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Sonntag, 2. Dezember 2012, Philharmonie Essen


Alison Balsom und Concerto Köln:
"Kings & Queens"

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Philharmonie Essen (Homepage)
Sanfte Töne von der Königin der Trompete

Von Stefan Schmöe

Die englische Ausnahmetrompeterin Alison Balsom tourt durch Deutschland – das gehört zur Vermarktungskampagne ihrer neuesten CD „Kings & Queens“ mit Musik von Händel und Purcell (die man im Anschluss an dieses Essener Konzert auch gleich signieren lassen konnte). Wie man aus so einem Auftritt ganz großes Theater machen kann, fast ein wenig zu viel des Guten, das hatte ein paar Tage zuvor Cecilia Bartoli nebenan in Dortmund gezeigt (unsere Rezension). Eine Entertainerin wie die italienische Diva ist Alison Balsom freilich nicht: Bei ihr gibt es, zumindest in diesem Konzert, kaum Kontakt mit dem Publikum, der Auftritt wurde mehr wie ein Pflichttermin abgehandelt, die (einzige) Zugabe kam schnell (und ebenso schnell verschwanden die Musiker dann von der Bühne). Technische Probleme mit dem Instrument – Alison Balsom hatte zwischen zwei Sätzen offenbar immer wieder Schwierigkeiten mit Kondenswasser – trugen auch nicht eben dazu bei, den Spannungsbogen zu halten.

Ein paar Unkonzentriertheiten im Spiel sieht man gerne nach angesichts eines wunderbaren, nicht auf äußeren Glanz getrimmten, sondern „singenden“ und fast introvertierten Ton, den sie der (in diesem Programm durchweg gespielten) Naturtrompete entlockt. Virtuosität wird den großen Bögen untergeordnet, es dominiert ein feines Legato. Die immensen technischen Schwierigkeiten bewältigt sie mühelos. Dabei ist die Auswahl der Stücke nicht unbedingt geeignet, den Star ins Rampenlicht zu stellen – oft ist die Trompete in dieser Musik Teil des Orchesters, ein primus inter pares, so in den Suiten aus dem „Semi-Operas“ The Fairy Queen und King Arthur von Henry Purcell. Mehrfach sind dann auch zwei Trompeten im Einsatz – Wolfgang Gaisböck, der ebenfalls ganz ausgezeichnete Trompeter des Orchesters Concerto Köln, hält sich brav zurück und spielt die entscheidende Spur leiser als Balsom (und hätte doch unbedingt einen Extra-Applaus verdient).

Concerto Köln ist nicht nur ein souveräner Partner der Solistin, sondern bestreitet – Blechbläser brauchen naturgemäß Pausen – rund die Hälfte des Programms ohne Trompete, dafür mit Blockflöten, Oboen und Fagott. Der farbige, seidige Klang ist sehr schön, bleibt aber durch alle Stücke hindurch weitgehend unverändert; bei dem eingangs erwähnten Bartoli-Konzert hatte das Kammerorchester Basel mit sehr unterschiedlichen Klangfarben zusätzlich für Abwechslung gesorgt. Die kleinen Notenwerte dürften hier und da noch griffiger gespielt werden, im auf high speed getrimmten populären „Arrival of the Queen of Sheba“ (aus dem Oratorium Solomon) rattert die Musik sehr mechanisch vorbei. Konzertmeisterin Mayumi Hirasaki brilliert mit aberwitzigen Soli, aber auch da fragt man sich, warum solche Stellen nicht mehr ausgekostet werden, mehr Wille zum Espressivo frei wird. So ist es nsgesamt ein schöner, kein spektakulärer Konzertnachmittag.




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Ausführende

Alison Balsom, Trompete

Concerto Köln


Werke

Georg Friedrich Händel
Sinfonia B-Dur HWV 347

Henry Purcell
Sinfonia (aus dem 4. Akt) aus
The fairy queen

Georg Friedrich Händel
Ouvertüre zu Atalanta HWV 35

John Stanley
Concerto B-Dur für
Streichorchester op. 2 Nr. 6

Georg Friedrich Händel
Konzert Nr. 1 B-Dur für Oboe
und Orchester  HWV 301
- Fassung für Trompete -

Georg Friedrich Händel
“The arrival of the Queen of Sheeba”
aus Solomon HWV 67

Georg Friedrich Händel
Suite D-Dur nach HWV 341
Water Piece
(editiert von Trevor Pinnock
und Alison Balsom)

Charles Avison
Concerto grosso Nr. 5 d-Moll

Henry Purcell Suite aus King Arthur
(Arrangement: Alison Balsom)




Weitere Informationen

Philharmonie Essen
www.philharmonie-essen.de



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