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Aida

Oper in vier Akten
Musik von Giuseppe Verdi
Dichtung von Antonio Ghislanzoni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am 4. September 1999


Logo:  Theater Dortmund

Theater Dortmund
(Homepage)

Diese Aida wurde ausgestanden

Von Meike Nordmeyer / Fotos von Andrea Kremper



Die Regie von Kazuko Watanabe bot nur wenig gestalterische Arbeit. Verzichtet wurde auf eine folkloristische ägyptische Ausstattung, denn eine reduzierte, dafür um so konzentriertere Inszenierung wurde offenbar angestrebt. Eine eigene dichte Atmosphäre zu entwickeln, gelang der Regie jedoch nicht. Es finden sich nur wenige, dann aber merkwürdige Einfälle. Seltsam ausstaffiert wurde da die Siegesfeier im 2. Akt. Der Chor trug, traurig aufgereiht, kunterbunte Perücken und Kostüme, dazu farbige Fähnchen, und wedelte schließlich mit kleinen leuchtenden Dingern. Konfetti rieselte dann auch noch herab. Vielleicht eine richtige Karnevalsfeier, das wäre noch was gewesen, aber dies hier war vielmehr ein steifes unterkühltes Fest, wie es vielleicht Fred vom Jupiter feiert. Ohne erkennbaren Zusammenhang blieb diese Szene auch zum übrigen Verlauf der Inszenierung mit kahler Bühne.

Sonderbar waren leider die Kostüme, die Watanabe selbst entwarf. Vor allem für die Königstochter Amneris war ihr opulentes, tonnenförmiges Kleid eine besondere Last, kaum konnte sie zur Siegesfeier ihren Platz auf der Tribüne erreichen. Anschließend an diese Festszene geschieht leider gar nichts mehr auf der Bühne. Nichts zu sehen gibt es außer ein paar milden Farben, Tüchern, glatten, leeren Bühnenaufbauten. Bewegung von Personen ist fast nicht vorhanden. Es wird stets rumgestanden, meist von der Mitte der Bühne ins Publikum gesungen. Selbst in der letzten Szene schauen sich die Liebenden im Angesicht des Todes nicht an, sondern wenden sich nur dem Publikum zu.

Die Prinzessin Amneris wurde zuvor völlig alleingelassen auf absolut leerer Bühne, die, ohne jede Licht- und Personenregie, nur eine entvölkerte kalte Arena zeigt. Das Gericht der Priester, das Radames zum Tode verurteilt, ist nur hörbar im Hintergrund. Eine Zumutung für die Sängerdarstellerin, aber Sonja Borowski-Tudor macht das Beste daraus; es gelingt ihr, mit leidenschaftlichen Gesang zu überzeugen.



Foto: Dortmund: Aida Hannu Niemelä als Amonasro
und Natalia Kostenko als Aida.
Im Hintergrund Thomas Mehnert als König.

Die beiden Hauptdarsteller konnten leider nicht zufriedenstellen. Natalia Kostenko als Aida erklingt wenig ausdrucksstark, sie forciert mitunter und klingt dann etwas kehlig. Nicht eben stilsicher fehlte es ihr wohl an Vorstellungsvermögen, wie der durchaus etwas spröde darum so anspruchsvolle Seelentext der Aidapartie angemessen zu modellieren sei. Wolfgang Millgramm als Radames wirkte auch bemüht, mitunter etwas angestrengt bei der Gestaltung der Partie. Er stand zumeist frontal zum Publikum gewandt allzu unbeweglich im Raum. Hannu Niemelä als Amonasro und Sonja Borowski-Tudor als Amneris wußten hingegen mit Wohlklang und Temperament zu erfreuen.

Das Orchester unter der Leitung von Anton Marik gab sich soweit zuverlässig, jedoch nicht außerordentlich feinsinnig. Mehrfach wurden die Sänger auf der Bühne zugedeckt und mitunter auch getrieben, zur Entfaltung der Musik blieb da wenig Raum.





FAZIT
Ratlos und wenig zufrieden läßt einen diese Aida-Vorstellung zurück.




Foto: Dortmund: Aida

Die Gefangenen werden vorgeführt. Auf der Tribüne:
Karl-Heinz Lehner als Ramphis, Wolfgang Millgramm als Radames
und Sonja Burowski-Tudor als Amneris. Davor Natalia Kostenko als Aida.







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Produktionsteam

Regie, Bühne und Kostüme
Kazuko Watanabe

Musikalische Leitung
Anton Marik

Kostüm-Mitarbeit
Bettina Merz

Chor
Granville Walker



Das Philharmonische
Orchester Dortmund
Chor und Extrachor
des Theater Dortmund


Solisten

Der König
Thomas Mehnert

Amneris
Sonja Borowski-Tudor

Aida
Natalia Kostenko

Radames
Wolfgang Millgramm

Ramphis
Karl-Heinz Lehner

Amonasro
Hannu Niemelä

Ein Bote
Jeff Martin

Eine Tempelsängerin
Gundula Schneider

Eine Tänzerin
Klaudine Ravasz



Foto: Dortmund: Aida

Natalia Kostenko als Aida






Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Dortmund (Homepage)



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