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Musiktheater
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Schlafes Bruder

Ballett von Ralf Rossa
Musik von Goran Bregovic und Aaron Jay Kernis
frei nach dem Roman von Robert Schneider

Aufführung 10. Dezember 2004
im Opernhaus Halle

Aufführungsdauer: 1h 45' (keine Pause)

Opernhaus Halle

Lebendig und mitreißend ...

Von Gabi Maria Volkmann / Fotos von Gert Kiermeyer


Als farbenprächtig in der Ballettwelt lässt sich die Musik dieser beiden Komponisten bezeichnen:
Es gibt kein Sujet, das ausgelassen wird. Der Hörer wird in die unwirkliche Welt des musikalisch hochbegabten Elias mit Hilfe von sphärisch-meditativer, orchestraler, balkanischer Musik und Rockband entführt. In der Kirche erklingt sogar ein an Choralmelodik angelehntes Kyrie eleison.
Ähnlich der Musik zum gleichnamigen Film von dem österreichischen Komponisten Hubert von Goisern, arbeiten die Komponisten hier mit instrumental-klanglichen Assoziationen der Bergwelt.
Begründet sind diese musikalischen Gestaltungsmittel natürlich in der Vorgeschichte der Komponisten:
Bregowic, der 1950 im Balkan (Sarajewo) geboren wurde, war seit seinem 16. Lebensjahr Gründer und Mitglied einer Rockband. Nach karrierereichen Jahren erfolgte 1985 seine Abwendung von der Rockmusikszene. Seit 1995 ist Bregowic wieder mit großem Orchester - und Chorbesetzungen auf Tourneè. Sehr erfolgreich konnte er sich bisher auch als Komponist von Filmmusik durchsetzen. Merkmal dieses außergewöhnlichen Komponisten sind seine Verbindungen klassischer Elemente mit balkanischer Folklore und dem besonderen "Touch" erfrischender Rockmusik, die sowohl äußerst mitreißend als auch tiefsinnig wirken.



Vergrößerung Aaron Jay Kernis
Foto: Partners: D work in Eliason

Zu den jüngsten erfolgreichen Komponisten Amerikas zählt der 1960 geborene Aaron Jay Kernis.
Nach seinem Kompositionsstudium an renommierten Musikakademien und zahlreichen Kompositionspreisen, erhielt er u.a. 1998 den Pulitzer Preis für sein Streichquartett No. 2 (musica instrumentalis). Seine Werkeinspielungen wurden zahlreich verlegt und sind im Handel erhältlich.

Das gesamte Ballettensemble war kontinuierlich angehalten, die emotional anspruchsvollen Passagen in das musikalisch kontrastreiche Bild der Inszenierung einzufügen. Für den hervorragenden Solisten Michal Sedlacek, dem die Figur des Elias vom Choreographen Ralf Rossa auf den Leib geschneidert wurde, war dies ein Beweis seiner tänzerischen Kondition. Dem plumpen Dorfalltag gibt dieser musikalisch hochbegabte junge Mann einen Hauch von Übersinnlichkeit. Von ihm geht eine geradezu heilige Aura aus, wenn er sich den Klängen der Welt hingibt, die nur er zu vernehmen scheint und diese für die restlichen Dorfbewohner hörbar macht.



Vergrößerung

Elsbeth (Antje Fehèr) und Elias.

Aber Elias ist auch Ausgestoßener, verzweifelt in seiner Liebe zu Elsbeth und umschwärmt von seinem homosexuellen Freund Peter, der ihm aber auch Trost in dieser tristen Dorfwelt spendet. Elsbeth (Antje Fehér), die unbeschwert und auf jugendlich-verspielte Weise Elias` Leben durchaus bereicherte, erscheint als lebensfrohe Partnerin, mit der Elias zwar gewisse Annäherungen erfährt, Elsbeth in der mystischen Klangwelt von Elias aber nicht bestehen kann.



Vergrößerung Das Volk spottet, Ensemble.

Meisterhaft arbeitet Rossa hier, wie ähnlich auch bereits in seiner Cinderella-Choreographie, die ebenfalls am halleschen Opernhaus zur Aufführung kam, die Gegensätze des dörflichen Lebens und der "Traumwelt" von Elias aus. Das streitsüchtige Volk bewegt sich spitz, argwöhnisch und hinterhältig, während das Dreierensemble Elias-Elsbeth-Peter eine fließend-abgerundete Formansprache voller Zuneigung pflegt.


FAZIT

Die tragische Geschichte des musikalischen Wunderkindes verbunden mit hinreißender Musik und ausgezeichneten Hauptdarstellern lässt diese Inszenierung zu einem bleibenden und vor allem schönen Erlebnis werden.




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Produktionsteam

(Musik wurde eingespielt)

Inszenierung und Choreografie
Ralf Rossa

Bühne und Licht
Matthias Hönig

Kostüme
Götz Lanzelot Fischer



Das Ballettensmble des
Halleschen Opernhauses


Solisten

Johannes Elias Alder
Elias Alder

seine Cousine, Elsbeth Alder
Antje Fehér

sein Cousin, Peter Elias Alder
Yan Revasov

seine Mutter, Agathe Alder
Muriel Peuckert

sein Vater, Josef Alder
Vadim Dick

seine Cousine, Elsbeth Alder
Antje Fehér

ihre Mutter, Virginia Alder
Konstanze Marei Hubalek

Lukas Alder
Rafal Zeh


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Opernhaus Halle
(Homepage)




Da capo al Fine

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