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Musiktheater
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Don Carlo
Opera in vier Akten von Giuseppe Verdi
Mailänder Fassung von 1884
Libretto von Joseph Méry und Camille Du Locle
Italienische Textfassung von Achille de Lauzières und Angelo Zanardini

Aufführungsdauer: ca. 3 h 30' (1 Pause)

Repertoireaufführung am 25. November 2006


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Opernhaus Zürich
(Homepage)
Starke Sänger

Von Rainhard Wiesinger

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In der Mitte eine runde Fläche, die entfernt an eine Shakespeare-Bühne erinnert, im Hintergrund Treppen, die die jeweiligen Schauplätze anzudeuten helfen. Raimund Bauers karges Bühnenbild gibt Sängerpersönlichkeiten – sofern diese vorhanden sind - genügend Raum, um sich zu entfalten. Und sie waren es an diesem Abend. Allen voran Leo Nucci und Matti Salminen, in der für ihn ungewohnten Partie des Philipp. Die trotz der zahllosen Auftritte als Hagen oder Gurnemanz noch immer weitgehend auf Linie geführte Stimme lässt vielleicht bei manchen Phrasen die Farben vermissen, die die typische Italanità ausmachen. Dass Leo Nucci den Posa weit seltener singt als etwa den Rigoletto ist bedauerlich, denn gerade in dieser eher lyrischen Partie kommen die Qualitäten seines höhensicheren Baritons optimal zur Geltung.

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José Cura entspricht in der Titelrolle sicher nicht dem Ideal eines nobel phrasierenden Verdi-Sängers, er nähert sich ihr von der veristischen Seite, was diverse Schluchzer, herausgeschleuderte Acuti und vordergründig gesäuselte Piani mitbringt. In dem kleinen Raum des Züricher Opernhauses wirkt dies jedenfalls deutlich besser als an großen Bühnen. Den Raum zu sprengen drohte Luciana d'Intinos fortissimofreudige und ein wenig verbraucht klingende Eboli. Wenig Anlass zu Begeisterung bereitete Joanna Kozlowskas angestrengt schrille Elisabetta, die mit dem geöffneten Strich im Schlussduett erheblich zu kämpfen hatte. Pavel Daniluk (Großinquisitor) und Tomasz Slawinski (Mönch) erwiesen sich als solide Repertoirekräfte.

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Carlo Rizzi, anlässlich seiner Salzburger Traviata im Gegensatz zu Anna Nebtrebko von Teilen der Kritik nicht gerade freundlich behandelt, ist ein routinierter Operndirigent, der die Musiker souverän durch die Partitur lenkt. Interpretatorische Sternstunden kommen dabei in der Regel nicht zustande, doch sind Don-Carlos-Dirigate dieses Levels im Alltagsrepertoire eher Mangelware und nicht zu unterschätzen!


FAZIT

Eine hörenswerte Repertoireaufführung mit Schwächen


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Carlo Rizzi

Inszenierung
Walter Düggelin

Bühnenbild
Raimund Bauer



Chor und Orchester des
Opernhauses Zürich


Solisten

Philipp
Matti Salminen

Posa
Leo Nucci

Don Carlos
José Cura

Elisabetta
Joanna Kozlowska

Prinzessin Eboli
Luciana d’Intino

Großinquisitor
Pavel Daniluk

Ein Mönch
Tomasz Slawinsk



Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Opernhaus Zürich
(Homepage)



Da capo al Fine

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