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Romantisches Jubiläumskonzert
Im Rahmen des 2.Sinfoniekonzertes feierte Münsters Sinfonieorchester seinen 90.Geburtstag. Es war ein wehmütig stimmendes Festkonzert mit einem romantischem Traumprogramm. Wie eine Reminiszenz an die überregionale Aufmerksamkeit erringenden Wagner-Inszenierungen der Will Humburg-Ära erklang zu Beginn Richard Wagners Meistersinger-Vorspiel. In Venturas Interpretation zogen Festklänge und musikalische Themen der Oper jedoch eher in geschmeidigem Tempo ohne monumentales Heldenpathos vorüber. Mit Sergej Rachmaninows 3.Klavierkonzert, komponiert innerhalb weniger Wochen für seine Amerikatournee im Jahre 1909 als Pianist, folgte ein Meisterwerk romantischer Klavierkonzertmusik. Pianistisches Können umfasst hier nicht nur dramatische, virtuose Akkordpassagen und Läufe, entscheidend sind die leisen, lyrischen Zwischentöne, eine gewisse kontemplative Versenkung, die sich schon in der schlichten, liedhaften Melodik des Hauptthemas ankündigt. Für den erst 22-jährigen Solisten Luká Vondrácek scheint es vor allem ein Demonstrationsobjekt virtuoser Technik und kraftvoller Leidenschaft zu sein. Vor allem im ersten Satz litt das Zusammenspiel mit dem Orchester an mangelnder dynamischer Differenzierung und rastloser Tempogestaltung, die das Orchester zu überfordern schien. Ob bei wuchtigen Akkordgängen, zarten und trotzdem im Vergleich zum Orchester zu lauten Arpeggien, abrupt einsetzenden lyrisch poetischen oder kunstvoll verschachtelten Passagen, in denen die melodische Fortführung in Orchesterhand gehört hätte, Vondráèek konzertierte vor allem mit sich selbst. Am Besten gelang der zweite Satz mit seinen klangvollen Variationen und dem walzerartigen Abschnitt, wo Klavier und Streicherpizzicati Klarinette und Fagott begleiten. Trotz allem applaudierte das münsteraner Publikum begeistert und freute sich über eine Zugabe Nach der Pause folgte mit Berlioz' Symphonie fantastique der utopische Ausblick in die Zukunft einer Musikhalle, deren akustische Verhältnisse die transparente, ausdrucksvolle und ausgereifte Interpretation des Orchesters angemessen zur Geltung bringen könnte. Das ferne Donnergrollen der vier Pauken am Ende des dritten Satzes, die verzerrenden, fast wie ein quietschendes Geräusch klingenden Es-Klarinetten im Hexensabbat, der Dialog von Englischhorn und hinter der Bühne spielender Oboe, die col legno Spielweise der Streicher, Homogenität und Plastizität der Bilderwelten des drame instrumental waren beeindruckend. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Luká Vondrácek Klavier Sinfonieorchester Münster Fabrizio Ventura Dirigent Programm: Richard Wagner Vorspiel zu Die Meistersinger von Nürnberg Sergej Rachmaninow Konzert für Klavier und Orchester Nr.3 d-Moll op.30 Hector Berlioz Symphonie fantastique - Episode de la vie d'un artiste op.40
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