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Verletzte Seele
Von Meike Nordmeyer
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Fotos von Olaf Struck
Sie ist erst fünfzehn Jahre alt diese Butterfly, und bereit, sich der Liebe zu einem fremden Mann völlig zu überlassen. Nach dem erzwungenen Selbstmord des Vaters muss Butterfly ihr Leben als Geisha finanzieren. Mit der Heirat will sie diesem Leben und auch ihrer Familie offenbar so schnell wie möglich und endgültig entfliehen. Zu einem traumatischen Erlebnis ist für das junge Mädchen der miterlebte Selbstmord des Vaters geworden, das macht Regisseur Wolf Seesemann direkt zu Beginn deutlich. Noch bevor die Musik beginnt, öffnet sich der Vorhang kurz nach oben, und in rotes Licht getaucht wird stumm der Todesstoß des Vaters gezeigt. Sehr bald erweist sich dann auch beim Auftritt von Butterfly, dass diese nicht nur noch recht kindlich ist, sondern auch recht verstört wirkt. Ausdrucksstark wird dies von der Sängerdarstellerin Dagmar Hesse verkörpert.
Hochzeit im traditionellem Gewand. Dagmar Hess als Butterfly (im Vordergrund im weißem Kleid) und Mitglieder des Opernchors.
Ein ansehnliches japanisches Haus bewohnt Butterfly. Durch Treppen rechts und links ist es eingerahmt und kann damit bewegt bespielt werden auf der Bühne. Mittels Drehbühne wird es nach der Abreise von Pinkerton von hinten zu sehen sein, mit Einblick ins Innere, ins nunmehr einsame Leben der Butterfly. Deutlich zeigt sich hier die Armut an dem abgewirtschaftetem Zustand des Hauses, und deutlich zu spüren ist das triste Leben darin. Wenn Pinkterton wiederkommt, wird er wieder nur die noch ordentliche Fassade von vorne sehen. Ein gelungener schlichter wie beweglicher Aufbau der Bühne.
Butterfly (Dagmar Hesse) betet Pinkerton (Byoung-Ho June) an.
Neben der präsenten Darstellung der Butterfly durch Hesse agieren auch die anderen Ensemblemitglieder gut auf der Bühne. Wirkungsvoll vor allem das gebeugte Spiel von Elvira Soukop als Dienerin Suzuki. Für leichte Irritation sorgt da nur die Besetzung: Das einzige mit einer Hauptrolle besetzte asiatische Ensemblemitglied Byoung-Ho June spielt ausgerechnet den Haupt-Amerikaner Pinkterton - eine Besonderheit, über die hinwegzusehen ist, um das Stück als allgemeinmenschliches Seelendrama einer jungen verletzten Frau zu betrachten und von den besonderen Nationalitäten zu abstrahieren.
Das Orchester unter der Leitung von Georg Fritzsch findet sich zunehmend ein in dichtes Zusammenspiel. Zart und genau erklingen die Holzbläser. Der Zusammenklang wird differenziert austariert, gelegentlich übertönt allerdings der starke Einsatz des Blechs. Enorme Spannung kann aufgebaut werden ab dem 2. Akt, besonders zum traurigen Gesang der Butterfly. So entsteht gemeinsam ein ausdrucksstarker musikalischer Duktus.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Inszenierung
Ausstattung
Choreinstudierung
Dramaturgie
Solisten* Besetzung der PremiereCio-Cio-San, genannt Butterfly * Dagmar Hesse / Magdalena Bränland
Suzuki
Kate Pinkerton
B.F. Pinkerton
Sharpless
Heiratsvermittler Goro
Dominik Wortig
Fürst Yamadori
Reinhard Leisenheimer
Onkel Bonze
Yakusidé
Kaiserlicher Kommissar
Standesbeamter
Mutter Cio-Cio-Sans
Tante Cio-Cio-Sans
Kusine Cio-Cio-Sans
Cio-Cio-Sans Kind
Robert Lankester
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- Fine -