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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Coole CosìVon Mariko Jacoby / Fotos von Karen Stuke
Den Rahmen für die Handlung bildet ein "Schaukasten", der aus verschiebbaren Wänden besteht. Sie sind mit Bildern von Schäfern mit ihren Geliebten, die alten Kupferstichen nachempfunden sind, bemalt und signalisieren eine "bessere" Zeit oder eine Kulisse einer idyllisch-simplen Rokoko-Oper, im Gegensatz zur Aktualität der Così. Diese Wände werden von Zeit zu Zeit in Teilen hochgeschoben, wodurch Türen entstehen und man Einblick ins "Außerhalb" gewinnt. Von oben schauen die Außenstehenden Don Alfonso und Despina in die Schaubühne, wo die Personen eher als Typen handeln. Sie werden nicht charakterisiert, sondern handeln schablonenhaft und persönlichkeitslos, wodurch sie wie Marionetten auf der Bühne wirken. Gregor Horres stellt dadurch das Lustspielhafte und Schablonenhafte der Handlung in den Vordergrund. Eine Ausnahmerolle spielt die Despina, sie ist nicht wie bei Mozart nur eine Kammerzofe mit recht revolutionären Ideen, sie ist eine Sexbombe, die als Sexualtherapeuthin erscheint, um die beiden "Albaner" vom Gift zu "heilen", statt sich wie üblich als Doktor mit Magnetstein zu verkleiden.
Solide Leistungen zeigte das Sängerensemble: Melanie Kreuter als
kraftvolle Fiordiligi, die auch zu innigen Tönen fähig ist, Mojca
Vedernjak als temperamentvolle Dorabella, Victoria Granlund als
erfrischend lebendige Despina, Neal Banerjee als Ferrando und Raimund
Nolte als gepflegt singender Guglielmo, die in der Rolle der "Albaner"
förmlich aufgingen und Hans Griepentrog als junger Alfonso mit schönem
Bass und leichten Höhenschwierigkeiten. Alle spielten ihre Rollen mit
spürbarem Engagement.
Mit differenzierter Klang- und Tempogestaltung unterstützten Peter Kuhn und sein Orchester das Regiekonzept. Während er den übertriebenen Gefühlen im ersten Akt durch sehr schnelle Tempi keinen Raum ließ, war im zweiten Akt die Ernsthaftigkeit der Lage zu spüren. Der gesamte Klang wirkte plastisch, jede Phrase wurde deutlich betont. Mit Präzision und Disziplin hielten er und das Bielefelder Orchester das Publikum in Atem, obgleich auch viel von Gefühlsintensität der Mozartschen Musik verloren ging.
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ProduktionsteamMusikalische Leitung Inszenierung Bühne und Kostüme Chor Dramaturgie Licht Fechtszenen
Solisten* Besetzung der rezensierten AufführungFiordiligi Melanie Kreuter Dorabella Gugielmo Ferrando Despina Don Alfonso
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- Fine -