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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Reiselust und ein Hauch von LiebesqualVon Meike Nordmeyer / Fotos von Klaus Lefebvre
Als ganz vernachlässigt kann es wohl nicht mehr gelten: La finta giardiniera, das Werk des 19-jährigen Mozarts, hat in den vergangenen Jahren zunehmend Beachtung erfahren und steht derzeit bei mehreren Opernhäusern auf dem Spielplan (siehe unsere Besprechungen zu den aktuellen Produktionen in Stuttgart und in Gelsenkirchen). In Köln wurde jetzt ebenso wie in Gelsenkirchen die von Mozart 1780 geschaffene Singspielfassung mit dem heute gebräuchlichen Titel Die Gärtnerin aus Liebe einstudiert. Den deutschen Text dieser Fassung, der vor allem in den langen Sprech-Dialogen mittlerweile leicht veraltet klingt, hat die bekannte Autorin Elke Heidenreich eigens für die Kölner Aufführung in Zusammenarbeit mit Regisseur Christian Schuller in modernen Ausdruck übertragen.
Im Italien-Urlaub lässt sich entspannt ein heiteres Spiel um Amore entfachen.
Schuller zeigt die Geschichte, die auf dem italienischen Landgut des Podestá spielt, als eine sommerliche Zusammenkunft von deutschen Toskana-Urlaubern. Das gelingt mitunter witzig, bleibt aber ohne besonderen Tiefgang. In einem hellen, glatten Bühnenraum agieren die Personen. Auf der Rückwand ist als ausgestantzter Schriftzug übergroß gleich einem Werbeslogan das Wort "Amore" zu lesen - ein bisschen Spaß an Liebeswirren, ein bisschen dolve vita suchen die gut betuchten Reisenden mit ihrem Toskana-Aufenthalt. Elke Heidenreich kreiert für die Figuren eine lockere Alltagsprache, die mitunter recht flott daher kommt, streckenweise aber doch recht bemüht von den Sängerdarstellern ausgespielt wird. Die Solisten zeigen sich zwar mit engagiertem Spiel bei einiger Bewegung auf der Bühne. Sie entwickeln dabei eine gewisse Heiterkeit, doch geraten die Figuren dabei nur wenig plastisch.
Doch verwirrend geht es dann des Nachts im Hecken-Labyrinth zu.
Die Szene der nächtlichen Verwirrung im 3. Akt, die wegen ihrer wahrlich operresken Unwahrscheinlichkeit stets eine besondere Herausforderung an die Regie stellt, spult Regisseur Schuller wenig originell im Heckenlabyrinth ab und vermag ihr damit sicherlich keine Plausibiltät einzuhauchen. Auch der Text von Heidenreich kann hier nicht überzeugen. Fomelhafte Wiederholungen von dürftigen Wendungen wie "bin so schwach, so schwach" werden der wirksamen Dramatik der Szene, die der junge Mozart musikalisch zu kreieren wusste, wahrlich nicht gerecht. Heidenreich und Schuller schufen eine Umsetzung von Mozarts musikalisch gehaltvollen Frühwerk, die allenfalls ein paar Schmunzler bewirkt, doch dabei wenig eigenes Profil zu bieten hat.
Eine Blick in den Reiseführer auf der Suche nach Amore in Italien. Von links: Uwe Eikötter als Podestà, Banu Böke als Sandrina, Miljenko Turk als Nardo und Insun Min als Serpetta.
Musikalisch konnten die jungen Solisten zufrieden stellen. Vor allem die Ensemble-Stellen tönten stimmig zusammen. Uwe Eikötter gibt den Podestá mit stimmlich kernigen Zugriff. Banu Böke als Sandrina findet gerade im ersten Teil zarte, bewegte Töne der traurig Liebenden, so vor allem in der Kavatine der Sandrina. Im dritten Akt wirkt Böke dann allerdings stimmlich etwas angespannt, was sich auch an der Intonation bemerkbar macht. Ein verlässlicher Partner ist ihr Hauke Möller als Conte Belfiore mit geschmeidiger Stimme. Auch Insun Min als Serpetta gestaltet ihre Arie gehaltvoll mit zartem Ton. Lina Tetruashvili gibt die Nichte Arminda mit Temperament und leuchtender Stimme, die nur gelegentlich etwas scharf tönt. Joslyn Rechter als Ramiro gestaltet ihren Part sicher, bei Miljenko Turk als Nardo hingegen bleibt die musikalische Darstellung eher blass.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne & Kostüme
Licht
Dramaturgie
Marchesa Violante (Sandrina)
Conte Belfiore
Arminda
Ramiro
Serpetta
Nardo
Zwei Carabinieri
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- Fine -