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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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40.050 Babys in einer guten StundeVon Koert Braches / Fotos von Pan Sok, Voorburg
Opera Trionfo, eine 1998 gegründete niederländische Stiftung zur Förderung der Kammeroper,
bringt in einer Reihe von Aufführungen in verschiedenen Orten der Niederlande Les
Mamelles de Tirésias (Die Brüste des Tirésias), eine Oper aus dem Kriegsjahr 1944, auf die Bühne.
Der Bezug zur Entstehungszeit wird ausdrücklich hergestellt, indem der Oper die 'kleine Kammerkantate' Soir de Neige von Poulenc (Text von Paul Eluard) vorausgeschickt wird. Ein sinnvoller Einfall. Zwar sind Musik und Text nicht zur gleichen Zeit entstanden, aber
Dichter Apollinaire greift in seinem Theaterstück aus 1903 den noch kommenden
zwei Weltkriegen bereits vor. Die hier gebrachte Kombination verstärkt den Zynismus, der aus der Oper Poulencs spricht.
Inzwischen darben die Bürger Zanzibars, weil die vielen hungrigen Mäuler das Essen wegfressen, so erzählt
der Gendarm und fragt den Ehemann, wie das Problem zu lösen wäre. Es folgt eine der vielen Spitzfindigkeiten im französischen Orginaltext von Guillaume Apollinaire, der schon als Text ohne Musik zum Lachen anregt: "Geben Sie Ihnen Karten" singt der Ehemann, wobei Karten hier eigentlich als Bezugsscheine zu verstehen sind. Diese kommen allerdings aus einer ungewöhnlichen Quelle: eine Kartenlegerin soll die Bevölkerung mit 'Karten' versehen. Die Kartenlegerin erscheint, spricht einige weissagerische Worte und macht sich danach dem Ehemann als Thérèse bekannt. In großer Liebe schließen sie sich in die Arme und mahnen zusammen mit den anderen Sängern das Publikum, erstens: sich zu kratzen, wenn man dazu die Lust verspürt, und zweitens: Kinder zu machen. Aus einer komischen Oper auch ein Bühnenereignis zu machen, das einen zum Lachen bringt, bedarf es vieles. Vor allen Dingen ist da sichtlicher Spaß am Singen und Spielen gefragt, was allerdings bei diesen Aufführenden reichlich vorhanden ist. Bis auf wenige Ausnahmen (wie das etwas holperige Spiel von Bernard Loonen, der Darsteller des Ehemanns, und die sängerischen Leistungen der Zeitungsverkäuferin, dargestellt von Maaike Beekman) sind die Rollen vorzüglich besetzt. Der Orchesterpart, der aus Platzgründen von Bart Visman auf weniger Instrumente umgeschrieben werden musste, wird dem typischen Tonfall Poulencs immer noch gut gerecht, was nicht zuletzt dem feurigen Dirigat Ed Spanjaards zu verdanken ist. Was einem im Namen der Operngesellschaft als junges Musiktheater dargeboten wird, trägt vielleicht in manchen Kleinigkeiten die Spuren einer noch nicht immer voll präsenten Bühnenerfahrung. Dafür ist aber so vieles an musikalischen, sängerischen und schauspielerischen Höchstleistungen vorhanden, das die Aufführung mit dem, was heute in den Niederlanden an Oper geboten wird, sicherlich mithalten kann |
ProduktionsteamMusikalische Leitung Inszenierung Bühnenbild Kostüme Choreografie Dramaturgie
Chor von Opera Trionfo
SolistenThérèseRenate Arends Der Ehemann Der Gendarm Der Direktor (ab 20. Oktober Robbert Muuse) Die Zeitungsverkäuferin Der Journalist Lacouf/Der Sohn Presto
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- Fine -