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Musiktheater
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La clemenza di Tito

Dramma serio per musica in due atti KV 621
Text von Caterino Tommaso Mazzolà
nach dem Dramma per musica von Pietro Metastasio (1734)
Musik von Wolfgang A. Mozart

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Aufführungsdauer: ca. 3h (eine Pause)

Koproduktion mit der Oper Frankfurt
Premiere im Theater an der Wien am 26. März 2006
(rezensierte Aufführung: 28. März 2006)


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Theater an der Wien
(Homepage)
Mozart in der Abstellkammer

Von Rainhard Wiesinger / Fotos von Armin Bardel

Weitgehend Schiffbruch erlitt das Theater an der Wien mit der Übernahme von Christopher Loys Frankfurter Clemenza di Tito (dazu unser Bericht von der Frankfurter Premiere). Das Regiekonzept reduziert die Geschichte auf ein reines, in der Gegenwart spielendes Kammerspiel, ohne historisierenden Beigeschmack. Lediglich beim erstem Auftritt des Imperators wird man noch an das eigentlich römische Sujet des Stoffs erinnert. Die museale Kulisse dieses kurzen Moments soll wohl die epocheübergreifende Gültigkeit der Handlungsmotive wie Rache und Machtgier bildhaft hervorheben. Wäre Loys Personenführung noch durchaus diskussionswürdig, so versetzt Herbert Muraurers Ausstattung der am Premierenabend massiv ausgebuhten Arbeit den Todesstoß: Von einem Schlafzimmer über Aluleitern bis hin zu Bierkisten und zahllosen Stühlen wird hier kein Versatzstück der gegenwärtigen Regietheatermode ausgelassen. Ihren Tiefpunkt erreicht die Produktion mit dem Finale des ersten Akts, als anstelle des Kapitols eine Abstellkammer neben dem Lieferanteneingang des Gebäudes Feuer fängt.

Vergrößerung Kurt Streit (Titus)

Zusätzlich zu dieser szenischen Hypothek hatte die Serie auch unter Paolo Caringnianis sängerignorierendem und auf spannungszerstörende Generalpausen setzendem Dirigat zu leiden. Dazu kommt, dass die Wiener Symphoniker kaum über Opernerfahrung verfügen und so Caringnanis Intention nach einem aufgerauhten, originalklangähnlichem Klangbild nicht gewachsen waren. Das unausgeglichene Sängerensemble konnte den Abend ebenfalls nicht retten: Mit Elina Garanca steht der internationalen Opernwelt nun ein weiterer Sesto von Weltformat zur Verfügung, der auch keine Vergleiche mit historischen Vorbildern zu scheuen braucht. Es ist bewundernswert, wie mühelos und differenziert die Künstlerin ihren voll klingenden, technisch versiert geführten Mezzosopran einzusetzen vermag. Auch der als indisponiert angekündigte Kurt Streit konnte in der Titelrolle mit seiner stilistischen Kompetenz punkten. Deutliche Abstreiche musste man bei Silvana Dussmanns Vitellia hinnehmen: Ihr zum Spintofach tendierender, im oberen Register schriller Sopran fand erst bei „Non piu dei fiori“ zu einer weicheren Tongebung. Die übrige Besetzung, Britta Stallmeister (Servilia), Jenny Carlsstedt (Annius) und Simon Bailey (Publio) bewies gute Mittelmaß.


FAZIT

Keine Produktion die in Wien Gefallen findet.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Paolo Carignani

Inszenierung
Christof Loy

Bühnenbild und Kostüme
Herbert Murauer

Licht
Olaf Winter


Arnold Schoenberg Chor
Wiener Symphoniker


Solisten

Titus
Kurt Streit

Vitellia
Silvana Dussmann

Servilia
Britta Stallmeister

Sextus
Elina Garanca

Annius
Jenny Carlstedt

Publius
Simon Bailey



Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Theater an der Wien
(Homepage)



Da capo al Fine

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