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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Aus einem GussVon Ruth Schmüdderich / Fotos von Klaus Levebvre
Ein armer Fischer lebt mit seiner Frau in der Nähe eines Königs. Dieser feiert ein Fest, auf dem sich die scheue Königin ausnahmsweise in ihrer außergewöhnlichen Schönheit zeigen soll, denn der König will sein Glück teilen. Die Frau des Fischers kocht für die Gesellschaft einen Fisch, den ihr Mann gefangen hat. (Vorsicht Vegetarier - Der Fisch wird auf der Bühne ausgenommen!). Beim Essen findet sich ein Ring im Fisch mit der Inschrift: "Ich verberge das Glück". Der König lässt den Fischer an den Hof rufen. Dabei erfährt der Fischer von einem Höfling, dass seine Frau ihn betrügt. Daraufhin tötet er seine Frau, denn er will sie mit niemanden teilen. Da lädt der König den Fischer ein, mit Hilfe des Ringes, der unsichtbar macht, seine Frau abends erst ungeniert zu beobachten und dann noch die Nacht mit ihr zu verbringen, ohne dass sie etwas davon bemerkt. Am nächsten Morgen plagen den Fischer Schuldgefühle und er gesteht der Königin die Wahrheit über die vergangene Nacht. Diese verlangt wütend, dass er den König tötet. Nachdem er das getan hat, wird er von ihr zum König ernannt.
Die ganze Handlung ist in die Jetzt-Zeit verlegt worden. So präsentiert sich die Bühne, die den ganzen Abend im wesentlichen unverändert bleibt, sehr modern. Eine fensterlose Wand schwingt sich parabelförmig über die Bühne. In der Mitte ist ein Swimming-pool, der tatsächlich mit Wasser gefüllt ist. Multifunktional ist ein durchscheinender Vorhang eingesetzt. Er teilt sich in mehrere Bahnen auf, die auch einzeln eingesetzt mal als Sichtschutz oder Versteck dienen. Bei diesem Bühnenbild sorgt die Beleuchtung für ständigen Wandel: wechselnde Farben in unterschiedlicher Intensität eingesetzt unterstreichen die jeweiligen Stimmungen. Im dritten Akt versinnbildlicht das Licht sogar die Handlung. Die Decke der Bühne ist hinten herab gekommen, als hinge jetzt nicht nur der Haussegen schief. Darauf fällt der Schatten einer Büste am Lager, auf dem der Fischer und die Königin die Nacht verbracht haben, das ganz dicht an der Rampe steht. Dieser Schatten ist ein wichtiger Hinweis für den Zuschauer, denn die Liebesszene wird nicht auf der Bühne gezeigt. Nachdem sich die Königin am Ende des zweiten Aktes auf dem Lager niedergelassen hat, senkt sich hinter ihr ein schwarzer Vorhang und damit die Nacht.
Dies ist ein Beispiel für die vielen gelungenen Verbindungen, die zwischen den Szenen geknüpft werden. Zudem sorgen temporeiche Auf- und Abtritte, dass im ganzen Stück keine Längen entstehen. Dazu tragen auch die Akteure auf der Bühne bei, denn sie sind die meiste Zeit über immer im Bewegung. Einmal agiert der Fischer allerdings ein bisschen zu übermütig, als er die Effekte auskostet, die es mit sich bringen unsichtbar zu sei. Da kann er sich auch nicht verkneifen, mit ausgelassenster Gestik der Königin auf die Schleppe zu treten. Günter Krämer weiß nicht nur Figuren zu führen, er nutzt außerdem die wenigen Requisiten einfallsreich. Der Pool ist einmal ein Mittel, um die Frau des Fischers aus dem Leben zu befördern, ein anderes mal ist er ein weiterer Vergnügungsort für die Hofgesellschaft. Diese oberflächliche Gesellschaft hauptsächlich in Verbindung mit dem Pool und einem Fitness- Studio zu präsentieren, ist im übrigen eine sehr gelungene Verlegung in die heutige Zeit.
Ein Glücksfall für solch eine gelungene Inszenierung ist ein Sänger mit einem solchen schauspielerischen Talent wie Monte Pederson, das er neben seiner hervorragenden Stimme hat. Stimmlich stehen die beiden anderen Hauptdarsteller Nina Warren und Albert Bonnema da nicht zurück. Diesem herausragenden Trio ist ebenfalls eine über weite Strecke gute Textverständlichkeit zu verdanken. Die leider bei Michael Vier und Alexander Fedin auf der Strecke blieb, was auch daran lag, dass ihre Stimmen einfach nicht weit tragen. Erwartungsgemäß wurden die drei Hauptdarsteller mit Applaus und Bravorufen überschüttet. Genauso wie die Inszenierung verdientermaßen bejubelt wurde. Viel Beifall erntete der Dirigent Gert Albrecht, der es schaffte die Musik von Zemlinsky (von Antony Beaumont rekonstruiert und vervollständigt), wie ein Klangteppich unter die Stimmen zu legen, so dass Musik und Gesang beim Hörer zu einer Einheit verschmolzen.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Inszenierung
Ausstattung
Licht
Spielleitung
Dramaturgie
König Kandaules
Gyges
Phedros
Syphax, Simias
Nicomedes
Pharnaces
Philebos, Koch
Sebas
Archelaos
Nyssia
Trydo
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- Fine -