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Schwanensee
Ballett von Youri Vamos
Musik von Peter I. Tschaikowsky

Aufführungsdauer: ca. 3h (eine Pause)

Premiere im Opernhaus Düsseldorf am 10. November 2001


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Deutsche Oper am Rhein
(Homepage)
Ein Kindheitstraum(a)

Von Gerhard Menzel / Fotos von Eduard Straub



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Die heitere Hofgesellschaft erfreut sich an fröhlichen Spielen und am Bogenschießen.


Kein Märchen, sondern die erschreckende Geschichte eines traumatischen Erlebnisses eines Jungen präsentiert Youri Vamos in Tschaikowskys Ballett Schwanensee.

Als Kind wird der junge Prinz unfreiwillig Zeuge, wie der Liebhaber seiner Mutter sich über diese hermacht. Diese Szene begleitet den Heranwachsenden - ein Einzelgänger, der sich möglichst zurückzieht und lieber den anderen von Ferne aus zuschaut - sein ganzes Leben lang. Ein Schwan, den er im gedankenlosen Spiel erlegt ersteht in seiner Phantasie zu einem Abbild seiner jungen Mutter. Auch als gezwungener Heiratskandidat jagt er seinem Traumbild nach, bis ...


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Für den Prinzen (Guy Albouy) ersteht der von ihm erlegte Schwan (Marina Antonova) als Frau seiner Träume wieder.


Youri Vamos erzählt diese tragischen Begebenheiten in schönen, dekorativen Bildern und märchenhaften Kostümen von Michael Scott ohne ins Kitschige abzugleiten. Dafür sind die spannungsvollen Beziehungen des Prinzen zu seinem anderen Ich und zu seiner Umwelt viel zu intensiv und einprägsam herausgearbeitet. Die eine bedeutende Rolle spielende Lichtregie von Klaus Gaditz sorgt letztendlich dafür, dass man sich den seelischen Kämpfen des jungen Prinzen nicht entziehen kann.


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Vor aller Augen gelingt es Odile (Marina Antonova), der Tochter des Rotbart, fast, den Prinzen (Guy Albouy) zu verzaubern.


Guy Albouy als Prinz hat in dieser Choreografie von Youri Vamos ein Höchstmaß an psychologischem Ballast zu verarbeiten bzw. zu verkörpern. Seine Technik und sein darstellerisches Format ermöglichen ihm, die ganze Komplexität der Figur eindrucksvoll nachzuzeichnen. Alexander Rulkevich, der sowohl das andere Ich, als auch den Liebhaber Rotbart verkörpert, setzt in der "Doppelgänger-Rolle" gewichtige Akzente, die das Ende des "Helden" tatkräftig vorbereiten. Am meisten gefordert ist jedoch Marina Antonova. Zuerst erscheint sie dem Prinzen als jugendliches Abbild seiner Mutter, danach als wiedererstandener Schwan Odette und schließlich auch als Odile, die Tochter des Rotbart, der seine Mutter damals verführte. Vor allem die unterschiedlichen Erscheinungsformen als Odette und Odile verkörperte sie mit so unterschiedlichem Ausdruck und völlig andersgearteten Bewegungen, dass man glauben konnte, es seinen zwei verschiedene Tänzerinnen; eine schier unglaubliche Verwandlung.


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Die Schwäne (Corps de ballet) werden ihrem Ruf als mythologische Wesen vollauf gerecht.


Neben den zahlreichen kleineren Partien und den putzmunteren Schwänen sorgte das Corps de ballet für einen ungetrübten Ballettgenuss. Die kleinen und großen Ensembles gelangen mit der nötigen Perfektion, ohne maschinell zu wirken. In den "Massenszenen" bildeten die Statisterie und die Schüler der Ballettschule der Deutschen Oper am Rhein schöne Tableaus, die durch die (meist) einfallsreiche Choreografie von Youri Vamos lebendig gestaltet wurden.

Beschwingt und munter ging es unter der musikalischen Leitung von Martin Fratz auch im Orchestergraben zu. Auch wenn einige Violinsoli etwas intonationssicherer und eleganter und viele Tuttistellen weniger robust und polternd hätten klingen können, sorgte die Musik für das notwendige metrische Gerüst und die erforderlichen Klangfarben, um die tänzerische Umsetzung des Stückes zu gewährleisten.


FAZIT

Eine ungewöhnliche, aber stringent und schlüssig erzählte Geschichte über das erleben und verarbeiten von prägenden Eindrücken aus der Kindheit.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Martin Fratz

Inszenierung und Choreografie
Youri Vamos

Choreografische Assistenz
Joyce Cuoco

Bühne und Kostüme
Michael Scott

Licht
Klaus Gaditz



Corps de ballet

Schüler der Ballettschule
der Deutschen Oper am Rhein

Statisterie
der Deutschen Oper am Rhein

Die Düsseldorfer Symphoniker


Solisten


Prolog

Die Großfürstin
Gudrun Kranz

Ihr Kind, der Prinz
Aljoscha Lenz

Ihr Liebhaber Rotbart
Alexander Rulkevich

1. Bild

Die Großfürstin
Gudrun Kranz

Ihr jugendliches Abbild
Marina Antonova

Der junge Prinz
Thomas Hinterberger

Der Prinz
Guy Albouy

Sein anderes Ich
Alexander Rulkevich

Adamo und Benno
Jörg Simon, Alexei Afanassiev

2. und 4. Bild

Odette, der Schwan
Marina Antonova

Kleine Schwäne
Emma Collins, Tomoku Nagai
Margareta Trofil, Tina Vasilaki

Große Schwäne
Daniela Svoboda, Maree White

3. Bild

Odile, Tochter des Rotbart
Marina Antonova

Neapolitaner
Tomoku Nagai, Michal Matys

Prinzessinnen
Kristina Ehrs, Svetlana Phechtchenko,
Imogen Wearing, Eriko Yamashiro

Spanier
Damiela Svoboda, Wayan Angst,
Jhane Hill



Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Deutsche Oper am Rhein
(Homepage)



Da capo al Fine

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