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Theaterfestgala

Ein festlicher musikalischer Ausblick auf die Spielzeit 2011/2012
mit Musik von Richard Wagner, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi,
Gioacchino Rossini, Henri Duparc, Leo
Janáčec, Franz Lehár und Richard Strauss
 

in deutscher, italienischer und französischer  Sprache 

Aufführungsdauer: ca. 2 h 25' (eine Pause)

Premiere in der Stadthalle Wuppertal am 17. September 2011


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Wuppertaler Bühnen
(Homepage)
Bunter Reigen zum Saisonauftakt

Von Thomas Molke

"Die Frist ist um." Mit diesen Worten eröffnete der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung nach einem bunten Theaterfest für die ganze Familie im und am Kleinen Schauspielhaus in der Bundesallee die neue Spielzeit in der Historischen Stadthalle und gab seiner Freude Ausdruck, dass die Wuppertaler Bühnen trotz angespannter Kassenlage wieder in allen Sparten ein sehr vielseitiges und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt haben. Gleichzeitig munterte er das Publikum auf, dieses Angebot auch zu nutzen, damit die kulturelle Vielfalt in der Stadt erhalten bleiben kann. Solch eine Begrüßung ist zwar kein Garant für die Zukunft, setzt aber dennoch ein Zeichen der Wertschätzung von Seiten der Kommunalpolitik, was eine notwendige Voraussetzung für die weiteren Jahre ist. Mit dem Wagner-Zitat deutete Jung aber nicht nur das Ende der Spielzeitpause an, sondern gab gleichzeitig einen Ausblick auf die Eröffnungspremiere Der fliegende Holländer am folgenden Tag im Opernhaus, wobei durchaus zu erkennen war, dass der Beginn der Spielzeit mit einer Wagner-Oper den Oberbürgermeister mit einem gewissen Stolz erfüllte.

Um einen Ausblick auf die kommende Spielzeit der Wuppertaler Oper und des Sinfonieorchesters Wuppertal ging es dann auch in der bunten Gala, durch die Opernintendant Johannes Weigand im Folgenden führte, wobei aber mit Ausnahme der lustigen Witwe und dem Seemannschor aus dem fliegenden Holländer keine Auszüge aus Werken präsentiert wurden, die in der nächsten Spielzeit auf dem Spielplan stehen - wie es ja bei Eröffnungskonzerten in Theatern als Werbeveranstaltung für die kommende Saison sonst üblich ist -, sondern andere Werke von den Komponisten, die die kommende Spielzeit prägen, ausgewählt wurden. So begann der Abend mit der Ouvertüre aus Wagners Tannhäuser. Hierbei stellte der Hall des Raumes das Orchester vor leichte akustische Probleme, so dass die Mischung der Orchesterstimmen zum Teil etwas unglücklich war. In den Tutti-Passagen kamen die Geigen teilweise nicht gegen das Schlagzeug und die Bläser durch. Hilary Griffiths' Dirigat bei dieser Ouvertüre war durchaus diskutabel. Natürlich kann man den Anfang so langsam spielen, was zur starren Atmosphäre der Wartburg passt. Spätestens beim Wechsel zum Venusberg muss man aber einen Zahn zulegen, um die Parallelwelt zur Wartburg passend zu charakterisieren. Bei den Überlappungen kam es dann auch zu einigen Unsicherheiten bei den Tempi. Sehr gelungen war danach Thomas Laskes "Lied an den Abendstern", welches er sehr gefühlvoll interpretierte. Johannes Weigand machte leichte Hoffnungen, dass der Tannhäuser ein Projekt der folgenden Spielzeiten werden könne. Zum Schluss des Wagner-Blockes präsentierten dann die als "Wilde 13" angekündigten Herren des Opernchors der Wuppertaler Bühnen einen fulminanten Seemannschor aus dem fliegenden Holländer.

