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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Caesar siegt über Händel
Von Gerhard Menzel
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Fotos von Michael Hörnschemeyer
Julius Caesar stand zuletzt vor 42 Jahren auf dem Spielplan der Städtischen Bühnen Münster. Diese neue Produktion scheint - zumindest musikalisch - auf eben diesem Wissensstand von 1958/59 zu beruhen. Dass sich seitdem entscheidendes - gerade in Bezug auf das Orchesterspiel - geändert hat, ist in Münster offenbar noch nicht registriert worden. Zumindest gelang es dem Dirigenten Christoph Stöcker mit dem Symphonieorchester der Stadt Münster in keiner Weise, die Musik Händels adäquat zu interpretieren und sie lebendig werden zu lassen (obwohl gerade die Hörner auch dezidiert mit in die Inszenierung integriert wurden). Anscheinend fehlt es dem Orchester sowohl technisch, als auch interpretatorisch an den notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen. Was man auch aus "traditionellen" Opernorchestern herausholen kann, bewiesen unlängst die Neuproduktionen von Cavallis La Calisto in Gelsenkirchen und Vivaldis Oper Ottone in villa in Essen.
Foto rechts:Cleopatra (Nathalie de Montmollin) wird von ihrem Bruder Ptolomeus (Radoslaw Wielgus) bedroht.
Die singenden Protagonisten schlugen sich dagegen äußert tapfer und boten für die hiesigen Verhältnisse anerkennenswerte Leistungen. Als Julius Caesar hatte man mit Sytse Buwalda einen Altus verpflichtet, der sich in diesem Genre bestens auskennt und die reichhaltigen Facetten von Händels Musik auch entsprechend umsetzen kann. Die eigentliche Hauptfigur des Stückes ist allerdings Cleopatra. Nathalie de Montmollin verleiht ihr den Zauber, den diese Figur unbedingt ausstrahlen muss, obwohl sie von der Inszenierung - und den Kostümen her - nicht gerade wie eine prädestinierte Führungspersönlichkeit gezeichnet wird (gleiches gilt übrigens auch für Julius Caesar). Der einzige, dessen Machtbesessenheit wirklich überzeugend wirkt, ist Radoslaw Wielgus als Cleopatras Bruder Ptolomeus. Er beherrscht die Szene und setzt seine Stimme effektiv und eindrucksvoll ein.
Foto links:Cornelia (Suzanne McLeod) und Sextus (Heike Grötzinger) wollen den von Ptolomeus ermordeten Gatten, bzw. Vater, rächen.
Ein imposantes "Rachepaar" bilden Suzanne McLeod als Cornelia und Heike Grötzinger als deren noch nicht ganz reifer Sohn Sextus. Auke Kempkes als Heerführer und Berater des Achillas und die beiden (stummen) Diener Thomas Holznienkemper (Ein Römer) Gian-Philip Andreas (Ein Ägypter) komplettieren ein durchweg stimmiges Ensemble, das von Regisseur Benedikt Borrmann einfühlsam und mit dem Hauptaugenmerk auf die privaten Konflikte hin geführt wird. Die betont einfachen Kostüme und das unspektakuläre Bühnenbild von Pia Oertel konzentrieren die Aufmerksamkeit des Publikums ebenfalls ganz auf die handelnden Figuren. Die Szene verleiht der Aufführung somit ihre Meriten.
Mit einer ansehbaren Inszenierung und engagierten Sängern, aber einer unzureichenden musikalischen/orchestralen Interpretation, tut man der Oper und dem Barockmusik liebenden Publikum keinen großen Gefallen. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Produktionsteam
Musikalische Leitung
Regie
Ausstattung
Dramaturgie
SolistenJulius CaesarSytse Buwalda
Cornelia
Sextus
Cleopatra
Ptolomeus
Achillas
Ein Römer
Ein Ägypter
Weitere Informationen erhalten Sie von den Städtischen Bühnen Münster (Homepage) |
- Fine -