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Musiktheater
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Die sündigen Engel
(The Turn of the Screw)


Oper in einem Prolog und zwei Akten
Libretto von Myfanwy Piper
nach der Novelle von Henry James
Musik von Benjamin Britten
Deutsch von Ludwig Landgraf

Premiere am Schillertheater NRW
im Musiktheater Gelsenkirchen
am 18. Mai 1997 (besuchte Aufführung: 11. Juni 1997)

Besetzung
Rezension
Fazit
Fotos
weitere Aufführungen
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Von Gerhard Menzel




Besetzung

Musikalische Leitung: (Samuel Bächli) Robert Roche
Inszenierung: Carin Marquardt
Bühne und Kostüme: Manfred Kaderk
Dramaturgie: Norbert Klein
Der Prolog	-	Nikolai Andrej Schukoff
Die Gouvernante	-	Anja Harteros
Miles		-	Philip Goody
Flora		-	Madeleine Schleich
Mrs. Grose	-	Claudia Visca
Peter Quint	-	Nikolai Andrej Schukoff
Miss Jessel	-	Elise Kaufman
Mitglieder der Neuen Philharmonie Westfalen



Ergreifendes Scheitern der Gouvernante

Die Gouvernante, die nach anfänglichen Zweifeln eine Stelle als Erzieherin zweier Kinder (einem Mädchen und einem Jungen) in einem abgelegenen Landhaus angenommen hat, sieht sich merkwürdigen Erscheinungen ausgesetzt. Je hilfloser sie sich diesen gegenüber fühlt, desto gespannter wird ihre Beziehung zu den Kindern und der Haushälterin. Ihr Wahn, die Kinder beschützen zu müssen, führt schliesslich zur finalen Katastrophe: dem Tod des Jungen.
Diese geheimnisvolle, emotional gespannte Geschichte nach der Novelle von Henry James setzte die Regisseurin Carin Marquardt in beeindruckernder und bewegender Weise in Szene. In dem geräumigen, durch zahlreiche Lichtwechsel effektvoll ausgeleuchteten Bühnenraum von Manfred Kaderk, der auch für die Kostüme verantwortlich zeichnete, entwickelte sich ein ausgefeiltes Psychodrama, das durch sparsamen, aber gut kalkulierten Einsatz von geisterhaften Elementen, die geradlinige Entwicklung der Handlung nachvollziehbar macht und folgerichtig erscheinen lässt.

Ein Glücksfall für diese Produktion ist sicherlich auch, dass mit Anja Harteros eine junge, stimmlich wie darstellerisch äusserst begabte und rollendeckende Protagonistin zur Verfügung steht. Ihre Wandlung von einer psychisch labilen und besorgten Erzieherin zu einer sich in Wahnvorstellungen verstrickenden tragischen Figur ist wirklich ergreifend.

In Nikolai Andrej Schukoff als Peter Quint hatte sie einen eloquenten Gegenspieler, der von Elise Kaufman als Miss Jessel wirkungsvoll unterstützt wurde. Die Stimmen von Madeleine Schleich (Flora) und Philip Goody (Miles) waren trotz technischer Unterstützung zwar etwas dünn, wurden dem Charakter der beiden Kinder aber durchaus gerecht. Auch, oder vor allem, darstellerisch eine beeindruckende Leistung der beiden Jugendlichen! Claudia Visca als Haushälterin Mrs. Grose vervollständigte das rollenadäquate Ensemble.

Robert Roche, der von Samuel Bächli die musikalische Leitung übernommen hatte, liess mit den Mitgliedern der Neuen Philharmonie Westfalen die kammermusikalisch äusserst differenzierte und farbenreiche Partitur Brittens in allen seinen Schattierungen erklingen.




Fazit

Eine musikalisch wie szenisch ausgesprochen erfreuliche Produktion, die dem Stück alle Ehre macht.




Fotos
(Rudolf Finkes)




Weitere Aufführungen

Juni '97: 1., 11., 13., 15.

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