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So kocht man eine Oper!
Von Stefan Schmöe
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Fotos von Rudolf Majer-Finkes
Über die Leidenschaft zum Kochen hat Giacchino Rossini bekanntlich das Komponieren von Opern aufgegeben. Diese Doppelbegabung musikalischer wie kulinarischer Art haben Eberhard Streul und Jürgen Weisser in der diesjährigen Kinderoper-Produktion des Gelsenkirchener Musiktheater im Revier amüsant thematisiert: Aschenputtel oder Rossini kocht eine Oper heißt die auch für sehr junge Kinder geeignete Bearbeitung von La Cenerentola, Rossinis Aschenputtel-Version. Um die Vermittlung von biographischem Bildungsbürgerwissen geht es dabei allerdings nicht, sondern mehr um das Funktionieren einer erfolgreichen Oper (aber auch das nur am Rande). Rossini persönlich tritt auf und wirft allerlei Noten und Vorzeichen in einen großen Kochtopf, erklärt gleichzeitig, was man für eine Oper braucht (zum Beispiel eine gute Geschichte wie die vom Aschenputtel) und los geht's. Ein Pianist, eine Geigerin und eine Cellistin reichen als Orchester völlig aus, dazu sechs Sänger und ein Bühnenbild, das mit ein paar Requisiten auskommt.
Zentrale Szene jeder Aschenputtel-Oper: Die Schuhprobe. Nur Aschenputtel (in Schwarz) besteht sie.
Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Kinder in die Handlung einbezogen und dürfen an Stelle der Vögel dem Aschenputtel helfen, die Linsen (die hier durch Bonbons ersetzt sind) aufzulesen. Eine kindgerechte Umsetzung steht, wie schon in den Produktionen der vergangenen Jahre, an erster Stelle und gelingt recht gut. Hier und da allerdings hätte eine gesprochene Passage das Verständnis erleichtert, zumal die Autoren oft zwischen Rahmen- und Märchenhandlung springen. Auch die Spieldauer ist mit einer Stunde moderat gehalten, und da auf der Bühne immer etwas passiert, wird auch den Kleinsten nicht langweilig.
Das Rezept war gut: jedenfalls darf Aschenputtel ein Krönchen tragen.
Sehr geschickt ist die Auswahl der Musikstücke. Man erhält in Kurzform einen recht guten Eindruck von der Komposition (die zu den allerbesten Opern Rossinis gehört), wobei Arien und Ensembles in ausgewogenem Verhältnis stehen. Das dreiköpfige Miniatur-Orchester reicht in diesem Rahmen völlig aus. Auch sind die Rollen mit jungen Sängern akzeptabel besetzt: Anneka Ulmer ist zwar nicht das vom Text geforderte zierliche Aschenputtel, bewältigt ihre Koloraturen aber sehr ordentlich. Katrin Sander und Alexandra Leisse sind vitale Stiefschwestern. Frank Blees sorgt als Vater für komödiantische Töne, Jean-Léan Klostermann ist ein Prinz mit klarem und tragfähigem Tenor. Tobias Scharfenberger führt als Rossini durch das Spiel, schlüpft aber zwischendurch in die Rolle des Dieners Dandini, der aber nur für die (sehr sorgfältig einstudierten) Ensembles benötigt wird. Vom Klavier aus leitet Bernhard Stengel das vergnügliche Spiel, das Kindern insgesamt einen guten Einblick in die Gattung Oper gibt. Für die Erwachsenen steht übrigens auch die Vollversion auf dem Spielplan (unsere Rezension).
Überzeugende Bearbeitung von Rossinis Meisterwerk - geeignet für Kinder vom Kindergartenalter bis zur Pubertät. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Produktionsteam
Musikalische Leitung
Regie
Bühne und Kostüme
Solisten* Besetzung der PremiereAschenputtel Angela Froemer / * Anneka Ulmer
Prinz
Rossini / Dandini
* Tobias Scharfenberger
Vater
Tisbe
Clorinda
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