Zur OMM-Homepage Zur OMM-Homepage Veranstaltungen & Kritiken
Musiktheater
Zur OMM-Homepage Musiktheater-Startseite E-Mail Impressum



La Traviata

Oper in drei Akten (4 Bildern) von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave
Deutsche Übersetzung von Walter Felsenstein


in deutscher Sprache

Aufführungsdauer: ca. 2h 30' (eine Pause)

Wiederaufnahme an der Komischen Oper Berlin am 31.5.2006


Homepage

Komische Oper Berlin
(Homepage)
Violetta stirbt wieder in der Komischen Oper

Von Annika Senger / Fotos von Monika Rittershaus


Vergrößerung Violetta (Sandra Ford)

Giuseppe Verdis La Traviata ist ins Repertoire der Komischen Oper Berlin zurückgekehrt. In der Rolle der schwindsüchtigen Pariser Kurtisane Violetta Valery ist die Sopranistin Sandra Ford zu sehen. Ihr strahlendes Vibrato weckt Assoziationen mit glitzernden Perlen. Anfangs glänzt sie auch mit leichten, kraftvollen Höhen, was sich aber spätestens während der berühmten Arie „Sempre libera“ ändert: Zweimal misslingt es ihr ganz offensichtlich, den Spitzenton zu treffen. Auch die nachfolgenden Höhen wirken nur noch mühsam herausgequetscht und die Koloraturen zum Teil geschmiert. Es scheint, als habe die Sängerin mit einer tückischen Erkältung zu kämpfen. Glücklicherweise gewinnt sie nach der Pause aber wieder an Form. Vor allem im Parlando zeichnet sie sich aus, obwohl es ihrer deutschen Aussprache von Anfang bis zum Ende an Verständlichkeit mangelt. Das ist jedoch ein allgemeines Problem, dem lediglich Mezzosopranistin Christiane Oertel in ihrer kleinen, solide verkörperten Rolle als Pariser Salon-Dame Flora Bervoix entgegentreten kann.

Vergrößerung

Sandra Ford und Ensemble

Fords Darbietung als Violetta hat eher Konzert- als Schauspielcharakter – noch auffälliger ist dieses Manko allerdings bei Marc Hellers blassem Alfredo Germont: Zwar technisch versiert und ausgereift, transportiert sein Gesang nur in Ansätzen die Emotionen eines inbrünstigen Verehrers. Im Streit mit seinem Vater Georges um die Liebe zu Violetta steigert er sich beispielsweise ins Mezzoforte, doch wo bleibt die Verzweiflung eines unglücklich Liebenden?

Andrzej Dobbers autoritären Vater Alfredos kann man bedenkenlos als Glanzlicht der Inszenierung bezeichnen. Die Gunst des Publikums, das ihm am Schluss auch den meisten Applaus zollt, gewinnt er nicht nur mit seiner vollen, emotionsgeladenen Bariton-Stimme. Ebenso auf der schauspielerischen Ebene setzt er gekonnt die Zwiespältigkeit der Figur in Szene – einerseits demagogisch, als er Violetta ins Gewissen redet, sich von Alfredo zu trennen und andererseits wohlwollend und mitleidvoll, nachdem sein Sohn die Todkranke vor den Augen aller wie eine Dirne bezahlt hat.


FAZIT
Solide Inszenierung mit einzelnen gesanglichen Schwachstellen.


Ihre Meinung
Schreiben Sie uns einen Leserbrief
(Veröffentlichung vorbehalten)

Produktionsteam

Musikalische Leitung
Markus Poschner

Inszenierung
Harry Kupfer

Bühne
Hans Schavernoch

Kostüme
Reinhard Heinrich

Choreinstudierung
Peter Wodner



Orchester der
Komischen Oper Berlin:


Solisten

Violetta Valéry
Sandra Ford

Flora Bervoix
Christiane Oertel

Annina
Barbara Sternberger

Alfredo Germont
Marc Heller

Giorgio Germont
Andrzej Dobber

Gaston
Jussi Myllys

Barone Douphol
Christian Tschelebiew

Marquis d'Obigny
Klemens Slowioczek

Dottore Grenvil
Carsten Sabrowski

Joseph
Peter Renz

Ein Diener Floras
Henrik Pitt

Ein Komissionär
Henrik Pitt






Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Komischen Oper Berlin
(Homepage)



Da capo al Fine

Zur OMM-Homepage Musiktheater-Startseite E-Mail Impressum
© 2006 - Online Musik Magazin
http://www.omm.de
E-Mail: oper@omm.de

- Fine -