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Der Freischütz

Romantische Oper in drei Aufzügen
Dichtung von Friedrich Kind
Musik von Carl Maria von Weber



1. Premiere am 16. Oktober 1997
an den Bühnen der Stadt Köln

Von Ruth Schmüdderich / Fotos von Klaus Lefebvre





Foto: Köln/Der Freischütz Wenn sich der Vorhang hebt, blickt man nicht, wie vielleicht erwartet, auf eine idyllische Waldkulisse, sondern auf ein abstraktes Bühnenbild. Eine runde Scheibe dient als Aktionsfläche, in deren Mitte in einem großen Loch ein Zylinder steht. Wobei dem Zylinder im Verlauf des Stückes noch symbolische Bedeutung zukommt, denn mit dem Verfall der moralischen Skrupel der Akteure neigt sich die Säule.

Lichteffekte tauchen das Geschehen in verschiedene Stimmungen, doch bis auf geringere Veränderungen bleibt das Bühnenbild bestehen. Daraus resultiert eine gewisse Monotonie, da sich wenig Spielraum für eine abwechselungsreiche Regie bietet, was besonders bei den Ensembles auffällt.

Foto: Köln/Der Freischütz Die Kostüme sind im Gegensatz zu der Bühne konventionell, was optisch sehr belebt. Auch haben die Kostüme einen gewissen Witz, so tragen die Jungfrauen riesengroße, weiße Schleifen auf den Köpfen.

Da für die Inzenierung ein räumlich beschränkter Bereich vorgegeben ist, stehen Mimik der Ensembles und ideenreiche Interpretationen im Vordergrund. So wird beispielsweise genau gezeigt, wie die Freikugeln verschossen werden: Erst fällt ein riesiger Adler vom Schnürboden, dann werden ein Kaninchen und eine Ratte (!) über die Bühne getragen, zum Schluß wird eine blutige Wildsau vom Ensemble hochgehalten. (Zum Glück handelt es sich bei den Tieren lediglich um Attrappen.) Wie auch an anderen Stellen, ist die Mimik des Ensembles anschaulich und amüsant.

Foto: Köln/Der Freischütz Die Idee, den Eremiten mit Dornenkrone erscheinen zu lassen, ist nicht ganz schlüssig und stößt eher an die Grenzen des guten Geschmacks. Den Fürsten als Kaiser Wilhelm-Verschnitt darzustellen hat dagegen Witz, auch wenn sich keine historische Verbindung aufdrängt.

Musikalisch fiel die Leistung des Chores schon gleich zu Anfang positiv auf. Die Solisten beeindruckten teilweise. Ronald Wagenführer als Max versetzte durch seine Stimme in eine der Oper entsprechende romantische Stimmung. Auch Hillevi Martinpelto als Agathe beeindruckte durch eine gute Stimme, nur wirkte ihre schauspielerische Darstellung manchmal zu dürftig, was möglicherweise auch daran liegt, daß sie nicht dem Typ der unschudigen Naiven entspricht. Im Laufe des Abends entwickelte sich die anfangs etwas farblose Stimme von Iride Martinez (Ännchen), die besonders durch ihr darstellerisches Talent hervortrat.

Foto: Köln/Der Freischütz Die Schwächen des Orchesters, gerade die der Bläser, quittierte das Publikum, indem es den Dirigenten Johannes Fritzsch am Ende mit Buh-Rufen bedachten. Beim Applaus für die Solisten schien nach Leistung differenziert zu werden. Als die für Bühnenbild und Inszenierung Veranwortlichen auf der Bühne erschienen, vermischten sich Applaus und Buh-Rufe.



FAZIT:

unterhaltsam, bietet aber keine Höhepunkte

Logo: Oper Köln

Musikalische Leitung
Johannes Fritzsch

Inszenierung
Andreas Homoki

Bühne
Hartmut Meyer

Kostüme
Mechthild Seipel

Chor
Albert Limbach

Licht
Manfred Voss

Dramaturgie
Ursula Rühle


Solisten

Agathe
Hillevi Martinpelto

Ännchen
Iride Martinez

1. Brautjungfer
Astrid Schubert

2. Brautjungfer
Natalie Diart

3. Brautjungfer
Mariola Mainka

4. Brautjungfer
Heike Wagner

Ottokar
Bruno Caproni

Kuno
Dieter Schweikart

Max
Roland Wagenführer

Kaspar
Harry Peeters

Eremit
Roland Brachti

Kilian
Johannes Preißinger



Gürzenich-Orchester
Kölner Philharmoniker

Opernchor der Bühnen
der Stadt Köln








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