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Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

Das wahrscheinlich erlogenste Musical der Welt

Text nach dem Roman „Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär“ von Walter Moers
Martin Lingnau und

Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth haben aus dem phantastischen Roman von Walter Moers eine atemberaubende Bühnenfassung geschaffen, die von Jürgen (Zapo) Schwalbe inszeniert wird.

Musik: Martin Lingnau
Bühnenfassung und Liedtexte von Heiko Wohlgemuth
in deutscher Sprache

Aufführungsdauer: ca. 3h (eine Pause)

Premiere 26.10. in Köln im Musical-Palast am Südstadion.
(rezensierte Aufführung: 2. Dezember 2006 15Uhr)





Blaubaer-Musical
(Homepage)


Gelungenes Musical für alle Altersklassen

Von Karsten Ley / Fotos von FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH

Bravo, Bravi Bravissmo, Bravissmi – Käpt'n Blaubär. Der kurzweiligste Nachmittag, den wir seit langem erlebt hatten.

Das Musical sprüht nur so vor genialer Ideen, lebhaftem Wortwitz, tiefsinniger und aberwitziger Texte, großen Spinnereien, skurrilen Figuren, schönen Melodien und ansteckendem Frohsinn. Für jeden der Musicals liebt führt an dem Lügenbär nichts vorbei und glücklicherweise muss das auch nicht sein: Das Musical wird in einem Zelt aufgeführt das ca. alle 3 Monate sein Lager verlässt und so in allen Regionen Deutschlands gesehen werden kann.

Schon das Foyer ist aufwendig dekoriert und auch im Winter gut beheizt. Auffallend hat man sich auch um die Voraussetzungen und eine gute Betreuung für Behinderte Besucher bemüht.

Dies ist die Geschichte der ersten 13 1/2 Leben des Lügenbär's Käpt'n Blaubär und erzählt in Phantasiereichen Kapiteln die Geschichte von der Geburt bis zur ersten großen Liebe. Dabei wurde das 700 Seiten Werk von Walter Moers mit glücklicher Hand zusammengefasst. Es ist eine so detailreiche Geschichte die gelungen auf 2,5h umgesetzt wurde.

Interessant sind vor allem auch die Texte der Stücke. In dem Lied: „Blau muss mein geliebter sein“ werden zahlreiche Farben mit schöner musikalischer Untermalung aufgereiht, was unseren kleinsten sogar später die Frage abrang:“ Was ist denn ocker für eine Farbe“. Sicherlich für uns Erwachsene kein Thema, aber für unsere kleinen durchaus lehrreich und für Erwachsene ein schönes Spiel. Interessant auch die Untermalung des Textes mit einer Musik die in jeder Zeit die Gemütslage der Figuren unterstützt. Hier hat sich das Duo Gedanken gemacht und ein perfektes Zusammenspiel zwischen Schauspielkunst und Musik geschaffen und dabei eingängliche Melodien erschaffen. Ein Leitmotiv lässt das Werk freilich vermissen. Interessant ist die Verwendung eines Intermezzos in Form eines Tusch, der den Handlungsverlauf abruppt unterbricht und Professor Nachtigaller mit haarsträubenden Erklärungen auf der Bühne erscheinen lässt.

Viele Stücke kommen einem auf Anhieb bekannt vor und man überlegt noch später – woher kenne ich das Lied. Hier sind sicherlich einige Bogenstriche von aktueller Musik entliehen und dann sehr gelungen variiert. Überhaupt ist die Musik sehr fassettenreich und durchquert fast die ganze Band breite zeitgenössischer Unterhaltungsmusik. Tango, Walzer, Rock, Samba, Polka und Heavy Metal an die Musik von Rammstein angelehnt. Dabei ist die Musik immer geschickt eingesetzt um die Handlung zu unterstützen und Verweise zur Realität oder anderen Werken zu schaffen. Im Lied „Wir fliegen“ erkennt man ganz klar eine Anlehnung an die Titelmelodie der unendlichen Geschichte komponiert von Klaus Doldinger, in der ja auch der Flug auf dem Glücksdrachen thematisiert wird.

Beim Lied „Vertrau auf mich“, einem Duett zwischen einem Höhlentroll und Käpt'n Blaubär erklingen ähnliche Melodien wie wir Sie aus den Höhlen des Phantom der Oper kennen. Um die Stadt Atlantis ganz klar als großes Vergnügungs-mekka zu charakterisieren ertönen Big Band Sounds, die ja auch zu jedem Las-Vegas gehören. Oberflächlich betrachtet, also einfach Massenware der Unterhaltungsmusik. Wenn man sich aber das Werk einmal genauer anhört erkennt man schnell das es überhaupt nicht den Drittverwertungsmusicals wie die von ABBA, Queen, Buddy Holly und ähnlichen gleicht sondern ein wirklich neues Gesamtwerk ist. Und genau das machte es so sehenswert. Es ist ein Musical – keine Oper oder Sinfonie – aber auch nicht einfach eine Aneinanderreihung von Liedern. Selten wurde auf so viele Details geachtet – und genau die machen es eben auch für Erwachsene interessant und unterhaltsam.

Das Bühnenbild wurde aufwendig gestaltet mit multimedialen Inhalten. Während des Flugs auf dem Rettungssaurier Mac sitzt Björn Klein auf einem Lebensgroßen Saurierkopf der bewegt wird, während die Flügel und auch der Flug auf die umgebende Leinwand projeziert wird.

Käpt'n Blaubär wird einmal in einen Tornado gesogen oder wechselt er die Dimension. Alles das ist liebevoll und ideenreich umgesetzt.

