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Rosenschmuck und Sangeskunst
Von Meike Nordmeyer
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Fotos von Thilo Beu
In der Flucht der mit Rosen bedeckten Wände bedeuten sich Figaro (Piero Guarnera) und der Graf (Patrick Henckens) Einiges.
Rosen im Flügel, Rosen auf der Tastatur und Rosen an den Wänden - wenn das nicht romantisch ist. Rosina und der Graf Almaviva flirten herzig bei der Gesangstunde. Im weißen, fast leeren Bühnenraum mit beweglichen Wänden spielt die Geschichte um das Verwirrspiel, in der Rosina und der Graf schließlich doch ein Paar werden. Der Bühnenraum von Csaba Antal gibt sich abstrakt und zeitlos, eher modern, hat dabei aber eigenlicht nur dekorative Funktion. Der Figaro tritt als buntbefrackter Mime auf, mit großem Koffer, aus dem er viel Nützliches und allerhand Wunderliches zaubert. Keine ganz übliche Szenerie im Barbier, es ist schon ein besonderes Bühnenspiel, das da entworfen wird, kühl und entrückt. Von der im Programmheft von Regisseur Cesare Lievi versprochenen Ironie ist aber leider nicht viel zu spüren. Die Rosen und das zunehmend rot flammende Kleid der Rosina sowie das bis zum Klaumauk reichende Spiel sind da nicht als die angekündigten absurden Elemente zu erkennen.
Das Spiel ist heiter und recht bewegt. Mitunter halten die Personen aber inne, die Situation wird eingefroren. Nur der Figaro scheint dann die Welt zu dirigieren, er flaniert pantomimisch durch die Szenerie - leider allzu manieriert gerät wiederholt sein Gehabe. Das Dienstmädchen Berta muss immer an markanten Stellen niesen, passend erkältet dazu ist Bartolo. Welch einfach gestrickte Attitüde. Das solide präsente und komödiantische Spiel von Reinhard Dorn als Bartolo fällt aber durchaus angenehm auf in dem ganzen Ulk. Die drei halten zusammen: Der Graf, Figaro und Rosina (Susanne Blattert).
Musikalisch erweist sich die Produktion als sorgsam erarbeitet. Das junge Ensemble stimmt gut zusammen, Partien und Ensembles wurden genau einstudiert. Die Koloraturen werden beachtlich weitgehend ausgesungen. Patrick Henckens als Graf Almaviva führt seine hell timbrierte Stimme beweglich und zunehmend sicher durch die Koloraturen. Susanne Blattert erklingt als Rosina mit strahlender Stimme. Sie verfügt über gehaltvolle Tiefe und wohlgebildete Höhe, mit diesem Spektrum weiß sie ihre Partie ausdrucksstark, weil besonders farbreich zu gestalten. Sie versprüht dazu auch noch reichlich Charme und zeigt starke Bühnenpräsenz - damit ist sie unbestrittener Glanzpunkt der Vorstellung. Piero Guarnera als Figaro kann da leider nicht mithalten, fast ungehobelt bewegt sich seine Stimme durch die Läufe. Wohlklingend mit warmen Ton erklingt der Bartolo von Reinhard Dorn. Obwohl er als krank angekündigt wurde, kann er vollauf überzeugen. Auch die Nebenrolle der Berta konnte mit Siegrún Pálmadóttir gut besetzt werden. Das Orchester unter der Leitung von Wolfgang Ott musste sich zunächst noch etwas einfinden in die Musik Rossinis. Die Ouvertüre gelang noch nicht ganz ausgewogen. Bald darauf wurde aber fein musiziert, beachtlich vor allem die gut gearbeiteten Übergänge. Die Sänger wurden sehr aufmerksam begleitet, nur gelegentlich ließ impulsive Dynamik sie in den Hintergrund treten. Ein anspruchsvolles gemeinsames Musizieren von Sängern und Bühne konnte sich entwickeln.
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ProduktionsteamMusikalische LeitungWolfgang Ott
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Licht
Choreographische Mitarbeit
Choreinstudierung
Dramaturgie
SolistenGraf AlmavivaPatrick Henckens
Rosina
Bartolo
Figaro
Basilio
Berta
Fiorillo
Offizier
Das Ensemble in Aktion:
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