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Musiktheater
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Der Freischütz und der Teufel
Oper nach Carl Maria von Weber und Friedrich Kind
Neu erzählt von Michael Leinert
Musikalische Bearbeitung: Günther Albers


Premiere im Opernhaus Düsseldorf
am 9. Dezember 2000

ca. 90 Minuten (eine Pause)


Logo: Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein
(Homepage)

Ein gruseliger Morgen

Von Helmke Jan Keden / Fotos von Eduard Straub


Inszenierungen speziell für das Publikum von morgen sind in der Opernwelt von heute eher selten anzutreffen. Doch zur Weihnachtszeit (warum eigentlich immer nur dann?) finden sich hier und dort einige Opernhäuser bereit, mit unterschiedlichem Erfolg den unverzichtbaren Publikumsnachwuchs an das vermeidlich verstaubte Medium Oper heranzuführen; in einer von Pokemons geschwängerten Zeit freilich kein leichtes Unterfangen... . Den Beweis einer wunderbar gelungen Inszenierung tritt z. Z. die Deutsche Oper am Rhein in Duisburg und Düsseldorf mit der Oper "Der Freischütz und der Teufel" für das junge, bzw. sich jung fühlende, Publikum von 8-80 Jahren an.

Die liebevoll von Günther Albers und Michael Leinert bearbeitete Fassung wirkte kindgerecht, ohne jedoch Niveau oder den romantischen Gehalt zu verlieren. Die Trennung zwischen Erzähl- und Handlungsebene überzeugte und hielt die jungen Zuschauer in den einzelnen Szenen mit Liebe zum Detail (so geht z.B. dem fahrradfahrenden Eremiten bei der Personenvorstellung sprichwörtlich die Luft aus) über die gesamte Zeit in ihrem Bann. In der Rolle des erzählenden Ännchens verband Romana Noack, anfangs noch auf Rollerblades, später dann wie das gesamte Ensemble im romantischen Outfit, die einzelnen Szenen souverän und meisterte ihre Doppelbelastung als Entertainerin und Darstellerin auch gesanglich überzeugend.

Szenenfoto Foto 1
Ännchen (Romana Noack) bei der Inspektion des Hochzeitsanzuges für Max

Die von ihr begeisterten jungen Rezipienten sahen das schmachtende Liebespaar Agathe und Max, gespielt von Nicola Beller Carbone und Markus Müller, die trotz der für die jungen Zuschauer eher unspektakulären Rollen gut aufgelegt ihre schauspielerischen und gesanglichen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellten. Der Bösewicht Kaspar, der von Stephen Bronk wunderbar in Szene gesetzt wurde, hatte in der besonders gelungenen schauerig-schönen Wolfsschluchtszene mit Donner, Rauch, wilden Tieren und Helloweengeistern seinen großen Auftritt und ließ besonders die jüngsten Zuschauer still erschaudern.

Szenenfoto Foto 2
Kaspar (Stephen Bronk) und Max (Markus Müller) beim Kugelgießen in der Wolfsschlucht

In der dankbaren Rolle des in Selbstbeweihräucherung fast ertrinkenden Fürst Ottokar bewies auch Wilhelm Richter erfolgreich sein komisches Talent. Die ausgewählten Arien und Lieder wurden von allen Darstellern gelungen umgesetzt, wenn auch teilweise leider mangelnde Textverständlichkeit die jungen Zuhörer überforderte. Die Bäuerinnen und Bauern, gespielt von Studierenden der Düsseldorfer Musikhochschule lassen auf guten Sängernachwuchs hoffen und zeigen das gelungene Engagement der Oper bei der Ausbildung der nächsten Künstlergeneration.

Szenenfoto Foto 3
Erbörster Kuno (E. Lee Davis) erzählt die Tradition des Probeschusses

Last but noch least bleibt noch das Kammerensemble unter der Leitung vom Glenn Lewis zu preisen, das in kleiner Besetzung seinen Anforderungen, sowohl hinsichtlich der ungewohnten musikalischen Umsetzung, als auch die dramatische Einbindung betreffend, in vollstem Umfang gerecht wurde.


FAZIT
Das Publikum zeigte sich begeistert; dieser Freischütz machte nicht nur den jungen Zuschauern Spaß und lässt hoffentlich den jungen Hörernachwuchs nicht bis nächste Weihnachten auf eine Nachfolge warten.

Weitere Vorstellungen finden am 13., 14., 17., 20., 22., 23. 12. sowie am 6.1., jeweils um 11.00 im Düsseldorfer Opernhaus statt.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Glenn Lewis

Inszenierung
Michael Leinert

Bühne und Kostüme
Walter Perdacher

Regieassistenz und Spielleitung
Markus Weckesser


"Fürstliche Hofkapelle
Carl Maria von Weber"


Solisten

Ännchen
Romana Noack
Heidi Wolf *

Fürst Ottokar
Wilhelm Richter

Erbförster Kuno
E. Lee Davis

Agathe
Nicola Beller-Carbone
Therese Waldner *

Kaspar
Stephen Bronk
Stefan Heidemann *

Max
Markus Müller
Torsten Hofmann *

Ein Eremit
Gustav Andreassen
Thorsten Grümbel *

Kilian
Christophe Duringer
Helmut Pampuch *

Samiel
Wilhelm Richter

Chor
Studenten der Musikhoch-
schule Düsseldorf

* Alternativbesetzung


Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Deutschen Oper am Rhein
Düsseldorf / Duisburg

(Homepage)




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