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Aschenputtel
oder Rossini kocht eine Oper

Kinderoper von Eberhard Streul und Jürgen Weisser
nach der Oper La Cenerentola von Giacchino Rossini


In deutscher Sprache

Aufführungsdauer: ca. 1h (keine Pause)

Premiere am 27. November 2004
im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen
Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg


Homepage

Musiktheater im Revier
(Homepage)

So kocht man eine Oper!

Von Stefan Schmöe / Fotos von Rudolf Majer-Finkes


Vergrößerung in neuem Fenster Nachhören, ob die Oper gut angerührt wurde: Rossini und ein Herr, der in die Rolle des Vaters schlüpfen wird.

Über die Leidenschaft zum Kochen hat Giacchino Rossini bekanntlich das Komponieren von Opern aufgegeben. Diese Doppelbegabung musikalischer wie kulinarischer Art haben Eberhard Streul und Jürgen Weisser in der diesjährigen Kinderoper-Produktion des Gelsenkirchener Musiktheater im Revier amüsant thematisiert: Aschenputtel oder Rossini kocht eine Oper heißt die auch für sehr junge Kinder geeignete Bearbeitung von La Cenerentola, Rossinis Aschenputtel-Version. Um die Vermittlung von biographischem Bildungsbürgerwissen geht es dabei allerdings nicht, sondern mehr um das „Funktionieren“ einer erfolgreichen Oper (aber auch das nur am Rande). Rossini persönlich tritt auf und wirft allerlei Noten und Vorzeichen in einen großen Kochtopf, erklärt gleichzeitig, was man für eine Oper braucht (zum Beispiel eine gute Geschichte wie die vom „Aschenputtel“) – und los geht's. Ein Pianist, eine Geigerin und eine Cellistin reichen als Orchester völlig aus, dazu sechs Sänger und ein Bühnenbild, das mit ein paar Requisiten auskommt.

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Zentrale Szene jeder Aschenputtel-Oper: Die Schuhprobe. Nur Aschenputtel (in Schwarz) besteht sie.

Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Kinder in die Handlung einbezogen und dürfen an Stelle der Vögel dem Aschenputtel helfen, die Linsen (die hier durch Bonbons ersetzt sind) aufzulesen. Eine kindgerechte Umsetzung steht, wie schon in den Produktionen der vergangenen Jahre, an erster Stelle – und gelingt recht gut. Hier und da allerdings hätte eine gesprochene Passage das Verständnis erleichtert, zumal die Autoren oft zwischen Rahmen- und Märchenhandlung springen. Auch die Spieldauer ist mit einer Stunde moderat gehalten, und da auf der Bühne immer etwas passiert, wird auch den Kleinsten nicht langweilig.

Vergrößerung in neuem Fenster Das Rezept war gut: jedenfalls darf Aschenputtel ein Krönchen tragen.

Sehr geschickt ist die Auswahl der Musikstücke. Man erhält in Kurzform einen recht guten Eindruck von der Komposition (die zu den allerbesten Opern Rossinis gehört), wobei Arien und Ensembles in ausgewogenem Verhältnis stehen. Das dreiköpfige Miniatur-Orchester reicht in diesem Rahmen völlig aus. Auch sind die Rollen mit jungen Sängern akzeptabel besetzt: Anneka Ulmer ist zwar nicht das vom Text geforderte zierliche Aschenputtel, bewältigt ihre Koloraturen aber sehr ordentlich. Katrin Sander und Alexandra Leisse sind vitale Stiefschwestern. Frank Blees sorgt als Vater für komödiantische Töne, Jean-Léan Klostermann ist ein Prinz mit klarem und tragfähigem Tenor. Tobias Scharfenberger führt als Rossini durch das Spiel, schlüpft aber zwischendurch in die Rolle des Dieners Dandini, der aber nur für die (sehr sorgfältig einstudierten) Ensembles benötigt wird. Vom Klavier aus leitet Bernhard Stengel das vergnügliche Spiel, das Kindern insgesamt einen guten Einblick in die Gattung Oper gibt. Für die Erwachsenen steht übrigens auch die „Vollversion“ auf dem Spielplan (unsere Rezension).


FAZIT

Überzeugende Bearbeitung von Rossinis Meisterwerk - geeignet für Kinder vom Kindergartenalter bis zur Pubertät.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Bernhard Stengel

Regie
Jacqueline Posing-Van Dijk

Bühne und Kostüme
Katharina Polheim


Solisten

* Besetzung der Premiere

Aschenputtel
Angela Froemer /
* Anneka Ulmer

Prinz
Jean-Léan Klostermann

Rossini / Dandini
Günter Papendell /
* Tobias Scharfenberger

Vater
Frank Blees

Tisbe
Katrin Sander

Clorinda
Alexandra Leisse




Weitere
Informationen

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Musiktheater im Revier
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