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Ariadne auf Naxos
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Musik von Richard Strauss


Premiere im Opernhaus Düsseldorf
am 8. Mai 1980
Wiederaufnahme der Neueinstudierung
am 20. Juni 2001

ca. 2 Std. 30' Minuten (Pause nach dem Vorspiel)


Logo: Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein
(Homepage)

Ein Schönes war ...

Von Thomas Tillmann / Fotos von Eduard Straub

Anstatt das Risiko einer Neuinszenierung der nie wirklich populären Ariadne auf Naxos einzugehen, hatten sich die Verantwortlichen der Deutschen Oper am Rhein entschlossen, ihre seit gut zwanzig Jahren das Repertoire bereichernde, "klassische" Produktion des Werks von David Walsh unter Beibehaltung der imposanten Kulisse mit den prächtigen Balkonlogen rechts und links, die den Palais des reichsten Mannes von Wien andeuten, und der im Gedächtnis bleibenden Muschel- oder Felsskulptur behutsam auffrischen zu lassen - eine weise Entscheidung angesichts leerer Kassen. Dass der Szenische Spielleiter des Gemeinschaftshauses dabei mit leichter Hand und augenzwinkernd-ironischem Blick, der manchen szenischen Kitsch wohltuend bricht, durchaus eigene Ideen umsetzte und bei den meisten Beteiligten spürbare Spielfreude entfachte, verdient Anerkennung, auch wenn besonders in den Komödiantenszenen einige überflüssige Mätzchen den Gesamteindruck trübten, ebenso wie einige wenig Sinn machende, nicht gerade vorteilhafte Kostüme, die in Werner Juhrkes Konzeption meiner Erinnerung nach nicht vorgesehen waren.



Szenenfoto Najade (Romana Noack) und Dryade (Monique Simon) sorgen sich um die schwermütige Ariadne (Linda Watson).

Linda Watson, die in dieser Serie zum ersten Mal die Titelpartie gab, traf sehr genau den exaltierten Ton der blasierten Primadonna des Vorspiels und war im weiteren Verlauf eine in jeder Hinsicht üppige Ariadne von großer vokaler Klasse, auch wenn sie wenig aus dem ihr anvertrauten Text machte und darstellerisch ziemlich konventionell und einfältig agierte; die ausladend-gewichtige Tiefe des ehemaligen Mezzosopran, die Strahlkraft der durchaus Schärfe aufweisenden Höhe, die durch den häufigen Einsatz im hochdramatischen Fach nicht verringerte Pianofähigkeit und die herrlichen Schwelltöne sollen als Positiva Erwähnung finden.



Szenenfoto

Der Komponist (Annette Seiltgen) erliegt nach und nach dem Charme Zerbinettas (Marlis Petersen).

Mit Richard Decker hatte man für Udo Holdorf einen Ersatz mit stämmigem, mit reichlich Kraft produzierten, von Nebengeräuschen nicht freien Heldentenor gefunden, der die heikle Partie weitgehend problemlos bewältigte, was in diesen Tagen nicht wenig ist (mehr Informationen über den Amerikaner sind unter www.richard-decker.com zu finden). Für die nicht nachlassende Verve, mit der Annette Seiltgen den ungestüm-sensiblen Komponisten gab, und den schonungslosen Totaleinsatzes ihres kühl-metallisch timbrierten, viel Sopranfarbe aufweisenden Mezzo wurde sie ebenso frenetisch bejubelt wie die offenbar tänzerisch vorgebildete, unerhört agile Marlis Peterson, die weiß, wie man ein Publikum um den Finger winkelt, und die mit ihrem flinken, sauberen, allerdings nicht sehr individuell timbrierten Koloratursopran einen glänzenden Eindruck hinterließ.



Szenenfoto Das Komödiantenquartett (Ludwig Grabmeier, Thorsten Grümbel, Markus Müller und Torsten Hofmann) denkt darüber nach, wie es Ariadne (Linda Watson) aufheitern könnte.

E. Lee Davis war ein dezenter Haushofmeister, der sich ganz auf die Wirkung des wunderbaren Textes verliess, Stefan Heidemann empfahl sich anders als viele Rollenkollegen als wirklich singender Musiklehrer; kein Gewinn waren dagegen weder schauspielerisch noch gesanglich das Nymphentrio und das Komödiantenquartett, das sich in munterer Klamottenmanier auf der Bühne weitaus mehr über die eigenen Scherze amüsierte als der Rezensent. Eine Freude war trotz kleinerer Patzer das von John Fiore angeleitete, anrührend-warme Spiel der Düsseldorfer Symphoniker, wobei man mit ein paar Proben mehr sicher ein noch niveauvolleres Ergebnis hätte erzielen können.


Szenenfoto Bacchus (Udo Holdorf) und Ariadne (Linda Watson) kommen sich näher.



FAZIT
Eine willkommene "Frischzellenkur" für eine Repertoireinstitution, die in neuer Besetzung auch musikalische neue Glanzpunkte im Rheinopern-Spielplan zu setzen vermag!




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Produktionsteam

Musikalische Leitung
John Fiore

Szenische Neueinstudierung
David Walsh
nach einer Inszenierung von
Ernst Poettgen

Bühne
Hermann Soherr

Kostüme
nach Werner Juhrke


Düsseldorfer Symphoniker

Klavier: Dirk Wedmann
Celesta: Dagmar Thelen
Harmonium: Motonori Kobayashi


Solisten

Personen des Vorspiels

Der Haushofmeister
E. Lee Davis

Ein Musiklehrer
Stefan Heidemann

Der Komponist
Annette Seiltgen

Ein Tanzmeister
Bruce Rankin

Ein Offizier
Joan Ribalta

Ein Perückenmacher/Ein Lakai
Tobias Hieronimi

Der Tenor (Bacchus)
Udo Holdorf
Richard Decker*

Die Primadonna (Ariadne)
Linda Watson

Zerbinetta
Marlis Petersen

Harlekin
Ludwig Grabmeier

Brighella
Torsten Hofmann

Scaramuccio
Markus Müller

Truffaldin
Thorsten Grümbel

Najade
Romana Noack

Dryade
Monique Simon

Echo
Anke Krabbe

Personen der Oper

Ariadne
Linda Watson

Der Tenor (Bacchus)
Udo Holdorf
Richard Decker*

Najade
Romana Noack

Dryade
Monique Simon

Echo
Anke Krabbe

Zerbinetta
Marlis Petersen

Harlekin
Ludwig Grabmeier

Brighella
Torsten Hofmann

Scaramuccio
Markus Müller

Truffaldin
Thorsten Grümbel

* Abendbesetzung


Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Deutschen Oper am Rhein
Düsseldorf / Duisburg

(Homepage)




Da capo al Fine

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