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Lobet die Nacht - Wölfe sind auch nur Menschen
Von Monika Jäger
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Fotos von Michael Hörnschemeyer Mit einem "Abgesang auf das 20. Jahrhundert" beschließen die Städtischen Bühnen Münster das zu Ende gehende Weill-Jahr, indem sie aus der Kantate Das Berliner Requiem, dem musikalischen Hörbild Der Lindberghflug und dem Songspiel Mahagonny ein abendfüllendes Programm zusammenstellen.
Renatus Mészár, Mark Bowmann-Hester und Boris Leisenheimer Diese Werke zu einem abendfüllenden Programm zusammen zu fügen, ist sicherlich ein gewagter Versuch, nicht zuletzt, da es sich außer bei Mahagonny nicht um Brechts populärste Werke handelt. Standbilder und Chor-Kommentare, die sich desillusionierend und aufklärend an die Zuschauer wenden, um ihnen eine Haltung zu verdeutlichen, Distanz als oberstes Leitgebot - wenn wie in Münster im Großen Haus zeitgleich Tim Fischer die Welt der Chansons beschwört, wirkt Brechts Zeigefinger nicht gerade als Publikumsmagnet. Es fragt sich, ob nicht selbst ein Brechtsches Lehrstück heute etwas weniger spröde wirken darf. Eine zeitgemäße Adaption kann sich nicht in Vordergründigkeiten wie den mit Handys telefonierenden Securitys oder dem Outfit der Leningrad Cowboys erschöpfen. Auch die Verkörperung der Technik durch Neil Armstrong ist eher historisch denn gegenwartsbezogen. Dennoch ist der Abend Lobet die Nacht - also wolves have heartattacks ein mutiger, geradezu idealistischer Versuch, die Aktualität von Brechts Fragen nach Fortschrittshörigkeit und Entfremdung des Menschen zu thematisieren und zum anderen sein Anliegen in Bezug auf ein breites und junges Zielpublikum ernst zu nehmen: Im Bemühen Brechts, über das Novum der Massenmedien auch die junge Generation zu erreichen, untertitelt er den Ozeanflug als Radiolehrstück für Knaben und Mädchen.
Stephanie Kühne, Mark Coles und Birgit Beckherrn
Diesem Anliegen wird die Inszenierung von Lorenzo Fioroni und Dirk Kaftan gerecht, indem sie mit einem eigens für dieses Projekt gegründeten Jugendorchester arbeitet, das sich aus SchülerInnen und jungen Studierenden zusammensetzt und von Musikern des Symphonieorchesters angeleitet wurde. Gemäß den Vorstellungen von Brecht und Weill tritt das Orchester auch in der Münsteraner Inszenierung als moralische Instanz in Erscheinung und kommentiert das Bühnengeschehen, z.B. indem es im Requiem die Bühne verlässt und als vom Unheil Gezeichnete den Prolog zu Mahagonny intoniert. Die Inszenierung überzeugt durch dieses jugendliche Projektorchester nicht nur im Sinne Brechtscher Pädagogik, sondern auch musikalisch: So gewinnt die Orchesterdarbietung durch die Besetzung mit nicht-Professionellen an Deutlichkeit, Direktheit und damit Aussagekraft. Ohne den Glanz des Perfekten versetzten sich die InstrumentalistInnen in das Geschehen und setzten sich damit erfrischend von routinierten Orchestern ab. Der Preis dafür ist sicherlich mangelnde technische Souveränität und fehlende Präzision, doch wurde diese wiederum kompensiert von den sehr überzeugenden GesangssolistInnen, allen voran Stephanie Kühne und Birgit Beckherrn als Mädchen von Mahagonny.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Regie
Bühnenbild
Kostüme
Choreinstudierung
Dramaturgie
Solisten
Tenor
Tenor
Bariton
Bass
Lindbergh
Bariton
Bass
Bessie
Jessie
Billy
Charly
Bobby
Jimmy
Weitere Informationen erhalten Sie von den Städtischen Bühnen Münster (Homepage) |
- Fine -