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Ein Schönes war ...
Von Thomas Tillmann
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Fotos von Eduard Straub Anstatt das Risiko einer Neuinszenierung der nie wirklich populären Ariadne auf Naxos einzugehen, hatten sich die Verantwortlichen der Deutschen Oper am Rhein entschlossen, ihre seit gut zwanzig Jahren das Repertoire bereichernde, "klassische" Produktion des Werks von David Walsh unter Beibehaltung der imposanten Kulisse mit den prächtigen Balkonlogen rechts und links, die den Palais des reichsten Mannes von Wien andeuten, und der im Gedächtnis bleibenden Muschel- oder Felsskulptur behutsam auffrischen zu lassen - eine weise Entscheidung angesichts leerer Kassen. Dass der Szenische Spielleiter des Gemeinschaftshauses dabei mit leichter Hand und augenzwinkernd-ironischem Blick, der manchen szenischen Kitsch wohltuend bricht, durchaus eigene Ideen umsetzte und bei den meisten Beteiligten spürbare Spielfreude entfachte, verdient Anerkennung, auch wenn besonders in den Komödiantenszenen einige überflüssige Mätzchen den Gesamteindruck trübten, ebenso wie einige wenig Sinn machende, nicht gerade vorteilhafte Kostüme, die in Werner Juhrkes Konzeption meiner Erinnerung nach nicht vorgesehen waren.
Najade (Romana Noack) und Dryade (Monique Simon) sorgen sich um die schwermütige Ariadne (Linda Watson).
Linda Watson, die in dieser Serie zum ersten Mal die Titelpartie gab, traf sehr genau den exaltierten Ton der blasierten Primadonna des Vorspiels und war im weiteren Verlauf eine in jeder Hinsicht üppige Ariadne von großer vokaler Klasse, auch wenn sie wenig aus dem ihr anvertrauten Text machte und darstellerisch ziemlich konventionell und einfältig agierte; die ausladend-gewichtige Tiefe des ehemaligen Mezzosopran, die Strahlkraft der durchaus Schärfe aufweisenden Höhe, die durch den häufigen Einsatz im hochdramatischen Fach nicht verringerte Pianofähigkeit und die herrlichen Schwelltöne sollen als Positiva Erwähnung finden.
Der Komponist (Annette Seiltgen) erliegt nach und nach dem Charme Zerbinettas (Marlis Petersen). Mit Richard Decker hatte man für Udo Holdorf einen Ersatz mit stämmigem, mit reichlich Kraft produzierten, von Nebengeräuschen nicht freien Heldentenor gefunden, der die heikle Partie weitgehend problemlos bewältigte, was in diesen Tagen nicht wenig ist (mehr Informationen über den Amerikaner sind unter www.richard-decker.com zu finden). Für die nicht nachlassende Verve, mit der Annette Seiltgen den ungestüm-sensiblen Komponisten gab, und den schonungslosen Totaleinsatzes ihres kühl-metallisch timbrierten, viel Sopranfarbe aufweisenden Mezzo wurde sie ebenso frenetisch bejubelt wie die offenbar tänzerisch vorgebildete, unerhört agile Marlis Peterson, die weiß, wie man ein Publikum um den Finger winkelt, und die mit ihrem flinken, sauberen, allerdings nicht sehr individuell timbrierten Koloratursopran einen glänzenden Eindruck hinterließ.
Das Komödiantenquartett (Ludwig Grabmeier, Thorsten Grümbel, Markus Müller und Torsten Hofmann) denkt darüber nach, wie es Ariadne (Linda Watson) aufheitern könnte.
E. Lee Davis war ein dezenter Haushofmeister, der sich ganz auf die Wirkung des wunderbaren Textes verliess, Stefan Heidemann empfahl sich anders als viele Rollenkollegen als wirklich singender Musiklehrer; kein Gewinn waren dagegen weder schauspielerisch noch gesanglich das Nymphentrio und das Komödiantenquartett, das sich in munterer Klamottenmanier auf der Bühne weitaus mehr über die eigenen Scherze amüsierte als der Rezensent. Eine Freude war trotz kleinerer Patzer das von John Fiore angeleitete, anrührend-warme Spiel der Düsseldorfer Symphoniker, wobei man mit ein paar Proben mehr sicher ein noch niveauvolleres Ergebnis hätte erzielen können.
Bacchus (Udo Holdorf) und Ariadne (Linda Watson) kommen sich näher.
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ProduktionsteamMusikalische LeitungJohn Fiore
Szenische Neueinstudierung
Bühne
Kostüme
SolistenPersonen des Vorspiels
Der Haushofmeister
Ein Musiklehrer
Der Komponist
Ein Tanzmeister
Ein Offizier
Ein Perückenmacher/Ein Lakai
Der Tenor (Bacchus)
Die Primadonna (Ariadne)
Zerbinetta
Harlekin
Brighella
Scaramuccio
Truffaldin
Najade
Dryade
Echo
Ariadne
Der Tenor (Bacchus)
Najade
Dryade
Echo
Zerbinetta
Harlekin
Brighella
Scaramuccio
Truffaldin
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