Bermudez, Marilyn Bennett, Tanja Schun, Jeffery Krueger, Raymond Ayers und Orlando Mason

Aber die Auswahl der Musikstücke ist so, dass jeder einzelne Solist Glanzstücke in die Kehle gelegt bekommt. Bei Raymond Ayers sind es die Songs "Strangers in the Night" und "New York, New York", mit denen er sich mit seinem geschmeidigen Bariton als würdiger Nachfolger Frank Sinatras präsentiert. Jeffery Krueger glänzt vor allem als neuer Gene Kelly mit "Singin' in the Rain", wozu er auch noch eine großartige Steppeinlage präsentiert, und in den Cole Porter Songs "Well, Did You Evah" und "Friendship", die er mit großem Spielwitz mit Ayers und Bennett zum Besten gibt. Orlando Mason fasziniert mit seinem dunklen Bass mit den an Gospel erinnernden Songs "Accentuate" und "Feeling Good" und schafft es bei "Minnie the Moocher" nicht nur, zwei Damen aus dem Publikum zum Tanzen auf der Bühne zu animieren, sondern bringt auch den ganzen Saal zum Mitsingen. Tanja Schun zeigt mit "Fly Me to the Moon", "One note Samba" und "Somewhere over the Rainbow" sehr unterschiedliche Facetten ihres Könnens, wobei natürlich auch mit dem Song "You're Nearer" das Liebesduett mit ihrem "Musical-Traum-Partner" Jeffery Krueger nicht fehlen darf. Jaclyn Bermudez präsentiert mit "Dream a Little Dream of Me" und "Smile" sehr emotionale Momente, wobei man auch in der Inszenierung vor romantischem Kitsch nicht zurückschreckt, wenn sie bei letzterem Song in einer Schaukel über die Bühne schwebt. Marilyn Bennett setzt gekonnt komische Akzente und überzeugt vor allem in ihrer Interpretation von "Mack the Knife".

Folglich gibt es am Ende lang anhaltenden Applaus und stehende Ovationen, so dass die Sänger mit einer großartigen Choreographie von "Mr. Sandman" als Zugabe den ersten Versuch unternehmen, sich vom Publikum zu verabschieden, das allerdings erst nach einer Wiederholung von "Sing, Sing, Sing" langsam bereit ist, den Saal zu verlassen.

FAZIT

Wer im Theater einen bunten Abend erleben möchte, sollte sich diese Produktion in Hagen keinesfalls entgehen lassen. Allerdings sollte man sich frühzeitig um Karten bemühen. (Weitere Termine: 16.1., 14. und 30.3., 19. und 27.4.2013 um 19.30 Uhr, 20.1. und 17.3.2013 um 18.00 Uhr und 26.5.2013 um 15.00 Uhr)



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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Steffen Müller-Gabriel

Regie
Thilo Borowczak
Ricardo Fernando

Bühnenbild
Jan Bammes

Kostüme
Christiane Luz

Choreographie
Ricardo Fernando

Dramaturgie
Dorothee Hannappel



Statisterie des
Theater Hagen

Philharmonisches Orchester
Hagen


Solisten

*rezensierte Aufführung

Sängerinnen und Sänger
Raymond Ayers
Marilyn Bennett
Jaclyn Bermudez
Jeffery Krueger
Orlando Mason
Tanja Schun

Ballett
*Brendon Feeney /
Ricardo Fernando
*Hayley Macri /
Carla Silva

 


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Hagen
(Homepage)




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