Den Künstlern einiges abverlangt indem Sie zum einen z.B. Puppenspiel betreiben müssen, singen, Step tanzen und gleichzeitig für die eigene Mimik zeigen. Die gesangliche Leistung ist durchweg gut bis sehr gut. Besonders ist uns Peggy Pollow aufgefallen, die u.A. 16U - die blöde Idee - spielt (Bild oben) in der Sie eine wunderschöne Balade singt, die Puppe als eine Marionette bewegt und dazu auch noch steppt. Sowiso sind dort zahlreiche Talente zu entdecken, die neben guten gesanglichen Leistungen auch noch Akrobten und Jongleurs- Kunststücke zeigen. Insgesamt eine runde Sache. Den Opernfans sei natürlich versichert, dass ein Musical nur selten die Qualitäten einer Callas (er-) fordert - es geht hier um Unterhaltung - und da bietet die Crew um Käpt'n Blaubär eine Spitzenleistung.

Zum Orchester ist sehr wenig zu sagen, da man bei Unterhaltungsmusik nicht eindeutig feststellen kann ob es sich dabei um eine Liveperformance oder doch nur ein Band handelt.

Käpt'n Blaubärs ziel ist die Suche nach dem Glück, der Liebe und seiner Herkunft. In Atlantis – der Stadt in der Man das Glück finden kann erlebt er den Amerikanischen Traum. Irgendwie kennt man alles – aber es wäre nicht Käpt'n Blaubär, wäre es nicht irgendwie anders! Nicht der Tellerwäscher sondern der Pizzabeleger schafft es zum Millionär und letztendlich auch sein Ziel erreichen.

Dabei wird das Publikum immer wieder von Professor Nachtigaller über wissenschaftlichen Nonsens informiert und bekommt vom Blaubär Weisheiten dargeboten.

Selbst einer der größten Kritiker (unsere 7Jährige Nichte Celin), deren Meinung ansonsten unumstößlich ist: „Das ist doch nur was für Kleinkinder", ging nachher mit leuchtenden Augen aus dem Theater und sang noch im Auto „Zamonio ... auf nach Zamonia“. Die Stimmen der Erwachsenen die das Gelände verließen waren auch einhellig: „Mensch, die, die nicht mitgegangen sind müssen sich jetzt aber ärgern – so was tolles haben wir lange nicht gesehen“. Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär ist ein MUST für alle Musical Fans, die gerne lachen und Unterhaltungsmusik une eingängigen Melodien nicht abgeneigt sind.

 

 

FAZIT

Die beste Neuerscheinung auf dem deutschen Musical Markt seit langem die für sehr viel Spaß bei Jung und Alt sorgt und Lust auf mehr macht. Nach langer Dürreperiode und lästigen Drittverwertungsmusicals endlich was erfrischend Neues und reif für eine weltweite Tournee.


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Produktionsteam

Produzent
Folkert Koopmanns

Regie
Jürgen Schwalbe

Bühnenbild
Sam Madwar

Ausstattung (Puppenbau)
Carsten Bauer

matoArt Kostüm- und
Figurenwerkstatt

Choreographie
Andrea Heil
Thorsten Krafft

Kostümbildnerin
Martina Feldmann

Musikalische Einstudierung und Bühnenmusiker
Ferdinand von Seebach

Musikproduktion
Joachim Schlüter

Bühnenbildassistenz
Martina Stoian

Kostümbildassistenz
Christiane Luz

Puppenspiel
Iris Schleuss Coaching

Katja Meißner Marketing und Vertrieb

Assistenz Projektmanagement
Harry Kühl

Produktionsleitung Zelt & Location
Claudio Urban

Leitung Bühne
Eric Witzke Technische

Ausstattungsleitung Bühne & Requisiten
Urmel Meyering

Tondesign
Justus Kopanski

Lichtdesign
Alexandra Ehrlitzer / Christian Sellin

Requisite
Thorsten Böning

Ausstattungsassistenz
Nicole Bettinger

Leitung Kostümwerkstatt Capitol Düsseldorf
Cheesha Gayden

Maskenwerkstatt Capitol Düsseldorf
Svetlana Jovic Leitung


Solisten

Björn Klein/ Sven Prüwer Blaubär

Stefan Stara Prof. Dr. Nachtigaller

Arthur Büscher Wahnsinn, Yeti u. a.

Martin Heim Groot, Stollentroll u. a.

Oliver Parchment Chemluth Havanna u. a.

Luciano di Grigorio Ensemble

Oliver Sekula Ensemble

Oliver Pauli Ensemble

Pascal Illi Swing

Tobias Roloff Swing

Benjamin Pfeiffer Akrobatik

Jasmin Madwar Blaubärmädchen u. a.

Pamela Zottele Tratschwelle, Smeik u. a.

Barbara Tartaglia Tratschwelle, Fredda u. a.

Peggy Pollow 16 U, u. a.

Jessie Roggemann Ensemble

Janine Tippl Ensemble

Daniela Grubert Ensemble

Jenny Winkler Swing


Weitere Informationen
erhalten Sie von der
www.blaubaer-musical.de
(Homepage)


TOURPLAN 2006 - 2008

26. Oktober 06 bis Februar 07 Köln, Festplatz am Südstadion

05. Mai 07 bis 17. Juni 07 Hamburg, Heiligengeistfeld

16. August 07 bis 30. September 07 Berlin

01. November 07 bis 30. Dezember 07 München

31. Januar 08 bis 16. März 08 Stuttgart



Da capo al Fine

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