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Hagen: Deidamia-Programmheft

Deidamia


Oper in zwei Akten
Libretto von Paolo Antonio Rolli
Musik von Georg Friedrich Händel

Deutsche Übersetzung von Norbert Biermann und Angela Brandt

Premiere am Theater Hagen
am 28 März 1998
Besuchte Aufführung: 30. März 1998

von Gerhard Menzel / Fotos von Dietrich Dettmann




Eine grosse Tragödin kämpft gegen das Schicksal

Hagen: Deidamia Eine Händel-Oper als Repertoire-Stück an einem Opernhaus ist leider immer noch ein Wagnis, sowohl für die Ausführenden, als auch für das Publikum. In Hagen versuchte man nun, mit einer neuen deutschen Übersetzung des Produktionsteams Angela Brandt (Inszenierung) und Norbert Biermann (Musikalische Leitung) und mit farblich abwechslungsreichen Kostümen, Lichteffekten und einer schnell wechselnden Bühnengestaltung (mittels Drehbühne!) den Abend so kurzweilig wie möglich zu gestalten. Pragmatisch zurechtgestutzt ist diese Deidamia - mit einer Aufführungsdauer von 2 1/4 Stunden - vor allem für "Nicht-Händelianer" eine unterhaltsame Geschichte.

Hagen: Deidamia Im Zentrum des Stückes steht Deidamia: eine im Prinzip starke und hoffnungslos verliebte Frau, die allerdings vom herrsch- und erfolgssüchtigen Odysseus ausgetrickst wird. Mit Gesa Hoppe als Titelheldin hat Hagen eine wirklich bühnenbeherrschende Künstlerin aufzubieten, die alle Seelenregungen - von inniger Liebe, über flehende Bitten bis zu wütenden Gefühlsausbrüchen - glaubwürdig zu vermitteln weiss.

Hagen: Deidamia Ihr Gegenspieler Volker Thies als Odysseus hat es da - vor allem stimmlich - schwer, ihr Paroli zu bieten. Mit List und Tücke erreicht er allerdings am Ende sein Ziel, den vor der Welt (in Frauenkleidern) versteckten Achilles zu entdecken und ihn zum Feldzug gegen die Trojaner zu gewinnen.

Hagen: Deidamia Achilles ist nun auch wirklich ein gnadenloser Naivling, der von Marilyn Bennett ganz hervorragend gespielt und gesungen wird. Die "Verwechselungskomödie", bei der eine Frau einen Mann spielt, der sich als Frau verkleidet, zieht sich zwar durch (fast) das ganze Stück hindurch, drängt aber die eigentliche Handlung, den Kampf Deidamias um ihren Geliebten Achilles nie in den Hintergrund.

Von den kleineren Partien konnte sich vor allem Ilse-Christine Otto als quirlige Nerena profilieren.

Hagen: Deidamia Unter der musikalischen Leitung von Norbert Biermann, der auch die vielbeschäftigte - immerhin auch mit einer Laute besetzten - Continuogruppe vom Cembalo aus anführte, versuchte das kleine "Ensemble" der Musiker des Philharmonischen Orchesters Hagen, Händels Musik so gut es geht gerecht zu werden. Dass es den heute oft als "Standard" angenommenen flexiblen und farbenreichen Klang von "barockerfahrenen" Orchestern oder gar Spezialensembles nicht erreicht, kann man ihnen wirklich nicht zum Vorwurf machen.



FAZIT:

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Werk und eine kurzweilige, unterhaltsame und hoffentlich Lust auf mehr Händel machende Produktion.

Logo: Oper der Stadt Hagen

Musikalische Leitung
Norbert Biermann

Inszenierung
Angela Brandt

Bühne
Harald B. Thor

Kostüme
Dorin Kroll

Choreinstudierung
Konrad Haenisch


Solisten

Deidamia
Gesa Hoppe

Nerena
Ilse-Christine Otto

Achilles
Marilyn Bennett

Odysseus
Volker Thies

Phönix
Horst Fiehl

Lycomedes
Sergio Gomez



Der Opernchor des
Theater Hagen

Das Philharmonische
Orchester Hagen

Die Statisterie des
Theater Hagen





Weitere Aufführungen

April '98: 1., 10., 12., 15., 17., 24.
Mai '98: 10., 19., 21., 28.
Juni '98: 2., 13.
14. (15.00 Uhr) z.l.M.





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