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Der Vetter aus Dingsda

Operette in drei Akten
Musik von Eduard Künneke
Text von Hermann Haller und Rideamus
nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt

Premiere am Theater Dortmund
am 7. September 1997

Von Meike Nordmeyer / Fotos von Andrea Kremper



Bewegter, stimmschöner Vetter
kam gut an -
Der Vetter aus Dingsda in Dortmund

Die beliebte Operette von Künneke, die zahlreiche bekannte Melodien birgt, wurde in Dortmund stimmungsvoll inszeniert. Die Villa der Julia erscheint vor einer Landschaft im indischen Kolorit, auch die Einrichtung kommt sehr dem Kolonialstil entgegen, das Haus richtet sich ganz nach den Träumen der Besitzerin, die sich ihren Geliebten in Indien ersehnt. Den Stimmungen entsprechend wird das Bühnenbild intensiv ausgeleuchtet.

Das Ensemble braucht zunächst eine gewisse Anlaufsphase, bis es in Schwung kommt. Der entscheidende Anstoß geht aus von Hannes Brock als jener Vetter August, der sich alsbald als Vetter Roderich ausgibt. Den bekannten "Wandergesell" , mit dem er sich den Damen geheimnisvoll vorstellt, trägt er unglaublich stimmschön und gefühlvoll vor, im Publikum wird leise mitgesummt. Brock bringt zudem den nötigen Schwung auf die Bühne und steckt damit seine Darstellerkollegen an. Eine muntere, natürliche Spielfreude entwickelt sich. Sehr wohlklingend und temperamentvoll zeigt sich vor allem auch Astrid Kropp als Hannchen, und markant ist das Spiel von Andreas Becker als Onkel Josse. Dazu erfreuen besonders die beiden liebenswerten Diener in ihren herrlichen gestreiften Westen - die Kostümausstattung ist wohltuend getroffen. Die dramatische Szene, in der Julia drängend nach der wahren Identität des Wandergesellen fragt, gerät zur vorzüglichen Opernparodie - dieses Moment ist in der Musik bereits angelegt und wird von den Darstellern und den Blitzen auf der Bühne unterstützt. Der falsche Roderich tritt schließlich dramatisch-geheimnisvoll ab.

Die Ensembles sind ausgesprochen gut einstudiert und werden sicher dargeboten. Einen Höhepunkt bildet das bekannte "Sieben Jahr...", das zur amüsanten Revue gerät. Das Publikum klatscht mit. Liebevoll gemacht ist diese Inszenierung. Freilich wird nichts Außergewöhnliches geboten, aber lieber läßt man es so gelingen, als in einer Operette irgendwas vom Zaun zu brechen. Das Orchester erklingt präzise und nach einer ebenfalls benötigten Aufwärmphase schwungvoll unter der Leitung von Alexander Rumpf. Bühne und Orchester sind immer sehr zusammen und es herrscht eine ausgezeichnete Intonation. Alle Beteiligten auch das Regieteam werden mit reichem Applaus bedacht. Am allermeisten wird Hannes Brock gedankt. Das Publikum wird dafür wiederum belohnt mit einer Zugabe: "Sieben Jahr.." .

FAZIT:

Keine außergewöhnliche aber dennoch eine gelungene heitere Inszenierung der Operette wird von einem spielfreudigen Ensemble und einem präzisen Orchester ausgeführt. Herausragend ist der Schmelz in den Melodien, den Hannes Brock hören läßt.

Logo: Theater Dortmund




Musikalische Leitung
Alexander Rumpf

Inszenierung
Wolfgang Quetes

Bühne und Kostüme
Karin Fritz


Solisten

Julia de Weert
Monika Krause

Hannchen
Astrid Kropp

Josef Kuhbrot
Andreas Becker

Wilhelmine Kuhbrot
Renate Pribert-Zimny

Egon von Wildenhagen
Sven Ehrke

Ein Fremder (August Kuhbrot)
Hannes Brock

Ein 2. Fremder (Roderich de Weert)
Gerald Michel

Hans, Diener
Lothar Becher

Karl, Diener
Matthias Hoffmann



Das Philharmonische
Orchester Dortmund



Weitere Aufführungen

September '97: 13., 20.,
26., 27.
Oktober '97: 10., 25.



DO: Der Vetter aus Dingsda

DO: Der Vetter aus Dingsda

DO: Der Vetter aus Dingsda

DO: Der Vetter aus Dingsda





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