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Ein Hoch auf Angelina Ruzzafante
Von Anne-Kathrin Koch
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Fotos von Olaf Struck In der letzten Premiere der Saison am Theater Hagen war die Dramatik nicht zu übersehen und zu überhören. Verdis La Traviata nahm Bezug auf das Thema Krebserkrankung, die damit verbundene Vereinsamung der Patienten, das Schwanken zwischen Hoffnung und Leid und das Neben-demLebenStehen. Einfühlsam wie die Inszenierung war das Bühnenbild arrangiert: Nur durch leichte Verschiebungen der diversen transparenten Trennwände und einer kleinen Drehung der Hauptbühne wurde die Szenerie geändert. Der Gesamteindruck von Transparenz und Offenheit suggeriert, bis in die Seele von Violetta schauen zu können. Diese Einsicht zieht sich konsequent hin bis zum Schluss, wo die weißen, lichtdurchlässigen Papierwände einen Traumschleier symbolisieren: Denn Regisseurin Angela Brandt Violetta und Alfredo nur noch in ihrem Fieberwahn zusammentreffen, eine anstehende Hochzeit und Familienzusammenführung bleiben ein Traum Violettas.
Das größte Lob geht an Angelina Ruzzafante als Violetta. Sie bestreitet den ganzen Abend mit großem schauspielerischen Talent und ausgezeichneten Gesang. Die Anstrengung und Dauer der sehr anspruchsvollen Partie merkte man ihr nicht an. Mit ihrer ausdrucksvollen Mimik und Gestik vermittelt sie ihr Leid und lässt das Publikum mitfühlen. Als Neuzugang am Hagener Theater präsentiert sich Byoung-Ho June in der Rolle des Alfredo dem Publikum. Die etwas vorsichtige Stimme ist für einen Tenor untypisch, überzeugt aber mit einem traumhaften Klang und variantenreicher Gestaltung. Für Stefan Adam ist diese Premiere sein Abschiedsauftritt am Theater Hagen. Wie gewohnt singt und spielt er überzeugend und versetzt sich gut in seine Rolle. Seine mächtige Stimme tut ein Übriges.
Die Klänge des Philharmonischen Orchesters Hagen muteten zum Teil wie Filmmusik an. Zarte leitmotivische Begleitung, Spannung aufbauendes Tremolo oder leidenschaftliche Dramatik fordert Gerhard Markson von seinen Musikern mit Erfolg, auch wenn die orchestrale Begleitung im Piano etwas uneinheitlich war, im Forte stimmte einfach alles. Der Chor ertönt stimmgewaltig, aber stimmt nicht immer mit dem Orchester überein. Auch hier besteht im Piano die Terndenz zum Schleppen. Gegen Ende des Stückes ließen die Frauenstimmen nach, die Höhen waren einfach zu schwach.
Das Premierenpublikum war zu Recht begeistert. Vor allen Dingen Angelina Ruzzafante wurde durch tosenden Applaus immer wieder auf die Bühne gelockt. Doch auch die restlichen musikalischen Beiträge und die Inszenierung fanden regen Anklang. Immer wieder schallten Bravo-Rufe durch den Saal. Einige Italiener im Publikum heizten der Menge ein, so dass die Stimmung - für Hagen ungewöhnlich überschäumend war.
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ProduktionsteamMusikalische LeitungGerhard Markson
Inszenierung
Ausstattung
Choreographie
Dramaturgie
Choreinstudierung
SolistenVioletta Valery Angelina Ruzzafante
Flora Bervoix
Annina
Alfredo Germont
Giorgio Germont
Gaston
Baron Douphol
Marchese d'Obigny
Doktor Grenvil
Giuseppe
Diener Floras
Komissionär
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- Fine -