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Tosca


Oper in drei Akten von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama von Victorien Sardou
in italienischer Sprache

Premiere am 02.03.1997 im Theater Hagen

Besetzung
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Fazit
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Von Stefan Schmöe




Besetzung

Musikalische Leitung: Gerhard Markson
Inszenierung: Peter Bisang
Bühnenbild: Michael Tietjens
Kostüme: Ilse Evers
Choreinstudierung: Lothar Welzel, Konrad Haenisch; Kinderchor: Celeste Barrett

Mario Cavaradossi		Bernd Gilman* / Savo Pugel
Tosca				Daniela Nedialkova* / Zofia Rogala
Scarpia				Stefan Adam
Cesare Angelotti		Markus Brück / Horst Fiehl
Der Mesner			Sergio Gomez* / Andreas Haller
Spoletta			Jürgen Dittebrand / Peer-Martin Sturm
Sciarrone			Paul Frieß / Peter Neuhaus
Ein Schließer			Gerd Meckel
Ein Hirt			Dominik Hahn / Sabin Tambrea

*Besetzung der Premiere
Der Opernchor, Extrachor und Kinderchor des Theater Hagen
Statisterie des Theater Hagen
Das Philharmonische Orchester Hagen




Eine leicht verdauliche Alltagskost in Hagen

Puccini und seine Librettisten haben die Tosca minutiös genau historisch festgelegt mit einer fast filmisch anmutenden Akribie. Gleichzeitig sperrt sich das schauerliche Kriminalstück durch die zwar unglaubwürdige, aber immerhin einigermaßen motivierte Handlung (mit der Scheinhinrichtung, die bedauerlicherweise ja dann doch geradezu toternst verläuft) gegen den Versuch, dem Werk mit den Mitteln des Regietheaters beizukommen. Eine naturalistische Inszenierung mit "richtiger" Engelsburg drängt sich da auf. Seien wir dem Hagener Regieteam also wohlgesonnen, wenn es diesen Weg wählt.

Mit einer ausgefeilten Personenregie ließe sich da einiges machen, hätte der Regisseur das geeignete Personal und die richtigen Ideen. An beidem, leider, hapert es in Hagen. Daniela Nedialkova in der Titelrolle ist eine mittelprächtige Sängerin knapp jenseits ihrer besten Jahre: Daß gerade ihr ganz Rom, soweit es um 1800 musikinteressiert gewesen sein mag, zu Füßen gelegen haben soll, wie die Oper behauptet, bleibt doch sehr rätselhaft. Ihr tragisch endender Liebhaber Cavaradossi (Bernd Gilman) ist ein dicklicher Herr aus gutem Hause, der bei den Spitzentönen, so sie ihm gelingen (was meistens, nicht immer, der Fall ist), auf die Zehen geht und einen leicht ulkigen Eindruck hervorruft: Dieses Paar erinnert ein klein wenig an eine Biedermeierkomödie. Stefan Adam als Scarpia, mit Abstand der beste Sänger am Premierenabend, sollte angesichts seiner imposanten Erscheinung und Rolle eigentlich besseres zu tun haben, als sich um dieses Pärchen zu kümmern. Leider nötigt der Regisseur ihn, der Tosca recht ordinär an den Busen zu grapschen (wo ihm die Librettisten doch ungleich subtilere Mittel zur Eroberung schöner Frauen bereitgestellt haben).

In ganz hübschen, aber letztendlich austauschbaren Bühnenbildern eilt bzw. schleppt - Komposition und Inszenierung stehen hier im Widerstreit - sich das Drama seinem Ende zu. Eine Interpretation der Oper möchte uns der regisseur wohl nicht zumuten und beläßt es beim Historiendrama. So richtig schlecht ist das alles eigentlich nicht, auch wenn das Orchester recht derb nach dem Motto "forte heißt laut" vorgeht. So richtig gut ist es allerdings noch weniger. Irgendwie erstarrt diese Tosca in Stadttheaterroutine. Und so sehr wir die Institution des Stadttheaters lieben: Diesmal ist das nicht als Kompliment gedacht.




Fazit

Behäbiger Realismus, der keinem weh tut, abr auch nicht gerade in Verzückung versetzt.




Fotos



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