Als nächster Komponist stand Mozart auf dem Programm. Ensemblemitglied Dorothea Brandt interpretierte die Konzertarie "Vorrei spiegarvi, oh dio", die Mozart 1783 als Einlage zu Pasquale Anfossis Oper Il curioso indiscreto für Aloisia Lange, geb. Weber, einer der wichtigsten Interpretinnen der Werke Mozarts, komponierte. In dieser Arie widersetzt sich die junge Clorinda dem Werben des Conte di Ripaverde, der von Clorindas Verlobten Calandro darauf angesetzt worden ist, Clorindas Treue zu prüfen. Auch hier erwies sich die Stadthalle für die Akustik als durchaus problematisch. Während Brandts Sopran in der Mittellage sehr voluminös und weich klang, waren die extrem hohen Töne der Partie kaum hörbar oder klangen sehr schrill. Vielleicht war die Latte mit dieser äußerst schweren Arie doch ein wenig zu hoch angesetzt. Sehr harmonisch klang dann das berühmte Terzett "Soave sia il vento" aus Cosi fan tutte mit Miljan Milović als Don Alfonso, Susanne Geb, die als Fiordiligi für die erkrankte Banu Böke eingesprungen war, und Susanne Blattert von der Oper Bonn, die als Dorabella die indisponierte Joslyn Rechter vertrat. Mit einer fulminanten Interpretation der Ouvertüre zu Nabucco verabschiedete sich das Orchester dann in die Pause und zeigte, dass die Akustik auch besser ausgelotet werden kann.

Nach der Pause ging es mit Rossinis Ouvertüre zu La gazza ladra weiter, bei der das Horn zu Beginn gleich mehrere Male patzte. Ansonsten wurde Rossinis Leichtigkeit der Musik vom Orchester sehr gut transportiert. Während mit Rossini schon ein Ausblick auf das Ende der Spielzeit gegeben wurde, da im Juni sein Barbier von Sevilla in Solingen und Remscheid bereits Premiere haben wird, bevor er in der darauf folgenden Spielzeit auch in Wuppertal aufgeführt wird, standen die beiden Lieder von Henri Duparc in keinem Zusammenhang zum Spielplan, sondern sollten auf die intensive Zusammenarbeit mit dem von der Heydt-Museum hinweisen und einen Zeitgenossen des derzeit dort ausgestellten Alfred Sisley repräsentieren. Susanne Geb interpretierte "Chanson triste" und "L'invitation au voyage" mit sehr klarem, weichem Sopran und ließ diese beiden Lieder zu einem Höhepunkt des Abends werden. Im Anschluss daran präsentierte das Sinfonieorchester den dritten und vierten Satz aus Janáčeks "Sinfonietta", die mit den weiten lyrischen Bögen alles andere als ein kleines "Sinfoniechen" ist. Bisweilen erinnerten die Passagen stark an Filmmusik.

Danach folgte ein kurzer Querschnitt durch Die lustige Witwe, die bereits in der letzten Spielzeit in Solingen und Remscheid Premiere hatte und ab 15. Oktober im Opernhaus zu erleben sein wird. Thomas Laske präsentierte stimmlich und darstellerisch sehr überzeugend die Auftrittsarie des Danilo "Da geh' ich ins Maxim". Susanne Geb, die ab dieser Spielzeit die Rolle der Hanna Glawari übernehmen wird, da Ensemblemitglied Elena Fink in die Babypause geht, interpretierte mit sehr viel Pathos das berühmte "Vilja-Lied", bevor Thomas Laske, Miljan Milović und Teile des Herrenchors mit einem mitreißenden "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht" das Publikum so begeisterten, dass sie erst nach einer kurzen Zugabe von der Bühne gelassen wurden. Mit diesem fröhlichen Höhepunkt wollte man das Publikum aber nicht entlassen, und so gab es zum Abschluss des Abends noch das berühmte Schlussterzett aus dem Rosenkavalier. Auch wenn Richard Strauss dieses Jahr nicht auf dem Spielplan der Oper stehen wird, wird es im Programm des Sinfonieorchesters mit Till Eulenspiegel einen Strauss-Schwerpunkt geben, womit Weigand die Auswahl dieses Komponisten für die Gala rechtfertigte. Susanne Blattert und Susanne Geb sprangen erneut für Joslyn Rechter und Banu Böke als Octavian beziehungsweise Feldmarschallin ein und interpretierten zusammen mit Dorothea Brandt als Sophie "Hab mir's gelobt, ihn lieb zu haben" sehr inniglich, so dass der Abend nach der feurigen Operette doch ein recht besinnliches Ende nahm.


FAZIT

Der bunte musikalische Reigen macht Lust auf eine viel versprechende vor uns liegende Spielzeit.



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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Hilary Griffiths

Moderation
Johannes Weigand

Choreinstudierung
Jens Bingert



Herrenchor der
Wuppertaler Bühnen

Sinfonieorchester Wuppertal


Solisten

Sopran
Dorothea Brandt
Susanne Geb

Mezzosopran
Susanne Blattert

Bariton
Thomas Laske
Miljan Milovi
ć

 

 


Weitere Informationen
erhalten Sie von den

Wuppertaler Bühnen
(Homepage)



Da capo al Fine

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