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Madama Butterfly
Tragedia giapponese
Musik von Giacomo Puccini
Dichtung von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Premiere am Theater Hagen
am 2. März 2002


Logo: Theater Hagen

Theater Hagen
(Homepage)

Verletzte Seele

Von Meike Nordmeyer / Fotos von Olaf Struck


Sie ist erst fünfzehn Jahre alt diese Butterfly, und bereit, sich der Liebe zu einem fremden Mann völlig zu überlassen. Nach dem erzwungenen Selbstmord des Vaters muss Butterfly ihr Leben als Geisha finanzieren. Mit der Heirat will sie diesem Leben und auch ihrer Familie offenbar so schnell wie möglich und endgültig entfliehen. Zu einem traumatischen Erlebnis ist für das junge Mädchen der miterlebte Selbstmord des Vaters geworden, das macht Regisseur Wolf Seesemann direkt zu Beginn deutlich. Noch bevor die Musik beginnt, öffnet sich der Vorhang kurz nach oben, und in rotes Licht getaucht wird stumm der Todesstoß des Vaters gezeigt. Sehr bald erweist sich dann auch beim Auftritt von Butterfly, dass diese nicht nur noch recht kindlich ist, sondern auch recht verstört wirkt. Ausdrucksstark wird dies von der Sängerdarstellerin Dagmar Hesse verkörpert.

Szenenfoto

Hochzeit im traditionellem Gewand. Dagmar Hess als Butterfly (im Vordergrund im weißem Kleid) und Mitglieder des Opernchors.

Seesemann lässt die Geschichte im heutigen Japan spielen. Da hält man noch an die Traditionen fest, zur Hochzeit erscheint die Braut und ihre Begleiterinnen in festlichem traditionellem Putz. Doch einige der Gäste kommen auch im modernen Herrenanzug und Damenkostüm. An der Tradition versucht man sich noch zu orientieren, doch zu floskelhaften Formen erstarrt gibt sie keinen Halt mehr.

Szenenfoto Butterfly (Dagmar Hesse) berichtet Sharpless (Bernd Valentin) von ihrer schwierigen Lage.

Ein ansehnliches japanisches Haus bewohnt Butterfly. Durch Treppen rechts und links ist es eingerahmt und kann damit bewegt bespielt werden auf der Bühne. Mittels Drehbühne wird es nach der Abreise von Pinkerton von hinten zu sehen sein, mit Einblick ins Innere, ins nunmehr einsame Leben der Butterfly. Deutlich zeigt sich hier die Armut an dem abgewirtschaftetem Zustand des Hauses, und deutlich zu spüren ist das triste Leben darin. Wenn Pinkterton wiederkommt, wird er wieder nur die noch ordentliche Fassade von vorne sehen. Ein gelungener schlichter wie beweglicher Aufbau der Bühne.

Szenenfoto

Butterfly (Dagmar Hesse) betet Pinkerton (Byoung-Ho June) an.

Neben der präsenten Darstellung der Butterfly durch Hesse agieren auch die anderen Ensemblemitglieder gut auf der Bühne. Wirkungsvoll vor allem das gebeugte Spiel von Elvira Soukop als Dienerin Suzuki. Für leichte Irritation sorgt da nur die Besetzung: Das einzige mit einer Hauptrolle besetzte asiatische Ensemblemitglied Byoung-Ho June spielt ausgerechnet den Haupt-Amerikaner Pinkterton - eine Besonderheit, über die hinwegzusehen ist, um das Stück als allgemeinmenschliches Seelendrama einer jungen verletzten Frau zu betrachten und von den besonderen Nationalitäten zu abstrahieren.
June wurde zwar als erkältet angekündigt, konnte aber dennoch gehaltvoll mit nur leichten Einschränkungen seine Partie ausführen. Dagmar Hesse bietet eine große Butterfly. Sie bildet stets das Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Leiden und Hoffen der jungen Frau macht sie mit reicher, gut geführter Stimme hörbar, sicher auch in der Höhe. Facettenreich färbt sie die Stimme zum Ausdruck von kindlicher Freude und vor allem von tiefer Traurigkeit. Warmtönig klagend gestaltet dazu Soukop die Partie als Suzuki, sehr beachtlich auch Bernd Valentin als Sharpless.

Das Orchester unter der Leitung von Georg Fritzsch findet sich zunehmend ein in dichtes Zusammenspiel. Zart und genau erklingen die Holzbläser. Der Zusammenklang wird differenziert austariert, gelegentlich übertönt allerdings der starke Einsatz des Blechs. Enorme Spannung kann aufgebaut werden ab dem 2. Akt, besonders zum traurigen Gesang der Butterfly. So entsteht gemeinsam ein ausdrucksstarker musikalischer Duktus.


FAZIT
In ansprechender Inszenierung gelingt eine gute musikalische Umsetzung der Butterfly, die getragen wird von der reichen darstellerischen und gesanglichen Leistung von Dagmar Hess.



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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Georg Fritzsch

Inszenierung
Wolf Seesemann

Ausstattung
Rainer Sinell

Choreinstudierung
Konrad Haenisch

Dramaturgie
Julia Bömers



Opern- und Extrachor des
Theaters Hagen
Philharmonisches Orchester
Hagen



Solisten

* Besetzung der Premiere

Cio-Cio-San, genannt Butterfly
* Dagmar Hesse /
Magdalena Bränland

Suzuki
Elvira Soukop

Kate Pinkerton
Monika Niemann

B.F. Pinkerton
Byoung-Ho June

Sharpless
Bernd Valentin

Heiratsvermittler Goro
* Richard van Gemert /
Dominik Wortig

Fürst Yamadori
* Jürgen Dittebrand /
Reinhard Leisenheimer

Onkel Bonze
Jae Jun Lee

Yakusidé
Tae-Hoon Jung

Kaiserlicher Kommissar
Arnd Gothe

Standesbeamter
Klaus Nowaczyk

Mutter Cio-Cio-Sans
Edeltraud Kwiatkowski

Tante Cio-Cio-Sans
Lucyna Sochanski

Kusine Cio-Cio-Sans
Saralouise Owens

Cio-Cio-Sans Kind
* Pascal Hahn /
Robert Lankester



Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Hagen (Homepage)




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