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Neujahrskonzert 2009

1. Januar 2009, 17.00 Uhr und 20.30 Uhr
rezensierte Konzertveranstaltung 17.00 Uhr

Großes Haus der Städtischen Bühnen Münster
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(Homepage)
Neujahrskonzert mit Götz Alsmann

Von Ursula Decker-Bönniger

Wer sich auf ein Neujahrskonzert in Münster einlässt, weiß, dass an diesem Tag die leichte Muse mit Schalk und Humor von Götz Alsmann regiert. Man hört Champagnerkorken knallen und als weitere obligate Zugabe erklingt der beliebteste aller Militärmärsche, der Radetzkymarsch zum Mitklatschen. Neben klassischen Operettenhits wie z.B. dem Champagnerlied aus der „Fledermaus“ gab's auch solche von Benatzky oder Kálmán, Filmmusik, Musicalhits wie „Wouldn't it be lovely“ von Frederick Loewe, der spritzig interpretierte „Tahiti Trott“ von Schostakowitsch aber auch „Tequila“ von Chuck Rio, um nur eines der Unterhaltungsschätzchen zu nennen, die von Alsmann und seiner Band präsentiert wurden. Als thematischer Hintergrund war scherzhaft „Essen und Trinken“ ausgewählt worden und für die Liedauswahl galt das Alsmann-Motto „Bringen die Lieder die Oma zum Weinen oder nicht?“ Vorgetragen wurden sie von Alsmann und den wunderbar harmonierenden, beweglich leichten Operettenstimmen der neuen Ensemblemitglieder Henrike Jacob und Fritz Steinbacher.

Es war ein kurzweiliges, heiter beschwingtes Neujahrs-Potpourri 2009, das gleich zweimal stattfand – zunächst mit Hendrik Vestmann und anschließend mit Fabrizio Ventura am Dirigierpult. Voller tänzerischer Energien und Dirigierbewegungen gestaltete Hendrik Vestmann die Musik, was manchmal zu leicht verschleppten Einsätzen führte, was beim Donauwalzer jedoch mit langgezogenem Dreivierteltakt, nuancierter Tempo- und Dynamikgestaltung von den verschiedenen Instrumentengruppen des Sinfonieorchesters homogen und brillant umgesetzt wurde.

Die besondere Würze verlieh dem Neujahrskonzert jedoch der große Entertainer und Allroundmusiker aus Münster Götz Alsmann. Ob er Benatzkys Operettenhit „Was kann der Sigismund dafür, das er so schön ist“ mit Geschichten vom Klavierunterricht bei Nachbar Herzig schmückt, ob er Banjo zupfend das Sinfonieorchester begleitet oder mit seiner Band improvisiert, ob er mit einschmeichelnder Stimme und verschämtem Blick Fabian Laus' Schlager„Bin ich nicht ein wunderbarer Mann“ ins Mikro haucht oder sich vor seiner Duett-Partnerin der Sopranistin Henrike Jacob anerkennend verneigt, er zeigt Bewunderung für die „E-Musik“ ohne sein Licht als vielseitiger Unterhaltungsmusiker und wortgewitzter Entertainer unter den Scheffel zu stellen.

Dabei weiß Alsmann, dass er ein musik- und bildungsinteressiertes Münsteraner Publikum zum Lachen bringt, wenn er anlässlich des humorigen Bach-Badinerie-Vortrags der Flötisten Friederike Wiechert und Konrad Hirzel (beide spielten auf einem Instrument.) daran erinnert, es handele sich ursprünglich um eine Verdi-Idee zum Abbau der Arbeitslosigkeit, die man nur toppen könne, indem man einen Kontrabass von 3 Musikern spielen lasse, einer greife die Töne am Hals, einer streiche die Saiten, der dritte lese die Noten....

Da braucht kein großer Zeigefinger in lokalpolitische Wunden gelegt zu werden, es reicht die großväterliche Erzählung, wie Alsmann 1972 eine Stunde eher frei bekam, als Werner Müller das Unterhaltungsorchester des WDR leitete und Münster noch Austragungsort von WDR-Live-Übertragungen war oder der Hinweis zum „Champagnergalopp“ des dänischen Komponisten Hans Christian Lumbye, rund um Warendorf galoppiere man nach wie vor, obwohl Johann Strauss 1840 schon beschlossen habe, keinen Galopp mehr zu komponieren...

Aber: „Wichtig ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern“ und spätestens beim mit leicht lallender Weinseligkeit in der Stimme vorgetragenen Refrain „Ist das heute nicht ein wunderschöner Tag“ sind wir dann irgendwie wieder beim Thema.




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Sinfonieorchester Münster

Hendrik Vestmann
Dirigent

Henrike Jacob
Sopran

Fritz Steinbacher
Tenor

Götz Alsmann

Alsmann-Band:
Altfrid M. Sicking (Vibraphon u.a.)
Rudi Marhold (Schlagzeug, Percussion)
Markus Passlick (Percussion)
Michael Müller (Bass)



Johann Srauss:
Ouvertüre zu der Operette
„Der Zigeunerbaron“

Iosif Ivanovici:
Donauwellen

Ralph Benatzky:
„Was kann der Sigismund dafür,
dass er so schön ist“ aus der Operette
„Im weißen Rössl“

Franz von Suppé:
Ouvertüre zu der Operette
„Dichter und Bauer“

Fabian Lau:
Bin ich nicht ein wunderbarer Mann?

Werner Müller:
Ein Gläschen Wein und du

Johann Sebastian Bach:
Badinerie aus der Orchestersuite
Nr.2 h-Moll

Frederick Loewe:
„Wouldn't it be lovely“ aus dem Musical
„My Fair Lady“

Johann Strauss:
“Trinke Liebchen, trinke schnell”
aus der Operette “Die Fledermaus”

Camille Saint-Saëns:
Danse Bacchanale aus der Oper
“Samson et Dalila”

Hans Christian Lumbye.
Champagnergalopp

Dimitri Schostakowitsch:
Tahiti Trott (Orchesterbearbeitung von Vincent Youmans'
“Tea for Two” aus dem Musical “No,No, Nanette”)

Leroy Anderson:
Blue Tango

Richard Rodgers:
Wenn es Frühling wird

Werner Bochmann:
Ouvertüre zu dem Film
„Die Feuerzangenbowle“

Leo Leux:
Ich brech' die Herzen der stolzesten Frauen

Chuck Rio:
Tequila

Emmerich Kálmán:
„Komm mit nach Varasdin“
aus der Operette „Gräfin Mariza“

Johann Strauss:
Champagner-Lied aus der Operette
„Die Fledermaus“



Weitere Informationen

Sinfonieorchester Münster
www.sinfonieorchester-muenster.de






Da capo al Fine

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