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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Mazzel tow, mazzel towVon Anne-Kathrin Wortmann / Fotos von Olaf Struck
Zaghaft zuerst, aber immer intensiver ertönt der Klang der Geige zu Beginn des Musicals. Die typisch jiddische Weise spielt der Fiedler auf dem Dach, gekleidet als "roter Faden", der sich wahrhaftig durch den Abend "zieht".
Die Bescheidenheit und Wehmütigkeit der Melodie bilden die passende Begleitung für den Auftritt
Tevje's (Werner Hahn). Die sonore Stimme mit der wunderbar intonierten Klangfärbung füllt den Saal
und lässt uns nicht nur Einblick in das Leben in Anatevka gewähren, sondern ermöglicht uns ein
Mit-Leben und -Fühlen.
Die Solisten - diesmal mehr Schauspieler als Sänger - verkörpern perfekt ihre Rolle. Herausragend
dabei Marilyn Bennett als Golde, die mit ihrer durchdringenden Stimme als Matriarchain noch den letzten
Zuschauer vor Angst zittern lässt, trotzdem das Augenzwinkern nicht vergisst und nebenher noch traumhaft singt,
Vor allem im Duett mit ihrem Bühnen-Mann Tevje alias Werner Hahn.
Der Abend verläuft sehr stimmungsvoll. Chor, Solisten und vor allem das Ballett-Ensemble
mit seinen atemberaubenden Tanzeinlagen heizen immer wieder ein, möchten einen mittanzen und
-trinken lassen, und so verwundert es keinen, dass plötzlich rhythmisch mitgeklatscht wird.
Die militärische "Demonstration" ist so raumübergreifend, dass selbst die Bläser im Orchestergraben
mit den herumfliegenden Federn zu kämpfen haben.
Auch das "Gewand" der (Dreh-)Bühne verdeutlicht nocheinmal das ärmliche Leben der Dorfbewohner. Einfache Holzlatten - das Baumaterial der Häuser - umrahmen die Bühne. Dennoch auch hier wunderschöne Details, wie das beleuchtete Mini-Dorf auf dem Dach von Tevje's Haus. Ein schwarzer Gaze-Vorhang im zweiten Akt unterstützt die Tragik zum einen für Tevjes Familie, zum anderen für das Dorf. Erst der Lichtblick durch die Emigration in das entfernte Amerika und die damit verbundene Versöhnung der Familie, lässt die Traurigkeit bzw. den Vorhang verschwinden.
Bis auf die Tatsache, dass schonmal die Leichtigkeit fehlt, ist der Klang des Philharmonischen Orchesters Hagen ein Hör-Genuss. Schwungvoll dirigiert Steffen Müller-Gabriel durch den Abend. Folklore, Melancholie und Schmiss erklingen überzeugend mit einer großen Bandbreite an Dynamik. Tosender Applaus, begeisterte Pfiffe, Bravo-Rufe, stehende Ovationen und immer wieder Vorhänge vor allem für Werner Hahn und Marilyn Bennett.
Glückwunsch an das Theater Hagen: Sehr kurzweilig und dennoch in die Tiefe gehend - ein Augen-und Ohrenschmaus! Ihre Meinung ? Schreiben Sie uns einen Leserbrief |
ProduktionsteamMusikalische LeitungSteffen Müller-Gabriel
Regie
Choreographie
Ausstattung
Dramaturgie
Choreinstudierung
SolistenTevje, der Milchmann Werner Hahn
Golde, seine Frau
Zeitel, die älteste Tochter
Hodel, die zweitälteste Tochter
Chava, die drittälteste Tochter
Sprintze, die zweitjüngste Tochter
Bielke, die jüngste Tochter
Jente, die Heiratsvermittlerin
Mottel Kamzoil, der Schneider
Schandel, seine Mutter
Perchik, ein Student
Lazar Wolf, der Metzger
Motschach, der Gastwirt
Der Rabbi
Mendel, sein Sohn
Awram, Buchhändler
Nachum, der Bettler
Oma Zeitel,
Fruma-Sarah,
Jussel, der Hutmacher
Der Wachtmeister
Erster Mann
Zweiter Mann
Fedja, junger Mann
Sasha, sein Freund
Dorfbewohner
Margarete Nüßlein Filip Konecki Martin Schaepe Florian Weber
Der Fiedler auf dem Dach
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- Fine -