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SubsTanz 02

Choreographien und Installationen von Marguerite Donlon,
Mitgliedern des Ballett-Ensembles und Gastchoreographen

Premiere im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken am 19. Oktober 2002


Homepage des Staatstheaters Saarbrücken
(Homepage)

Ich tanze, also bin ich

Von Angela Mense / Fotos von Bettina Stöß


Wenn Yong-In Lee zu meditativen Klängen eines Arvo Pärt ihre eigene Choreographie Spiegel im Spiegel vorführt, wirkt das auf den Betrachter ungemein ästhetisch. In sich versunken, schlafwandlerisch gleiten die Bewegungen der koreanischen Tänzerin unter dem weiß wallenden Kostümchen. Bestimmte Bewegungsabläufe kehren immer wieder wie ein musikalisches Motiv. Dann schwingt sich ihre Hand in die Höhe, der Arm legt sich wie ein schützender Bogen um den Kopf, der sich langsam über die Schulter dreht, so daß die Tänzerin einen Blick nach hinten wagen kann. Der Zuschauer meint, narrative Formen erkennen zu können. Exposition, Steigerung, Höhepunkt, Epilog ... Aber was wird da erzählt? Ein Blick ins Programmheft: "This choreography is for myself." Punkt.

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Die knappe Erläuterung der Tänzerin spricht für sich. Schon in der vergangenen Theatersaison sprengte Ballettdirektorin Marguerite Donlon mit SubsTanz die in der Branche üblichen Hierarchien. Auf der Suche nach einem individuellen künstlerischen Ausdruck arbeiteten die Ensemblemitglieder einfach mal für sich selbst und entwickelten einzeln oder in Gruppen ihre eigenen Choreographien. Eine sehr demokratische Art, Theater nicht nur zu produzieren, sondern auch zu präsentieren.

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So ist auch SubsTanz 02 wieder ein Bonbon für Liebhaber des interaktiven Kunstkonsums. Die Installationen, die in Foyer und Zuschauerraum zu besichtigen sind, geben Antworten auf klassische Identitätsfragen. Wer bin ich ... In hitomi@home setzt Marguerite Donlon die Tänzerin Hitomi Kuhara in einen Holzverschlag und lädt den Zuschauer ein, auf dem Stuhl davor Platz zu nehmen, um "in enger Nähe die Zerbrechlichkeit einer dynamischen Tänzerin zu erleben. ... wo gehe ich hin ... 49°14'north – 7° east and happy? zeigt auf Leinwände projizierte Porträts der Ensemblemitglieder, der Zuschauer nimmt in Liegestühlen Platz und hört sich dazu über Kopfhörer deren Statements zum Standort Deutschland im Vergleich zu Chile oder Schweden an. ... wie stehe ich zu meiner Umwelt? Für Automat sitzen auf dem Treppenabsatz vier lebende Puppen, die zu ihren marionettenartigen Bewegungen saarländische Dialoge führen: "Weesche? – Ei, wat daan? – Ei, joo."

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Gerade dieses Dilemma aber wussten die jungen Choreographen teilweise geschickt zu umgehen. In That, there wirft ein Pas de Deux tanzendes Päärchen überdimensionale Schattengiganten auf eine Leinwand. Direkt neben die bewegten und bewegenden Super8-Bilder, die den 3-jährigen Tilman O'Donnell, Deutsch-Amerikaner und Choreograph des Stücks im Garten seiner saarländischen Gro§mutter zeigt. O'Donnell verbindet die künstlerische Orientierung im multikulturellen Identitätengewirr mit einem attraktiven Angebot ans Publikum: Baut euch eine eigene Geschichte, ich gebe euch die nötigen Elemente dazu.

Am besten funktionieren natürlich die kleinen Pausenfüller mit den pointierten Slapstick-Einlagen. In den von Karin Guizzo choreographierten Links spielen Tänzer ihre eigenen kleinen Macken mit schauspielerischem Talent und ironischem Augenzwinkern. Und flugs ist dem Publikum die Berührungsangst genommen.


FAZIT

Eine heteroge, aber lohnende Produktion.


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Produktionsteam

Künstlerische Gesamtleitung
Marguerite Donlon

Mitarbeit
Ingo Meichsner

Mitarbeit Bühnenbild
Natalie Wassilikos


Coreographie und Ensemble

Ilka von Häfen, Ruben Reniers,
Harald Krytinar, Meritxell Aumedes Molinero,
Yong-In Lee, Marguerite Donlon,
Stephen Delattre, Sarah Reynolds,
Tilman O'Donnell, Karine Guizzo


Reihenfolge der Choreographien

Verbindungen

Link 1

Selensemble

Link 2

Spiegel im Spiegel

Link 3

That, there

Zwischen Schlafen und Wachen

Link 4

Tweelicht

Link 5

Etwas zu sagen?

Link 6

How fast you want


Weitere Informationen
Staatstheater Saarbrücken (Homepage)



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