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Die Zauberflöte
Libretto von Emanuel Schikaneder
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere im Stadttheater Dortmund
am 03.03.2001
(rezensierte Aufführung: 16. März 2001)


Logo: Theater Dortmund

Theater Dortmund
(Homepage)

Weisheit contra Liebe

Von Anne-Kathrin Koch / Foto von Andrea Kremper



Szenenfoto Tamino (Norbert Schmittberg)

Die Bühne ganz in blau, riesige Bücher als Kulisse und eine sündig-rote Schlange stimmten in einen wunderbaren Abend ein. Die offensichtliche Symbolik der Farben zog sich wie ein roter Faden durch die Aufführung: Die blauen bzw. roten Bücher wurden je nach Bedarf - Szene der Weisheit oder der Liebe - in den Vordergrund gezogen. Papageno lief als knallgelber Kanarienvogel über die Bühne und die Königin der Nacht stand in einem schwarzen Kreis, der durch Lichteffekte einer Sonnenfinsternis gleicht. Auch sonst fiel das Bühnenbild durch überraschende Details auf: Die drei Knaben in einem Origami-Schwan und Monostatos im schwarzen Sado-Maso-Outfit aus Leder.

Szenenfoto Papageno (Thomas de Vries) und Papagena (Jillian Anderton)

Bei dieser Art von Gestaltung kann man zwar nicht unbedingt von einer "Neu"-Inszenierung sprechen, so wie die Oper groß angekündigt worden ist, trotzdem trug sie in jeder Hinsicht zu einer gelungenen Aufführung bei. Der Großteil des Erfolgs ist sicherlich den Solisten zu verdanken. Diese überzeugten nicht nur mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten, sondern vor allen Dingen mit herausragenden gesanglichen Qualitäten. Eun-joo Park als Königin der Nacht sang die berühmten hohen Passagen fehlerfrei, noch strahlender in Tiefe und Höhe war jedoch die Stimme der Sarianna Salminen als Pamina. Wenn Thomas Mehnerts Stimme in der Rolle des Sarastro erklang, war die Ergriffenheit des Publikums spürbar. Die volle Tiefe des Basses ging durch die Haut. Ein Lob an alle Solisten für die Textverständlichkeit in allen Szenen.

Szenenfoto Papageno (Thomas de Vries)

Das Orchester unter der Leitung von Alexander Rumpf war in jeder Situation perfekt. Es begleitete präzise, klar und zart und trumpfte in rein instrumentalen Passagen mit einer gewaltigen dynamischen Spanne auf. Die angenehme und zeitgemäße schwungvolle Interpretation wurde leider oft durch das übertriebene "rubato" der Sänger gebremst.

Szenenfoto Tamino (Norbert Schmittberg) mit erster (Brigitte Strauch) und zweiter (Andrea Rieche) Dame

Das Publikum war begeistert. Immer wieder wurden gelungene Arien mit heftigem Beifall belohnt. Nachdem Pamina und Tamino die Bücher der Weisheit auf den Boden schmissen und somit zum Schluss symbolisierten, dass die Liebe trotz aller Weisheit siegt, gab es tosenden Applaus, stehende Ovationen und Bravo-Rufe. Der Gang zur Garderobe schien jedoch wichtiger zu sein als ein weiterer Vorhang.

Szenenfoto Papageno (Thomas de Vries) und Pamina (Jill Maria Marsden)







FAZIT

Eine in jeder Beziehung perfekte Aufführung die zeigt, dass auch ein Klassiker für angenehme Überraschungen sorgen kann. Es lohnt sich nach Dortmund zu fahren!


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Alexander Rumpf

Regie
Wolfgang Engel

Bühnenbild
Franz Koppendorfer

Kostüme
Katja Schröder

Chor
Granville Walker



Das Philharmonische
Orchester Dortmund

Chor und Statisterie
des Theater Dortmund


Solisten


(Besetzung der rezensierten Aufführung)

Sarastro
Thomas Mehnert

Tamino
Alois Riedel

Sprecher
Thomas Rebilas

1. Priester
Thomas Rebilas

2. Priester
Matthias Wiedmaier

Königin der Nacht
Eun-Joo Park

Pamina, ihre Tochter
Sarianna Salminen

1. Dame
Brigitte Strauch

2. Dame
Andrea Rieche

3. Dame
Johanna Schoppa

1. Knabe
Jessica Grzanna

2. Knabe
Patrick König

3. Knabe
Marcel Schröder

Ein altes Weib (Papagena)
Diane Blais

Papageno
Sven Ehrke

Monostatos, ein Mohr
Hannes Brock

1. geharnischter Mann
Matthias Wiedmaier

2. geharnischter Mann
Thomas Rebilas

1. Sklave
Hanno Kreft

2. Sklave
Henry-Ryall Lankester


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Dortmund
(Homepage)




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