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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Gelsenkirchener Theaterpreis 1998 gestiftet von der Sparkasse Gelsenkirchen
Der Gelsenkirchener Theaterpreis 1998,
Der neue GeneralmusikdirektorderNeuen Philharmonie Westfalen, Dr. Johannes Wildner, brachte sich gleichermaßen als Opern- und Konzertdirigent mit nachhaltigem, überregional gelobtem Erfolg ein.
Der Gelsenkirchener Theaterpreis '98 würdigt vor allem Wildners Dirigat zu Alban Bergs Schlüsselwerk für das 20. Jahrhundert "Lulu" nach Frank Wedekinds Zeitstück und sein Engagement für die Rekonstruktion und Ergänzung der 9. Sinfonie von Anton Bruckner. Klarheit, Dramatik und die Einfachheit des scheinbar Komplizierten zeichnete Wildners "Lulu"-Dirigat als Eröffnungspremiere der Spielzeit 97/98 aus - für den neuen Philharmoniker-Chef ein Debüt nach Maß.
Bei Bruckners "Neunter", dem sinfonischen Klangdom des österreichischen Komponisten, zog Wildner internationale Aufmerksamkeit auf das Orchester. Mit einer leidenschaftliche dirigierten, Extreme sinfonischer Interpretation betonende Wiedergabe setzte sich Wildner für den erst kürzlich komplettierten 4. Satz des Monumentalwerkes ein. Bruckners "dem lieben Gott" gewidmete Großform wurde fesselnd und charaktervoll als Aufbruch in neue Dimensionen dargestellt: Die heile Welt der klassisch-romantischen Form bekommt in dieser Sinfonie und ihrer Interpretation den ersten Riß. Der Umbruch, das Neue des 20. Jahrhunderts deutet sich an. Das macht Wildner in dieser denkwürdigen Aufführung spürbar.
Mit Ines Krome wird eine Sängerin des Schillertheaters NRW geehrt, die dem Gelsenkirchener Haus schon seit Jahren angehört, ihre bisherigen Leistungen aber in der Saison 97/98 durch neue Aufgaben krönte.
Die Auszeichnung mit dem Gelsenkirchener Theaterpreis '98 bezieht sich auf die Titelpartie in Albert Lortzings hier nach 150 Jahren neu entdeckter, wiederbelebter Revolutionsoper "Regina" und auf den Valmont in der fiktiven Händel-Oper "Gefährliche Liebschaften".
In beiden Rollen gelang der Sopranistin die überzeugende Einheit von Musik und Theater, von Gesang und Darstellung. Ines Krome unterstrich damit ihre beispielhafte Arbeit als präzise wie wahrhaftige Sängerdarstellerin
Regina, eine junge Frau, die mit ihrer Liebe in die Wirren der Zeit gerät und daran scheitert; Valmont, der maliziose Verführer, der selbst Opfer einer zynischen Intrige wird: zwei Rollen, zwei Menschen, zwei Positionen, von Ines Krome zu eindringlichem, bleibenden Eindruck geformt.
Als Anerkennung für das ungewöhnliche Opernprojekt "Gefährliche Liebschaften".
Seine Bearbeitung und sein Dirigat ließen ein Werk entstehen, daß durch seine ideenreiche Inszenierung als eines der außergewöhnlichsten Stücke der vergangenen Saison hier im Ruhrgebiet bezeichnet werden kann.
Es knüpft an die innovativen Inszenierungen des Mozart-Zyklus in der Regie Dietrich Hilsdorfs an.
Eine Low-Budget-Produktion wird zum Hit, ein Experiment sprengt tradierte Opernformen.
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