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Vergnügliche Variationen
Hesses
jüngstes Werk, zugleich raffinierte Reminiszenz an musikhistorisch
bedeutende Momente und originäres Schaffen im Kontext der
zeitgenössischen musikalischen Progression, riß in und besonders nach
den 45 Minuten seiner doppelten Uraufführung am 22. und 23. Januar 2006
den jeweils ausverkauften Saal in der Historischen Stadthalle Wuppertal
zu Ovationen hin.
Lutz-Werner Hesse (Foto: Bettina Oswald / Sinfonieorchester Wuppertal) Hesse über sein op. 45: "Die Bezeichnung "Variationen ohne Thema" scheint paradox, gehört es doch zum Wesen der Gattung "Variation", dass ein am Anfang exponiertes Thema (meist das eines anderen Komponisten) im Verlaufe eines Werkes beständig verändert und verfremdet wird, bis es kaum noch, oder nur noch einzelne seiner Elemente erkennbar sind. In diesem Werk wird der umgekehrte Weg beschritten. Es gibt ein Thema, doch erscheint dieses am Ende der Komposition gewissermaßen als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Das Thema für diese Komposition stammt von Anthoine Boesset (1587 – 1643), einem der wichtigsten Komponisten der "Air de Cour", der Musik am französischen Königshof. König Ludwig XIII (1617-1643) schätzte Boesset ganz besonders und zeichnete ihn mit höchsten Ehren aus. Das Klima am Königshof war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von einer elegischen, hochemotionalen Atmosphäre geprägt, die sich auch in der Vorliebe des Königs für eine Musik zeigte, die vor allem Texte um die Themen unglückliche Liebe oder unglückliches Schicksal vertonte. Zwischen 1617 und 1642 veröffentlichte Boesset neun Bücher mit vier- und fünfstimmigen "Airs de Cour". Er vertonte die Texte der bedeutendsten Dichter seiner Zeit, übrigens nicht nur die französischer, und greift die oben genannten Themen immer wieder auf. Daher sind seine "Airs" auch häufig voll von melancholischem Ausdruck. Boesset zeigt sich in ihnen als ein früher Meister der Melodie. " Lutz-Werner Hesse war mehrfach Preisträger von Kompositionswettbewerben, so z.B. beim "Forum junger deutscher Komponisten". Im Jahr 2001 erhielt er den Preis der "Enno und Christa Springmann-Stiftung". Seine Werke erschienen auf CDs des Labels "col legno". Ein Tip für Hesse-Freunde: Am 9.5. (in Solingen) und am 10.5. (in Remscheid) wird Lutz-Werner Hesses Symphonie Nr. 4 "Abhanden gekommen", derzeit noch ohne Opus-Zahl, von den Bergischen Symphonikern unter Romely Pfund uraufgeführt. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Sinfonieorchester Wuppertal Toshiyuki Kamioka Leitung Lutz-Werner Hesse Variationen ohne Thema für großes Orchester op. 45 (Uraufführung) Kompositionsauftrag des Sinfonieorchester Wuppertal
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