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Musiktheater
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Cinderella

Ballett von Ralf Rossa
Musik von Sergej Prokofjew

Premiere am 26. November 2004
im Opernhaus Halle

Aufführungsdauer ca. 2h (1 Pause)

Opernhaus Halle

Der Traum der Cinderella

Von Gabi Maria Volkmann / Fotos von Gert Kiermeyer


Traum und Wirklichkeit durchdringen sich in dieser Choreographie von Ralf Rossa:
Aschenputtel, die den Tod ihres Vaters zu verwinden hat, findet sich nach seiner Beisetzung in den Klauen der Stiefschwestern wieder, die sie zum Zimmermädchen degradieren. Cinderella flüchtet sich durch die berauschende Wirkung des Alkohols in eine Traumwelt:

Zunächst erscheinen ihr die vier Jahreszeiten und während die Stiefschwestern zusammen mit ihren Verehrern eine lustvoll-primitive Partynacht verbringen, träumt sie vom glitzernden-königlichen Ball, auf dem auch die Stiefschwestern anwesend sind. Diese allerdings präsentieren auch dort ein hohes Maß an bäuerlich-ungelenkem Tanzstil, während Cinderella mit ihrem Prinzen, der übrigens hier, also in ihrer Phantasie, nur das umgekehrte Abbild einer der Liebhaber der Stiefschwestern darstellt, eine wahrhaft adelig-ästhetische und grazile Formensprache tanzt.



Vergrößerung Cinderella wird von ihren Stiefschwestern
und deren Kavalieren gedemütigt:
A. Fehér, M. Peuckert, M. Slapotova,
Y. Revazov und R. Kanka,

Dieser Gegensatz wurde von Ralf Rossa hervorragend ausgearbeitet und von den Darstellern derart überzeugend umgesetzt, dass das Publikum sich kräftig über die tollpatschigen Aktionen der drei Stiefschwestern amüsierte.

Der Dialog zwischen Prinz und Cinderella bildet den Kern dieser sensiblen Handlung, umrahmt von harter Wirklichkeit. Die beiden Hauptdarsteller Marketa Slapotova und Michal Sedlacek zeigen in diesem Handlungskern ihr Höchstmaß an Kondition und Ausdruckskraft.

Umringt werden sie dabei vom synchronen Tanzensemble, welches in der Festlichkeit der Kostüme von José-Manuel Vazquez voll zur Geltung kommt.



Vergrößerung

Prinz u. Cinderella auf dem Ball:
M. Slapotova und M. Sedlacek

Klassisch-schön und in phantasievolles Blau getaucht erfreut der Ball das Auge aller Anwesenden. Die Realität des Lebens von Cinderella aber trägt nicht diese formenschönen Züge. In einem Küchenraum, der im Hintergrund mit einer gefährlich roten Einbauküche versehen ist, erwacht sie, nur mit einem Unterkleid bekleidet und erkennt die Sinnlosigkeit ihres wahren Lebens, der sie durch das Fenster, welches zuvor das Tor ihrer Träume war, entflieht – wohin, das weiß die Vorstellungskraft des Zuschauers.

Was von Ihrer Schönheit bleibt, ist ein mysteriöses Leuchten im Dunkel des Abends.


FAZIT

Die Erzählung des Märchens Aschenputtel einmal etwas anders: Mit Hilfe einer
"Bild im Bild"-Choreographie erreicht Ralf Rossa die Erzählung eines Märchentraumes im Märchen selbst und stellt zwei Choreographiewelten gegenüber.




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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Pavel Baleff

Inszenierung
und Choreografie
Ralf Rossa

Choreografische Assistentin
Gudrun Trekel

Bühnenbild
Heinz Balthes

Kostüme
José-Manuel Vazquez

Dramaturgie
Peter Scheibe

Bühnenbildassistenz
Petra Ziegenhorn



Ballett des
Opernhauses Halle

Orchester des
Opernhauses Halle


Solisten

Cinderella
Marketa Slapotova

Der Vater
Vadim Dik

Der Pfarrer
Victor-Florin Pop

Die Stiefmutter
Constanze Marei Hubalek

Die Stiefschwestern
Muriel Peuckert
Antje Fehér

Ihre Kavaliere
Yann Revazov
Rafal Kanka

Der Prinz
Michal Sedlacek

Zeremonienmeister
Zdenko Galaba

Frühling
Yann Revazov
Angela Philip

Sommer
Victor-Florin Pop
Anna Bresciani

Herbst
Rafal Zeh
Ludivine Dutriez

Winter
Rafal Kanka
Denise Dumröse

Libellen
Zdenko Galaba
Gabriella Lacerda


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Opernhaus Halle
(Homepage)




Da capo al Fine

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