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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Zurück zur NaturVon Stefan Schmöe / Fotos von Klaus Lefebvre
Der König zweifelt an der Königswürde. Nicht nur, dass das Volk ihn stürzen will, auch noch die Königin würde ihn gerne loswerden und sich selbst die Krone aufsetzen. Allein der Narr ist sein Freund, und der führt ihn zur Erkenntnis des geheimen Königreiches, nämlich der Natur, in deren überwältigender Schönheit der Sinn des Daseins liegt. Ernst Krenek vertonte das kleine weltflüchtige Stück 1928, ein Jahr nach dem Sensationserfolg von Johnny spielt auf, und es bildet gemeinsam mit den Kurzopern Der Diktator, einer Parabel auf den aufkommenden Faschismus, und Das Schwergewicht oder Die Ehre der Nation einerburlesken Operette über den Boxsport einen Triptychon. Das geheime Königreich ist zwar eine durchaus romantisch eingefärbte Märchenoper, aber nicht ohne satirische Spitzen. Der allzu gute König, jederzeit bereit, sich für das Wohl seines Volkes zu opfern, kann nur in einer unpolitischen Natur überleben; den Revolutionären, ohne jeden Sinn für das Schöne, traut Krenek aber keinesfalls eine bessere Weltordnung zu. Zu einer Lösung kommt die Oper nicht; der Schluss bleibt offen ein sich verflüchtigendes Idyll. Der politische (mit seiner sanft die zahlreichen Märchenopern seiner Zeit karikierenden Attitüde auch musik-politische) Kontext ist in der Kölner Produktion für Kinder natürlich ausgeblendet. Statt dessen schwelgen Regisseur Christian Schuller und sein Ausstatter Ulrich Schulz in märchenhaften Farben. Ganz in rot ist die erste, in der politischen Welt des Schlosses spielende Szene gehalten, in komplementärem Grün die zweite, in der die Natur als Gegenwelt aufgebaut wird. Die asiatisch anmutenden, sehr aufwendig gestalteten Kostüme vervollständigen eine wunderbar poetische Traumwelt, in die Kreneks satirische Untertöne nur ganz leise hereinschwingen. Und mit engagiertem Spiel, das immer wieder in den Zuschauerraum übergreift, zieht das Kölner Ensemble kleine und große Zuschauer ungeachtet aller politischer Hintergedanken in seinen Bann. Dadurch ist das Geheime Königreich auch ohne seine beiden Schwesterwerke operntauglich und für Kinder wie für Erwachsene sehens- und hörenswert. Bei einer Spielzeit von weniger als einer Stunde macht es auch nichts, wenn die für Kinder nicht ganz leicht nachvollziehbare Kernaussage - ein variiertes "Zurück zur Natur" - ein wenig verschwommen bleibt.
... derweil der König - bei dem Schmetterling handelt es sich um seine mittlerweile verzauberte Gattin - in der Natur sein Glück findet.
Beeindruckend singt und spielt vor allem Miljenko Turk als sympathischer Narr, dem man sofort abnimmt, das oft nur Narren die Wahrheit sprechen. Insun Min ist eine überzeugende Königin, koloraturensicher und mit leuchtender Stimme. Raphael Schwarzers etwas matter König fällt dagegen leicht ab, und Marian Olszewski als Rebellenführer ist zwar gut bei Stimme, aber der Text ist nicht immer zu verstehen und das geht bei einer Kinderoper natürlich nicht. Das auf Kammerorchestermaß (Streichquintett, einfache Holzbläser, Horn, Schlagzeug und Klavier) reduzierte Gürzenich-Orchester spielt die lyrisch-leichte, im Grundton romantische, aber mit manchem Stilzitat bis in die Tanzmusik ausweichende Musik unter der Leitung von Oliver Stapel beweglich und präzise. So besticht die Aufführung nicht nur durch ihre liebevolle szenische Realisation, sondern auch durch die überzeugende musikalische Umsetzung.
Einfach schön - nicht nur für Kinder.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Licht
Dramaturgie
SolistenDer KönigRaphael Schwarzer
Die Königin
Der Narr
Der Rebell
Drei Damen der Königin
Erster Revolutionär / Wächter
Zweiter Revolutionär
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- Fine -