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...und wo war der Regisseur?Von Sebastian Hanusa
Die Inszenierung hätte man auf einige wenige Standart-Klischees reduzieren können, im Autodafé glitt kurzzeitig sogar ins Peinliche ab, als - nachdem schon rotvermummte Mönche den Reisig über die Bühne getragen hatten - kreuztragende Ketzer stark an Monty Pythons "Life of Brian" erinnerten. Neben einer recht konventionellen und sehr statischen Lichtregie hatte die Produktion mit Heidrun Schmelzers Bühnenbild zu kämpfen. Um ein mit rotem Stoff überzogenes Podest hatte sie eine durch Säulen gegliederte Kiste gebaut, deren Wände unheilvoll blutrot marmoriert waren. Während das Agieren des Personals wenig psychologische Spannung schuf, hatte das mehr lästig denn bedrohlich wirkende Bühnenbild nichts von der Magie einer großen Oper. Das rote Podest hätte mehr Raum gehabt, mehr Stimmung verströmt, wäre es nicht in jenen multifunktionalen Karton gesperrt.
Dass immerhin auf Verdis Musik Verlass ist, erwies sich erst im Laufe der Aufführung: Auch wenn das Orchester mit konzentriertem Spiel gefiel, taten sich die Musiker zunächst schwer jenen typischen Tonfall zu finden, der die große Emphase auf engstem Raum mit nuancenreicher Differenzierung verbindet. Erst im Laufe der knapp vier Stunden wurde das Orchester unter seinem GMD Francesco Corti allmählich warm und vermittelte musikalische Höchstspannung.
Sofort überzeugen konnten die herausragenden Sänger. Ruben Broitman gestaltete seinen Carlos mit einem mühelos leicht wirkenden Tenor, für den die großen Bögen ebenso selbstverständlich waren wie die dramatischen Ausbrüche und der dabei eine selten in dieser Partie anzutreffende Jugendlichkeit ausstrahlte. Mit Dorin Mara als Posa hatte er einen Bühnenpartner, der ihm an Selbstverständlichkeit und Ausdruckskraft in nichts nachstand - ebensolches läßt sich auch über Susan McLean als Eboli sagen. Margaret Chalkers Elisabeth stand dem lediglich um die Nuance einiger erhoffter lyrischer Zwischentöne und einer etwas matten Höhe nach, Plamen Hidjovs König Philipp hätte vielleicht etwas weniger Würde vertragen können. Die außerordentlich profunde Tiefe Hidekazu Tsumayas verlieh seinem Großinquisitor über die Bühnenfiktion hinaus furchterregende Wirkung, letzteres ließe sich auch zu der einen oder anderen Vibartions-Schliere im nicht immer intonationsreinen Opernchor sagen.
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ProduktionsteamMusikalische LeitungFrancesco Corti / Siegmund Weinmeister
Inszenierung
Bühne und Kostüme
Choreinstudierung
Dramaturgie
Solisten* Besetzung der rezensierten AufführungPhilipp II. Plamen Hidjov
Don Carlos
Marquis Posa
Der Großinquisitor
Ein Mönch
Elisabeth
Teresa Erbe
Prinzessin Eboli
Tebaldo
Eine Verurteilte
Gräfin von Aremberg
Graf von Lerma
Sechs flämische Gesandte
Juan de Gea / Markus Monnerjan / Kurt Schäfer / Thomas Stadler / Johannes Zimnol
Sechs Mönche
Rainer Mahler / Miroslaw Maj / Lemi Reskovac / Hermann Weber
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- Fine -