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"Beziehungs-Weisen" ? Auf jeden Fall ein fulminanter Saisonauftakt Von Gerhard Menzel Konzerte und Festspiele unter ein klangvolles Motto zu stellen ist chic, allgemein verbreitet und soll den Eindruck eines bis ins Detail ausgefeilten Konzepts vermitteln. Bei näherer Betrachtung stellt sich dieses aber nur allzu oft als elegante Mogelpackung heraus. Warum das 1. Sinfoniekonzert des Sinfonieorchesters Wuppertal unter dem Motto Beziehungs-Weisen stand, konnte weder das Programm, noch das Programmheft vermitteln. Sicherlich stand vornehmlich Musik im Mittelpunkt, die den Stoff über das berühmteste Liebespaar Romeo und Julia" zur kompositorischen Grundlage hatte. Während Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre als Stimmungsgemälde die gesamte Gefühlswelt der Beteiligten (Romeo, Julia und Pater Laurenzo) mit drei charakteristischen Themen musikalisch auslotet, erzählt Prokofjew in seiner gut zweistündigen Ballettmusik die Geschehnisse Szene für Szene nach. Auch wenn hier ein bunt gemischtes Potpourri aus den drei Suiten op. 64a, 64b und op. 101 erklang, konnte man sich der Unmittelbarkeit und Farbigkeit von Prokofjews Musik nicht entziehen.
Linda und Baiba Skride
Was aber hatte Mozarts Sinfonia Concertante in diesem Beziehungs-Weisen" Programm zu suchen. Toshiyuki Kamioka hatte da durchaus eine musikalische Antwort parat. Zwar begann der erste Satz mit einem leichten und transparenten Orchesterklang, der sich allerdings sehr bald dem romantischen" Schwelgen der beiden Solistinnen Baiba und Linda Skride vor allem in den genüsslich ausgekosteten Kadenzen und im elegisch verträumten langsamen Satz annäherte und sich viel eher an der Klangwelt Tschaikowskys orientierte, als an der Mozarts. Das lettische Geschwisterpaar Baiba und Linda Skride demonstrierte dabei einmal mehr ihre internationale Spitzenklasse und sorgte bei diesem ersten Sinfoniekonzert der neuen Saison für ganz großen solistischen Glanz. Dass das Publikum in der Historischen Stadthalle dankbar war, dass die neue Spielzeit endlich begonnen hat, bewies schon der kräftige Auftrittsapplaus für das Orchester an diesem schönen Sonntagmorgen. Dass am Ende des Konzertes aber eine so große Begeisterung herrschte, lag dagegen an den inspirierten und emotional fesselnden Interpretationen, die Toshiyuki Kamioka mit dem streckenweise fulminant aufspielenden Sinfonieorchester Wuppertal gelangen. Neben gewaltigen Klangeruptionen, die allerdings hallig durch den Raum wummerten, gelangen ihm auch viele, äußerst leise und geheimnisvoll flirrende Passagen. Seinen feinen und sorgsam austarierten Klangvorstellungen versuchte das Orchester so gut es ging zu folgen, wobei einige Intonationsschwächen in den (Holz-) Bläsern und einige Patzer im Blech den ansonsten guten Gesamteindruck nur etwas eintrübten. Fazit:Ein solistisch hochklassiger und musikalisch sehr mitreißender Saisonbeginn des Sinfonieorchesters Wuppertal, dank Baiba und Linda Skride sowie Wuppertals charismatischem Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
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